{"id":12243,"date":"2025-09-26T10:59:13","date_gmt":"2025-09-26T08:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12243"},"modified":"2025-09-26T11:01:22","modified_gmt":"2025-09-26T09:01:22","slug":"gender-screening-film","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/09\/26\/gender-screening-film\/","title":{"rendered":"Gender Screening Film"},"content":{"rendered":"<h1>Kamera weiterhin \u201em\u00e4nnlich\u201c, Schnitt nicht mehr \u201eweiblich\u201c<\/h1>\n<p>Die Veranstaltung der mdw zum 8. M\u00e4rz widmete sich 2025 den Geschlechterverh\u00e4ltnissen im Film in Ausbildung und Filmproduktion. Angelehnt an das Konzept bisheriger Gender-Screening-Formate ging und geht es darum, die unterschiedlichen Dom\u00e4nen der mdw datenm\u00e4\u00dfig in Bezug auf die Dimension Geschlecht genauer unter in die Lupe zu nehmen und die Studierendendaten nach Frauen- und M\u00e4nneranteilen zu screenen, um die (bin\u00e4ren<span id='easy-footnote-1-12243' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/09\/26\/gender-screening-film\/#easy-footnote-bottom-1-12243' title='Inter*, trans und nicht-bin\u00e4re Personen lassen sich leider mit dem derzeit zur Verf\u00fcgung stehenden Datenmaterial nach wie vor&lt;i&gt; nicht abbilden&lt;\/i&gt;: Es handelt sich dabei um ein der Statistik bekanntes herausforderndes, nach wie vor ungel\u00f6stes Datenerhebungs- und -darstellungsproblem.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span>) Geschlechterverh\u00e4ltnisse in Instrumentalstudien, p\u00e4dagogischen Studien wie auch ausgew\u00e4hlten Studien des darstellenden Kunstbereichs sichtbar und diskutierbar zu machen. (Vgl. dazu die j\u00e4hrlich vom Arbeitskreis f\u00fcr Gleichbehandlungsfragen herausgegebene Statistik <i>Geschlechterverteilung an der mdw<\/i>.)<\/p>\n<h5>Was erz\u00e4hlen uns die Daten \u00fcber die Entwicklung der Geschlechterverh\u00e4ltnisse bei den Studierenden an der Filmakademie Wien?<\/h5>\n<p>Die Stabstelle Gleichstellung, Gender und Diversit\u00e4t (GGD) betrieb mit Unterst\u00fctzung des Archivs eine historisch orientierte Datenerhebung, die sich seit Beginn der Filmausbildung im Jahr 1952 bis heute erstreckte<span id='easy-footnote-2-12243' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/09\/26\/gender-screening-film\/#easy-footnote-bottom-2-12243' title=' Ab 1984 gibt es an der mdw digital eingespeistes Datenmaterial.'><sup>2<\/sup><\/a><\/span>. Die Daten zeigen, dass es bei den f\u00fcnf angebotenen Filmstudienrichtungen \u2013 Buch und Dramaturgie, Cinematography (fr\u00fcher Kamera), Montage (fr\u00fcher Schnitt), Produktion und Regie \u2013 zu einer egalit\u00e4reren Geschlechterverteilung gekommen ist. Gleichwohl sehen wir aber bei der Belegung der Masterstudieng\u00e4nge eine ungleiche Geschlechterverteilung und vor allem im Fach Master Regie einen signifikanten M\u00e4nner\u00fcberhang. Auffallend ist historisch gesehen, dass im Fach Kamera bis in die 1970er-Jahre keine Frauen und auch im Fach Regie nur vereinzelt Frauen zum Filmstudium zugelassen waren. Ganz anders im Schnitt, jetzt Montage: Als ein sogenanntes typisches \u201eFrauenfach\u201c entwickelte es sich parallel zur Digitalisierung des Films in Richtung ausgewogenere Geschlechterteilhabe.<\/p>\n<h5>Fix the numbers!<\/h5>\n<p><i>Gender Screening Film. Perspektiven f\u00fcr gender- und diversit\u00e4tsgerechtes Filmschaffen. Gespr\u00e4ch und Filmscreening zum Internationalen Frauen*tag<\/i> nannte sich die am 13. M\u00e4rz 2025 im Wiener Admiralkino abgehaltene Veranstaltung, die von der GGD in Kooperation mit der Filmakademie Wien konzipiert wurde. Nach einem Podiumsgespr\u00e4ch \u00fcber Geschlechterverh\u00e4ltnisse im Film, wor\u00fcber im vorliegenden Beitrag berichtet wird, folgte ein Screening zweier ausgew\u00e4hlter Filme, die durch den institutseigenen <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/09\/26\/der-gender-queer-diversity-call-der-filmakademie-wien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gender\/Queer\/Diversity-Call der Filmakademie Wien<\/a> gef\u00f6rdert worden waren, mit anschlie\u00dfenden Filmgespr\u00e4chen, kuratiert und moderiert von Barbara Wolfram und Bianca Rauch.<\/p>\n<p>Unter der Moderation der versierten Filmkuratorin Djamila Grandits f\u00fchrten Barbara Albert, Professorin f\u00fcr Regie und stellvertretende Institutsleitung an der Filmakademie Wien, Iris Zappe-Heller, die stellvertretende Direktorin des \u00d6sterreichischen Filminstituts (\u00d6FI), und die langj\u00e4hrige Leiterin der GGD an der mdw, Andrea Ellmeier, ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Perspektiven f\u00fcr ein gender- und diversit\u00e4tsgerechteres Filmschaffen. Die Grundlage f\u00fcr das Gespr\u00e4ch bildete ein Zusammenlesen der von der GGD vorgelegten Daten zur Film(aus)bildung an der mdw mit der Analyse der vom \u00d6FI in Auftrag gegebenen Film Gender Reports. Ellmeier zur Datenerschlie\u00dfung an der mdw: \u201eEin erfreuliches Fazit der mdw-Datenzusammenschau ist, dass sich die Filmstudienbelegung von M\u00e4nnern und Frauen \u2013 au\u00dfer bei einzelnen MA-Studien, in denen sich ein deutlich h\u00f6herer M\u00e4nneranteil zeigt \u2013 im Modus der Ann\u00e4herung befindet\u201c, woraus jedoch nicht geschlossen werden kann, dass dies auch im Arbeitsbereich Film so sei: Hier herrscht meist noch nach wie vor eine sehr klassisch-stereotype Geschlechteraufteilung (vgl. <i>Film Gender Report<\/i>). Der \u00f6sterreichische Film ist \u2013 so der <i>Film Gender Report<\/i> \u2013 ein Arbeitsmarkt mit starker Geschlechterdifferenzierung, d.\u2009h. dass es \u201eweiterhin \u201am\u00e4nnliche\u2018 und \u201aweibliche\u2018 Stabstellen, damit sind die einzelnen Bereiche eines Films gemeint, gab. Weiterhin unterrepr\u00e4sentiert waren Frauen in \u201atechnischen\u2018 Stabstellen wie Licht (8\u200a%), Ton (14\u200a%) oder Kamera (20\u200a%) sowie den machtvollen Kern-Departments Produktion (35\u200a%), Drehbuch (41\u200a%) und Regie (43\u200a%).\u201c (<i>Dritter Film Gender Report<\/i>, 2024, S. 4) Es habe sich aber \u2013 das wird betont \u2013 in allen Stabstellen des \u00f6sterreichischen Films der Frauenanteil erh\u00f6ht, was vor allem auf die Frauenf\u00f6rderma\u00dfnahmen des \u00d6FI, das sogenannte Gender Incentive \u2013 eine 30.000-Euro-Produktionsf\u00f6rderung f\u00fcr mehr Frauen in Leitungspositionen im Film \u2013 sowie das Gender Budgeting zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. Dies belege einmal mehr, so Zappe-Heller, dass dezidierte Frauenf\u00f6rderma\u00dfnahmen keineswegs \u00fcberholt, im Gegenteil f\u00fcr nachhaltige Struktur\u00e4nderungen im Bereich Film absolut notwendig sind. Auch Barbara Albert begr\u00fc\u00dfte diese Ma\u00dfnahmen als politische Steuerungsinstrumente und bekr\u00e4ftigte die Wichtigkeit von aussagekr\u00e4ftigen Zahlen und Daten, die ein evidenzbasierteres Arbeiten, insbesondere im Kontext von Zulassungsprozessen erm\u00f6glichen. Andrea Ellmeier schlug vor, dass die \u00f6ffentliche Kunst- und Kulturf\u00f6rderung, die \u00d6FI-Frauenf\u00f6rderma\u00dfnahmen als Best-Practice-Beispiel in anderen Kunstsparten promoten resp. einfordern sollten. Auffallend bleibt der Bereich Kamera, die Conclusio lautet: \u201eNach wie vor zu wenig Kamerafrauen! Besonders M\u00e4nner, aber auch Frauen arbeiten vorwiegend mit Kameram\u00e4nnern\u201c (<i>Dritter Film Gender Report<\/i>, 2024, S.\u00a04). Ein Grund daf\u00fcr sei der noch immer erschreckend geringe Anteil von 20\u200a% Frauen im Arbeitsbereich Kamera. Die um einiges h\u00f6heren Frauenprozentanteile in den BA- und MA-Studieng\u00e4ngen Kamera\/Cinematography der Filmakademie sind also im konkreten Filmherstellungsprozess noch keineswegs wirksam. Damit der Filmbereich geschlechter- und diversit\u00e4tsgerechter wird, braucht es weitere mutige politische Anstrengungen wie auch ein diskriminierungskritisches Bewusstsein und Agieren in den Filminstitutionen selbst: Die Filmakademie Wien kann daf\u00fcr mit einer engagierten geschlechtergerechten Politik und Strategie einen zentralen Beitrag leisten.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Veranstaltung der mdw zum 8. M\u00e4rz widmete sich 2025 den Geschlechterverh\u00e4ltnissen im Film in Ausbildung und Filmproduktion. 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