{"id":12235,"date":"2025-09-26T10:55:53","date_gmt":"2025-09-26T08:55:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12235"},"modified":"2025-09-26T10:55:53","modified_gmt":"2025-09-26T08:55:53","slug":"der-gender-queer-diversity-call-der-filmakademie-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/09\/26\/der-gender-queer-diversity-call-der-filmakademie-wien\/","title":{"rendered":"Der Gender\/Queer\/Diversity-Call der Filmakademie Wien"},"content":{"rendered":"<h1>\u201eIn diesem Kosmos gibt es noch mehr Geschichten zu erz\u00e4hlen\u201c<\/h1>\n<p>\u201eDas Ziel ist eine St\u00e4rkung des Bewusstseins f\u00fcr Gender\/Queer\/Diversit\u00e4ts-Inhalte. Die Studierenden sollen einen Anreiz bekommen, diese Themen in ihre Drehb\u00fccher und in die Filmerstellung zu integrieren\u201c, sagt mdw-Lehrende Karin Macher \u00fcber den Gender\/Queer\/Diversity-Call (G\/Q\/D-Call) der Filmakademie Wien. Filmvorhaben mit feministischen, queeren und Diversit\u00e4ts-Themen werden durch die j\u00e4hrliche interne Ausschreibung finanziell gef\u00f6rdert. Macher unterrichtet Produktion an der Filmakademie und konzipierte den Call, in dessen Jury sie bis 2023 t\u00e4tig war, von Anfang an mit. Die Darstellung von Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit abseits von Normen und g\u00e4ngigen Vorstellungen, queere Lebensrealit\u00e4ten, Fragen zu sozialer Klasse, die Thematisierung k\u00f6rperlicher und psychischer Beeintr\u00e4chtigungen: Die eingereichten und erfolgreichen Filmprojekte des Gender\/Queer\/Diversity-Call verdeutlichen, wie breitgef\u00e4chert das Themenfeld ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12241\" aria-describedby=\"caption-attachment-12241\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12241\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/230901-portrait-06-martina-lajczak-low-res-rgb-1024x1017.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"844\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/230901-portrait-06-martina-lajczak-low-res-rgb-1024x1017.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/230901-portrait-06-martina-lajczak-low-res-rgb-300x298.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/230901-portrait-06-martina-lajczak-low-res-rgb-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/230901-portrait-06-martina-lajczak-low-res-rgb-768x763.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/230901-portrait-06-martina-lajczak-low-res-rgb-850x844.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/230901-portrait-06-martina-lajczak-low-res-rgb.jpg 1433w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12241\" class=\"wp-caption-text\">Meike W\u00fcstenberg \u00a9 Martina Lajczak<\/figcaption><\/figure>\n<p>Meike W\u00fcstenberg studiert Regie an der Filmakademie. Ihr Film <i>Das Ende vom Ende der Welt<\/i> (2022) wurde durch den G\/Q\/D-Call mitgef\u00f6rdert. Im Mittelpunkt stehen zwei Sch\u00fclerinnen, die einen Amoklauf an ihrer Schule planen. \u201eWeibliche T\u00e4terschaft hat mich schon vor diesem Drehbuch interessiert. F\u00fcr mich geht es darum, wie sich Frauenrollen erz\u00e4hlen lassen, die zu einer Form von Gewalt f\u00e4hig sind, die statistisch mehrheitlich von M\u00e4nnern ver\u00fcbt wird, ohne ihnen stereotypisch maskuline Charakteristika anzudichten\u201c, so W\u00fcstenberg \u00fcber ihre Filmidee, die aus ihrer Sicht eine breitere Auffassung des Themas Gender zeigt. \u201eDurch dieses Projekt habe ich noch besser verstanden, dass das Kernthema meines filmischen Interesses die Darstellung von Geschlechterrollen ist, die sich au\u00dferhalb einer gewissen Norm bewegen. Das inspiriert mich. Und ich habe den Eindruck, in diesem Kosmos gibt es noch mehr Geschichten zu erz\u00e4hlen\u201c, meint die Regisseurin. Meike W\u00fcstenberg setzt sich auch in ihrem anstehenden Abschlussfilm an der Filmakademie mit weiblicher T\u00e4terschaft auseinander.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12240\" aria-describedby=\"caption-attachment-12240\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12240\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/bildschirmfoto-2022-12-02-um-15.06.17-copy-credit-anna-russmann-rgb-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/bildschirmfoto-2022-12-02-um-15.06.17-copy-credit-anna-russmann-rgb-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/bildschirmfoto-2022-12-02-um-15.06.17-copy-credit-anna-russmann-rgb-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/bildschirmfoto-2022-12-02-um-15.06.17-copy-credit-anna-russmann-rgb-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/bildschirmfoto-2022-12-02-um-15.06.17-copy-credit-anna-russmann-rgb-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/bildschirmfoto-2022-12-02-um-15.06.17-copy-credit-anna-russmann-rgb-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/bildschirmfoto-2022-12-02-um-15.06.17-copy-credit-anna-russmann-rgb-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12240\" class=\"wp-caption-text\">Das Ende vom Ende der Welt \u00a9 Anna Ru\u00dfmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eDer G\/Q\/D-Call kam zur rechten Zeit, als ich einen Coming-of-Age-Film machen wollte, der auf meinen Erfahrungen als Sch\u00fclerin in Innsbruck 1996 basierte. Ich war damals die Au\u00dfenseiterin\u201c, sagt Helen Hideko, Regiestudierende an der Filmakademie, \u00fcber ihren beim Call erfolgreichen Film <i>Ever After <\/i>(2025). Die japanisch-schottische Regisseurin zog mit ihren Eltern als Kind Mitte der 1990er-Jahre aus den USA nach \u00d6sterreich. <i>Ever After <\/i>zeigt die 10-j\u00e4hrige Isabella, die in der Schule gemobbt wird. Sie ist anders als die anderen Sch\u00fclerinnen. Als imaginierte Meerjungfrau in einer m\u00e4rchenhaften Fantasie-Unterwasserwelt kann sie vor der Realit\u00e4t fl\u00fcchten. \u201eDie Transformation in eine Meerjungfrau kann als Allegorie f\u00fcr Anderssein oder Queerness verstanden werden\u201c, so Hideko. Der Film feierte dieses Jahr internationale Erfolge: <i>Ever After <\/i>war bei den BAFTA (British Academy of Film and Television Arts) Student Awards Finalist in der Kategorie \u201eLive Action\u201c und Hideko und Teammitglieder bei der Preisverleihung in Los Angeles vor Ort. Im Sommer folgte die Premiere beim <i>Bucheon International Fantastic Film Festival<\/i> in Seoul, wo der Film den Jurypreis gewann, und darauf die Nordamerikapremiere beim <i>Fantasia Film Festival<\/i> in Montreal. \u201eFabeln vom Anderssein interessieren mich generell in meiner filmischen Arbeit\u201c, erkl\u00e4rt die Regisseurin und f\u00fcgt hinzu: \u201eDie Lehrenden an der Filmakademie verwenden eine Auswahl an internationalen Filmen f\u00fcr ihren Unterricht und nat\u00fcrlich sind viele davon von Regisseur_innen, die Minderheiten angeh\u00f6ren und dadurch eine einzigartige Perspektive in ihren Filmen ausdr\u00fccken.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_12237\" aria-describedby=\"caption-attachment-12237\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12237\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hh-credit-marlene-rahmann-1024x1001.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"831\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hh-credit-marlene-rahmann-1024x1001.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hh-credit-marlene-rahmann-300x293.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hh-credit-marlene-rahmann-768x751.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hh-credit-marlene-rahmann-850x831.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/hh-credit-marlene-rahmann.jpg 1455w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12237\" class=\"wp-caption-text\">Helen Hideko \u00a9 Marlene Rahmann<\/figcaption><\/figure>\n<p>Meike W\u00fcstenberg meint: \u201eEs gibt ein wachsendes Bewusstsein und gro\u00dfes Interesse daran, Geschichten im breiten G\/Q\/D-Themenfeld zu entwickeln und den Cast diverser zu besetzen. Ein Call wie dieser wirft bei Filmschaffenden eine gro\u00dfe Denkmaschine an.\u201c Im Rahmen der Jurybesprechungen der Projekte wurden weitere \u00dcberlegungen dar\u00fcber angesto\u00dfen, welche Lehrveranstaltungen zu G\/Q\/D-Inhalten angeboten werden sollen. \u201eDurch den Call gibt es viel Auseinandersetzung in der Lehre mit dem Themenfeld\u201c, so Karin Macher. Die gemeinsame Grundausbildung an der Filmakademie h\u00e4lt sie in diesem Zusammenhang f\u00fcr einen wichtigen Hebel in der St\u00e4rkung von Frauen in technischen Feldern. Studierende aller Studienrichtungen werden in den ersten drei Semestern weitgehend gemeinsam unterrichtet, um Einblicke in die verschiedenen Bereiche des Filmerstellungsprozesses zu bekommen. \u201eStarke Frauen am Filmset zu haben \u2013 da steckt viel Arbeit in der Ausbildung dahinter. In der gemeinsamen Grundausbildung muss sich jede Studierende mit der Technik besch\u00e4ftigen. Das ist eine St\u00e4rkung, die wir an der Filmakademie anbieten, um an ein Set zu gehen\u201c, sagt die Lehrende.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12239\" aria-describedby=\"caption-attachment-12239\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12239\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ever-after-still-1-copyright-hideko-pochlatko-1-1024x554.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ever-after-still-1-copyright-hideko-pochlatko-1-1024x554.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ever-after-still-1-copyright-hideko-pochlatko-1-300x162.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ever-after-still-1-copyright-hideko-pochlatko-1-768x415.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ever-after-still-1-copyright-hideko-pochlatko-1-1536x830.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ever-after-still-1-copyright-hideko-pochlatko-1-2048x1107.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/ever-after-still-1-copyright-hideko-pochlatko-1-850x460.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12239\" class=\"wp-caption-text\">Ever After \u00a9 Hideko Pochlatko<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch dieses Jahr wurde der G\/Q\/D-Call der Filmakademie wieder ausgeschrieben. Filminteressierte d\u00fcrfen sich auf weitere spannende Werke von Filmschaffenden freuen, die sich diskriminierungskritisch mit den Themen Gender, Queer und Diversity auseinandersetzen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Darstellung von Weiblichkeit und M\u00e4nnlichkeit abseits von Normen und g\u00e4ngigen Vorstellungen, queere Lebensrealit\u00e4ten, Fragen zu sozialer Klasse, die Thematisierung k\u00f6rperlicher und psychischer Beeintr\u00e4chtigungen: Die eingereichten und erfolgreichen Filmprojekte des Gender\/Queer\/Diversity-Call verdeutlichen, wie breitgef\u00e4chert das Themenfeld ist.<\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":12238,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[1590,1607,179,828,54],"class_list":["post-12235","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-film","tag-2025-3","tag-gendercall","tag-film","tag-filmakademie","tag-gender"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12235","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12235"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12235\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12414,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12235\/revisions\/12414"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12238"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12235"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12235"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12235"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}