{"id":12520,"date":"2025-11-26T11:39:33","date_gmt":"2025-11-26T10:39:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12520"},"modified":"2025-11-26T11:39:33","modified_gmt":"2025-11-26T10:39:33","slug":"schmidt-happened","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/11\/26\/schmidt-happened\/","title":{"rendered":"Schmidt happened!"},"content":{"rendered":"Der Franz-Schmidt-Orgelwettbewerb wurde erstmals 2006 abgehalten. Seitdem findet er alle zwei Jahre statt. Der Initiator war Rudolf Scholz (1933\u20132012), Professor f\u00fcr Orgel und Leiter der Abteilung f\u00fcr Tasteninstrumente an der mdw. Stets ein Promotor der Orgelwerke Franz Schmidts, wollte er dem Komponisten auf diesem Wege weitere Bekanntheit verschaffen. Austragungsort war bis 2014 Kitzb\u00fchel (zweite Runde in Hopfgarten); seit 2016 findet der Wettbewerb in Wien statt. Seitdem ist die mdw als Kooperationspartnerin der Camerata Viennensis \u2013 Konzertvereinigung auch Schirminstanz.<\/p>\n<p>Der Schmidt-Wettbewerb f\u00fcgt sich international in \u00e4hnliche, auf einen Komponisten bezogene Wettbewerbe ein (Hermann-Schroeder-Wettbewerb, Trier; Helmut-Bornefeld-Wettbewerb, Heidenheim u.\u2009a.). Er war (und ist weiterhin) der einzige Orgelwettbewerb in \u00d6sterreich, der auf ein stilistisch breites Repertoire abzielt \u2013 im Unterschied etwa zum Paul-Hofhaimer-Wettbewerb in Innsbruck, der fast zur G\u00e4nze auf historische Musik ausgerichtet ist. \u2013 Die erw\u00e4hnte stilistische Vielfalt hat immer wieder hochqualifizierte Teilnehmer_innen angezogen, was sich auch an den weiteren Karrieren der Preistr\u00e4ger_innen zeigt. In diesem Jahr kamen die Teilnehmenden aus 13 L\u00e4ndern. Diese musikalische Breite soll auch mit den Instrumenten korrespondieren, auf denen der Bewerb ausgetragen wird; das ist einer der Gr\u00fcnde, warum er nach Wien \u00fcbersiedelt ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12524\" aria-describedby=\"caption-attachment-12524\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12524\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2-dsc8416-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2-dsc8416-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2-dsc8416-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2-dsc8416-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2-dsc8416-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2-dsc8416-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/2-dsc8416-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12524\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Clemens Kneringer<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr 2025 wurden einige Elemente neu gestaltet. Um die Durchf\u00fchrung zu straffen, wurde (einem internationalen Trend folgend) eine Vorauswahl mittels Videoaufnahme eingef\u00fchrt. Aus den Einsendungen w\u00e4hlte eine Jury schon Anfang April eine begrenzte Anzahl von Teilnehmer_innen aus, die im September zur Hauptrunde antreten durften. Das motivierte offensichtlich viele Organist_innen zur Anmeldung, da sie f\u00fcr diese Vorauswahl zwar noch nicht das gesamte Programm bereithaben mussten, aber daf\u00fcr fr\u00fchzeitig erfuhren, ob sie zum Antritt in Wien zugelassen waren. \u2013 Weiters gab es heuer mehr Wahl- und weniger Pflichtst\u00fccke in der Ausschreibung. Und schlie\u00dflich fand er nun in der Jesuiten- und Schottenkirche, aber auch an der ber\u00fchmten historischen Chororgel der Franziskanerkirche (1642) statt, was ohne Zweifel einen weiteren Anziehungspunkt f\u00fcr Teilnehmer_innen darstellte.<\/p>\n<p>Einen Orgelwettbewerb zu organisieren ist eine sehr komplexe Angelegenheit. Bei aller Verschiedenheit in Anschlag und Intonation ist das eine moderne Klavier doch dem anderen \u00e4hnlich, vor allem in der Handhabung; die eigene Violine oder Fl\u00f6te wird zum Wettbewerb mitgebracht. Orgeln hingegen stehen, wo sie stehen: Die Teilnehmenden lernen sie erst ein oder zwei Tage vor Beginn des Wettbewerbs kennen. Erst da w\u00e4hlen sie die Register \u2013 d.\u2009h. die Zusammenstellung der Klangfarbe \u2013 aus. Noch wichtiger wird das Kennenlernen des Instrumentes, wenn eine historische Orgel im Spiel ist. Da \u201efehlen\u201c T\u00f6ne im unteren Klaviaturbereich, und wo normalerweise die tiefsten Tasten Fis und Gis sind, erklingen hier D und E. Daher m\u00fcssen allen ausreichende \u00dcbungszeiten am jeweiligen Instrument zur Verf\u00fcgung gestellt werden; das erfordert pr\u00e4zise Verschr\u00e4nkung mit den jeweiligen Gebets- bzw. Gottesdienstzeiten in den Kirchen. \u2013 Es ist offensichtlich, dass der Umgang mit solchen speziellen Bedingungen und die Auswahl der Register in die Beurteilung des Spiels miteinflie\u00dfen; somit gibt es, anders als bei Violin- oder Klavierwettbewerben, einige Parameter, die weit \u00fcber technische Beherrschung und musikalische Interpretation hinausgehen. Es gilt n\u00e4mlich immer auch den historischen Hintergrund eines Werkes zu ber\u00fccksichtigen: Kann es diese heute gew\u00e4hlte Klangfarbe 1690 gegeben haben? Oder: H\u00e4tte man f\u00fcr dieses St\u00fcck von 1935 nicht eher das Register x oder y verwenden sollen?<\/p>\n<p>Nach dem Relaunch sieht der Franz-Schmidt-Wettbewerb mehr Wahlm\u00f6glichkeiten aus dem Repertoire vor. Ob die frei gew\u00e4hlten St\u00fccke gut oder weniger gut auf das jeweilige Instrument passen, ist dann aber auch Beurteilungsmaterie. Andererseits wird es manchmal f\u00fcr die Juror_innen schwieriger, weil die Vergleichbarkeit zwischen den Teilnehmenden abnimmt, wenn sehr unterschiedliche Werke gespielt werden. So mag der eine ein technisch sehr schwieriges St\u00fcck spielen, das aber wenig Registrieraufwand fordert; beim n\u00e4chsten Teilnehmer\/der n\u00e4chsten Teilnehmerin, kann es dann aber genau umgekehrt sein.<\/p>\n<h5>Die Preistr\u00e4ger_innen des Wettbewerbes 2025 sind:<\/h5>\n<p><i>1. Preis:<\/i><b> Susanne Werpechowski<\/b> (\u00d6sterreich)<br \/>\n<i>2. Preis:<\/i> <b>Christoph Prei\u00df<\/b> (Deutschland)<br \/>\n<i>3. Preis:<\/i> <b>Jan Kop\u0159iva<\/b> (Tschechien)<\/p>\n<figure id=\"attachment_12525\" aria-describedby=\"caption-attachment-12525\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12525\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10-dsc9867-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10-dsc9867-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10-dsc9867-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10-dsc9867-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10-dsc9867-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10-dsc9867-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/10-dsc9867-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12525\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Clemens Kneringer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Wiener Franz-Schmidt-Wettbewerb ist ein starkes Signal \u00d6sterreichs hinaus in die internationale Orgelszene; er hat seinen etablierten Platz in der Welt der Bewerbe und wird dies mit seiner 10. Ausgabe 2027 kr\u00e4ftig best\u00e4tigen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Franz-Schmidt-Orgelwettbewerb wurde erstmals 2006 abgehalten. \ufeffSeitdem findet er alle zwei Jahre statt. Der Initiator war Rudolf Scholz (1933\u20132012), Professor f\u00fcr Orgel und Leiter der Abteilung f\u00fcr Tasteninstrumente an der mdw. 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