{"id":1229,"date":"2017-09-29T14:07:43","date_gmt":"2017-09-29T12:07:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1229"},"modified":"2018-06-27T10:25:27","modified_gmt":"2018-06-27T08:25:27","slug":"die-zukunft-der-hochschulbildung-in-der-musik-und-darstellenden-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/09\/29\/die-zukunft-der-hochschulbildung-in-der-musik-und-darstellenden-kunst\/","title":{"rendered":"Konferenzbericht: Die Zukunft der Hochschulbildung in der Musik und darstellenden Kunst"},"content":{"rendered":"<strong>Institutionelle Perspektiven, globale Herausforderungen, innovative Ans\u00e4tze<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1502\" aria-describedby=\"caption-attachment-1502\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1502\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/future_higher_education_music_performing_arts.jpg\" alt=\"Zukunft Hochschulbildung\" width=\"1000\" height=\"668\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/future_higher_education_music_performing_arts.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/future_higher_education_music_performing_arts-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/future_higher_education_music_performing_arts-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/future_higher_education_music_performing_arts-850x568.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1502\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Marcell Nimf\u00fchr<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am 7. Juni 2017 trafen sich RektorInnen und VizerektorInnen international renommierter Universit\u00e4ten und Hochschulen f\u00fcr Musik und darstellende Kunst aus ganz Europa, Asien und Nordamerika im Rahmen eines Symposions \u00fcber <em>Die Zukunft der Hochschulbildung in der Musik und darstellenden Kunst<\/em>. Die Veranstaltung fand im Rahmen des 200-Jahr-Jubil\u00e4ums der mdw statt. In Zeiten rapiden wirtschaftlichen, sozialen, politischen und technologischen Wandels sind Hochschulen mit einer Vielzahl gemeinsamer Herausforderungen konfrontiert. Diese betreffen den zunehmend wettbewerbsorientierten Bildungsmarkt ebenso wie lokale kultur- und bildungspolitische Bedingungen sowie die zuk\u00fcnftigen Arbeitsumfelder der AbsolventInnen im Kulturbereich und in der Kreativwirtschaft.<\/p>\n<p>Neben Rektorin Ulrike Sych, die die mdw repr\u00e4sentierte, setzte sich das Panel aus folgenden hochkar\u00e4tigen Sprechern zusammen: Yu Feng (Pr\u00e4sident, Central Conservatory of Music, Peking), Jonathan Freeman-Attwood (Direktor, Royal Academy of Music, London), James Gandre (Pr\u00e4sident, Manhattan School of Music, New York), Jari Perki\u00f6m\u00e4ki (Rektor, University of the Arts Helsinki), Gyula Fekete (Vizerektor f\u00fcr Forschung und innere Angelegenheiten, Liszt Ferenc Academy of Music, Budapest), Sangjick Jun (Rektor, Seoul National University, College of Music), Martin Rennert (Pr\u00e4sident, Universit\u00e4t der K\u00fcnste Berlin), Jamal Rossi (Dekan, Eastman School of Music, Rochester) und Konstantin Zenkin (Vizerektor f\u00fcr wissenschaftliche Angelegenheiten, Moscow Tchaikovsky Conservatory). Auf jedes Panel folgte eine Diskussion mit einem fachkundigen Publikum von etwa 130 Personen. In drei Panels \u2013 <em>Positionierung im globalen Kontext<\/em> (Moderation: Barbara Boisits, Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Graz), <em>P\u00e4dagogische Modelle und gesellschaftliche Herausforderungen<\/em> (Moderation: Stefan Gies, AEC) und <em>Karrieren und Arbeitsfelder f\u00fcr MusikerInnen\/K\u00fcnstlerInnen<\/em> (Moderation: Johannes Meissl, mdw) \u2013 beleuchteten die DiskussionsteilnehmerInnen und das Publikum institutionelle Perspektiven, globale Herausforderungen und innovative Ans\u00e4tze. Auch wenn sich die verschiedenen Ausrichtungen und Schwerpunktsetzungen der einzelnen Institutionen zum Teil stark unterschieden, herrschte ein starkes Bewusstsein dar\u00fcber, dass die gro\u00dfen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur mit gegenseitigem Respekt und Verst\u00e4ndnis sowie durch gemeinsame Projekte und Auseinandersetzungen gemeistert werden k\u00f6nnen. Das gesamte Symposion war gepr\u00e4gt von einem offenen Diskussionsklima, gegenseitigem Interesse und der Bereitschaft, voneinander zu lernen.<\/p>\n<p>Alle HochschulvertreterInnen waren sich dar\u00fcber einig und teilten die dezidierte \u00dcberzeugung, dass die universelle und zentrale Kernaufgabe aller Bildungsinstitutionen im Streben nach und in der Gew\u00e4hrleistung allerh\u00f6chster Anspr\u00fcche in der k\u00fcnstlerischen Ausbildung auf internationalem Niveau besteht \u2013 in ihren allt\u00e4glichen Aktivit\u00e4ten ebenso wie in der Entwicklung von Zukunftsstrategien.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend \u00e4u\u00dfere \u00f6konomische und politische Faktoren unsere Institutionen zunehmend unter Druck setzen und sie zwingen, gegeneinander zu konkurrieren (nicht nur um die talentiertesten Studierenden, sondern auch um die zahlungskr\u00e4ftigsten), m\u00fcssen sich Universit\u00e4ten und Hochschulen auch durch besondere Ausbildungsprofile und Alleinstellungsmerkmale in verschiedenen Bereichen, von k\u00fcnstlerischer Forschung \u00fcber digitales Lernen bis hin zur Vielfalt ihrer musikalischen Traditionen, voneinander unterscheiden und differenzieren.<\/p>\n<p>Offenheit, Diversit\u00e4t, Zusammenarbeit und globaler Dialog auf Augenh\u00f6he m\u00fcssen zentrale Prinzipien all unserer Bestrebungen sein. Das wurde anhand von Kooperationsprojekten und Netzwerken auf regionaler, nationaler und globaler Ebene und institutionellen Schwerpunkten zu musikalischer Vielfalt und zu regionalen, traditionellen sowie anderen Musiktraditionen komplement\u00e4r zur westlichen klassischen Kunstmusik veranschaulicht. Weitere Beispiele demonstrierten, dass die Einbeziehung von Lehrinhalten, die von Studierenden initiiert werden, Partizipation und Innovation f\u00f6rdern und dass Outreach-Programme und die \u00d6ffnung von Kursen und Lehrangeboten f\u00fcr weite Teile der Bev\u00f6lkerung dabei helfen, Barrieren abzubauen. Die DiskussionsteilnehmerInnen teilten das grunds\u00e4tzliche Anliegen, ihre Bildungseinrichtungen m\u00f6glichst vielen jungen Menschen zug\u00e4nglich zu machen und junge Talente aus allen sozialen Schichten von einem m\u00f6glichst fr\u00fchen Alter an anzusprechen.<\/p>\n<p>Das weist auf die soziale Verantwortung hin, die Universit\u00e4ten und Musikhochschulen tragen, und auf die Tatsache, dass sie sich den gesellschaftlichen Herausforderungen stellen m\u00fcssen. In diesem Bereich k\u00f6nnen Programme f\u00fcr lebenslanges Lernen, Angebote f\u00fcr lokale und regionale Kooperationen, ehrenamtliches Engagement sowie weitere Aktionen, um die Institutionen nach au\u00dfen zu \u00f6ffnen und die Menschen f\u00fcr Kunst und Musik zu begeistern, einen wichtigen Beitrag leisten. Auch m\u00fcssen zuk\u00fcnftige Strategien vermehrt darauf abzielen, dass Frauen st\u00e4rker in institutionellen F\u00fchrungspositionen vertreten sind. Dar\u00fcber hinaus gilt es, in diesen Dialog in Zukunft auch Institutionen aus Lateinamerika, Afrika, S\u00fcdasien und der arabischen Welt mit einzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Lehren und Lernen, p\u00e4dagogische Exzellenz und musikalische Fr\u00fchf\u00f6rderung spielen eine zentrale Rolle. Angesichts der enormen Wichtigkeit und Bedeutung musikalischer Bildung f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Entwicklung von Musikkultur, ist die bestehende Hierarchie zwischen k\u00fcnstlerischer Praxis und Lehre als nicht produktiv zu betrachten. Musikunterricht im Vorschulalter sowie w\u00e4hrend der Grund- und Sekundarschule erfordert nicht nur ein qualitativ hochwertiges Angebot und nachhaltige Zusammenarbeit, sondern es gilt, die Politik und Entscheidungstr\u00e4gerInnen daf\u00fcr zu sensibilisieren, dass Kunst- und Musikunterricht unabdingbare Voraussetzungen f\u00fcr eine vollwertige Allgemeinbildung sind, die keinem Kind vorenthalten werden darf. Neben den sogenannten sozialen und kognitiven Transfereffekten sollte hierbei der Wert k\u00fcnstlerischer Bildung an sich Motivation und treibende Kraft sein.<\/p>\n<p>Die Studierenden stehen im Mittelpunkt all unseres Tuns. Sie m\u00fcssen die bestm\u00f6glichen Voraussetzungen und die bestm\u00f6gliche Ausbildung erhalten, um sich in einem Berufsfeld, das massiven Ver\u00e4nderungen unterliegt, sowohl professionell als auch pers\u00f6nlich nachhaltig entwickeln zu k\u00f6nnen. Das Ph\u00e4nomen der sogenannten Portfolio-Karrieren verlangt, dass Studierende in der Lage sind, ein sehr hohes Ma\u00df an Flexibilit\u00e4t in verschiedenen Bereichen und Kompetenzen aufzuweisen, unter anderem auch in der Beherrschung unterschiedlicher musikalischer Stilrichtungen. K\u00fcnstlerische Exzellenz und eine vielseitige Ausbildung schlie\u00dfen einander nicht aus. Curricula m\u00fcssen f\u00fcr Ver\u00e4nderungen und neue Ideen offen sein und sie m\u00fcssen eine m\u00f6glichst breite Ausbildung gew\u00e4hrleisten, die auch Raum f\u00fcr Reflexion und f\u00fcr die Entwicklung individueller Perspektiven und Kompetenzen bietet \u2013 einschlie\u00dflich unternehmerischer, organisatorischer und sozialer F\u00e4higkeiten. Angebote von au\u00dferuniversit\u00e4ren Einrichtungen wie etwa von Career Center und anderen institutionellen Initiativen k\u00f6nnen hier unterst\u00fctzend wirken.<\/p>\n<p>Wir hoffen, dass diese Zusammenfassung als Ausgangspunkt f\u00fcr einen vertieften und zunehmend breiten Dialog- und Kooperationsprozess dienen kann. All unsere Institutionen verf\u00fcgen \u00fcber verschiedene Erfahrungen und St\u00e4rken, die einander erg\u00e4nzen und bereichern k\u00f6nnen. Lasst uns daher unsere Kr\u00e4fte b\u00fcndeln, um die Zukunft der Hochschulbildung in den Bereichen der Musik und der darstellende Kunst gemeinsam bestm\u00f6glich zu gestalten.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Institutionelle Perspektiven, globale Herausforderungen, innovative Ans\u00e4tze Am 7. Juni 2017 trafen sich RektorInnen und VizerektorInnen international renommierter Universit\u00e4ten und Hochschulen f\u00fcr Musik und darstellende Kunst aus ganz Europa, Asien und Nordamerika im Rahmen eines Symposions \u00fcber Die Zukunft der Hochschulbildung in der Musik und darstellenden Kunst. 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