{"id":12211,"date":"2025-09-26T10:15:02","date_gmt":"2025-09-26T08:15:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12211"},"modified":"2025-09-26T10:15:02","modified_gmt":"2025-09-26T08:15:02","slug":"nord-sued-dialog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/09\/26\/nord-sued-dialog\/","title":{"rendered":"Nord-S\u00fcd-Dialog"},"content":{"rendered":"<h1>\u00dcber die Kooperation zwischen der mdw und der Fondation Hasdrubal in Tunesien<\/h1>\n<p>In Zeiten, in denen unsere Welt sp\u00fcrbar von Unsicherheit und zunehmender gesellschaftspolitischer Polarisierung und Spaltung gepr\u00e4gt ist, erhalten internationale Kooperationen und Zusammenarbeit \u2013 sowohl symbolisch als auch inhaltlich \u2013 neue Bedeutung und Relevanz. Die diplomatischen Beziehungen zwischen \u00d6sterreich und Tunesien reichen bereits 300 Jahre zur\u00fcck und mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der mdw und der Fondation Hasdrubal im Jahr 2023 konnte hier ein starkes Zeichen gesetzt werden, diese Beziehungen erneut zu st\u00e4rken und diesen wichtigen (inter)kulturellen Dialog weiterzuf\u00fchren: \u201eDie Zusammenarbeit zwischen der mdw und der Hasdrubal-Stiftung f\u00fcr Kultur und Kunst ist ein gelebtes Beispiel des interkulturellen Dialoges. Basierend auf k\u00fcnstlerischem, p\u00e4dagogischem und menschlichem Austausch strebt diese Zusammenarbeit danach, durch Musik und darstellende Kunst dauerhafte Beziehungen zwischen Europa und der arabischen Welt zu schaffen\u201c, betont auch Laurent Jost, Musikalischer Direktor der Fondation Hasdrubal.<\/p>\n<p>Bisher wurden zwischen der mdw und der Fondation Hasdrubal drei Kooperationsprojekte erfolgreich realisiert, im Rahmen derer Studierende und Lehrende der mdw Tunesien besucht haben. Diese Projekte wurden zum Teil auch \u00fcber die Projektf\u00f6rderung \u201eS\u00fcd-Nord\u201c der \u00f6sterreichischen Botschaft in Tunis finanziell unterst\u00fctzt. Im Februar 2024 reiste Fedor Rudin, Professor f\u00fcr Orchestererziehung der mdw, erstmals zusammen mit dem Motus Quartett nach Hammamet, um dort tunesische Musiker_innen in Violine und Kammermusik zu unterrichten. Das Quartett erhielt au\u00dferdem Impulse zu arabischer Musik und Tradition durch tunesische Musiker_innen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12213\" aria-describedby=\"caption-attachment-12213\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12213\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/fb-img-1745995308073-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/fb-img-1745995308073-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/fb-img-1745995308073-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/fb-img-1745995308073-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/fb-img-1745995308073-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/fb-img-1745995308073-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/fb-img-1745995308073-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12213\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Med Aziz Bezneiguia<\/figcaption><\/figure>\n<p>Laurent Jost weist auf den gro\u00dfen Mehrwert f\u00fcr die jungen Musiker_innen aus beiden L\u00e4ndern hin, die diese Kooperationen schafft: \u201eCross-Residencies, Masterclasses und gemeinsame Konzerte erm\u00f6glichen es jungen Musiker_innen von beiden Seiten des Mittelmeers, neue \u00c4sthetiken und Praktiken zu entdecken. F\u00fcr viele tunesische Student_innen ist diese Erfahrung eine Offenbarung. Viele junge K\u00fcnstler_innen melden uns regelm\u00e4\u00dfig zur\u00fcck: \u201aIch habe gelernt, anders zuzuh\u00f6ren, mich auszutauschen und \u00fcber meine Grenzen hinauszuwachsen.\u2018 Die Lerneffekte sind tiefgreifend: k\u00fcnstlerische Offenheit, gesteigerte Disziplin sowie mehr Selbstvertrauen und das Gef\u00fchl, Teil einer gr\u00f6\u00dferen Musikgemeinschaft zu sein. Die Lehrenden heben das Engagement und die Neugierde der Teilnehmer_innen sowie den reichhaltigen interkulturellen Austausch hervor.\u201c<\/p>\n<p>Im Herbst 2024 besuchte Ana\u00efs Tamisier, Lehrende am Joseph Haydn Institut f\u00fcr Kammermusik und Neue Musik der mdw, zusammen mit drei Studierenden (Minkyung Shin, Violine, Djonathan In\u00e1cio da Silva, Viola und Felix Vermeirsch, Cello) die Fondation Hasdrubal in Hammamet. Die Studierenden der mdw arbeiteten hierbei ebenfalls im Rahmen von Workshops und Masterclasses eng mit jungen tunesischen Musiker_innen zusammen und hatten schlie\u00dflich Gelegenheit, ihr musikalisches Programm im Rahmen von zwei Konzerten zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12405\" aria-describedby=\"caption-attachment-12405\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12405\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/FB_IMG_1745995457552-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/FB_IMG_1745995457552-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/FB_IMG_1745995457552-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/FB_IMG_1745995457552-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/FB_IMG_1745995457552-850x567.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/FB_IMG_1745995457552.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12405\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Med Aziz Bezneiguia<\/figcaption><\/figure>\n<p>Vorl\u00e4ufiger H\u00f6hepunkt der Kooperation war das Orchesterprojekt, das im April 2025 in Tunesien stattgefunden hat. Die Webern Sinfonietta der mdw reiste mit 40 Musiker_innen unter der musikalischen Leitung von Fedor Rudin nach Tunesien, um dort erneut mit tunesischen Musiker_innen zu arbeiten und \u2013 sowohl als Zeichen der 300-j\u00e4hrigen diplomatischen Beziehungen zwischen \u00d6sterreich und Tunesien, als auch anl\u00e4sslich des 200. Geburtsjahres von Johann Strauss II \u2013 Werke von eben diesem sowie Wolfgang Amadeus Mozart in einem Konzert in der Op\u00e9ra de Tunis einem gro\u00dfen Publikum zu pr\u00e4sentieren. Die Veranstaltung wurde au\u00dferdem im tunesischen Nationalfernsehen \u00fcbertragen. Fedor Rudin sagt \u00fcber dieses besondere Projekt: \u201eF\u00fcr mich war es bereits der zweite Besuch im Rahmen dieser Kooperation, daher kannte ich auch die meisten tunesischen Streicher_innen, die diesmal zusammen mit unseren mdw-Studierenden im Orchester musizierten. Ich hatte deshalb erwartet, dass die Vorbereitung der tunesischen Musiker_innen in h\u00f6chster Verantwortung passieren w\u00fcrde und das Engagement sehr stark sein w\u00fcrde \u2013 und meine Erwartungen wurden vor Ort teilweise sogar \u00fcbertroffen. Auch die unerl\u00e4ssliche stilistische Anpassung konnte trotz der kurzen Probenphase, die wir hatten, zu einem homogenen Gesamtklang \u00fcberzeugend beitragen. Dabei ist das Lernen in solchen Kontexten nie einseitig. Besonders beeindruckend und sch\u00f6n zu beobachten war der st\u00e4ndige Austausch zwischen allen, sowohl w\u00e4hrend der Proben als auch dar\u00fcber hinaus. Ich betone oft und gerne, dass es mir in meiner T\u00e4tigkeit als Orchestererzieher an der mdw eigentlich nicht prim\u00e4r darum geht, Orchestermusiker_innen auszubilden. Viel wichtiger ist, und zwar f\u00fcr alle und jede sp\u00e4tere Berufsentscheidung, die menschlichen F\u00e4higkeiten und den sozialen Austausch f\u00fcr eine Gruppenarbeit in einer gesunden und lernwilligen Atmosph\u00e4re in diesem Kontext zu f\u00f6rdern; denn genau diese Eigenschaften werden sp\u00e4ter f\u00fcr jeden Beruf gebraucht, in der Kunst und auch au\u00dferhalb. Dazu ist es wichtig, in jedem Alter auch selbst erkennen zu k\u00f6nnen, welche Privilegien und Mittel wir in \u00d6sterreich f\u00fcr die K\u00fcnste und deren Weitergabe zur Verf\u00fcgung haben, um diese weiterhin zu sch\u00e4tzen und in der Zukunft zu sch\u00fctzen. Das Zeichen der Freude am gemeinsamen Musizieren bleibt das wichtigste, das wir hoffentlich alle aus dieser Woche mitnehmen konnten.\u201c<\/p>\n<p>Die Kooperation zwischen der mdw und der Fondation Hasdrubal kann als ein gelungenes Beispiel f\u00fcr die Festigung einer kulturellen, musikalischen und menschlichen Br\u00fccke zwischen \u00d6sterreich und Tunesien angesehen werden, die sich \u2013 trotz aller aktuellen gesellschaftlichen und (welt)politischen Herausforderungen \u2013 f\u00fcr ein starkes Miteinander und einen lebhaften Dialog zwischen den Kulturen und Menschen ausspricht. So sagt auch Laurent Jost: \u201eEs gibt nat\u00fcrlich Herausforderungen, aber wir meistern sie dank unserer gemeinsamen Vision und dem gemeinsamen Wunsch, eine Br\u00fccke zwischen den Kontinenten zu bauen. Die Zusammenarbeit zwischen der mdw und der Fondation Hasdrubal ist besonders wertvoll: Sie geht weit \u00fcber die musikalischen Ausbildung hinaus und f\u00f6rdert das Entstehen einer weltoffenen Sicht. Im gegenw\u00e4rtigen internationalen Kontext unterstreicht das die wesentliche Rolle, die die Kultur einnimmt, um Freir\u00e4ume zu schaffen die von Respekt und Hoffnung gepr\u00e4gt sind.\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die diplomatischen Beziehungen zwischen \u00d6sterreich und Tunesien reichen bereits 300 Jahre zur\u00fcck und mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages zwischen der mdw und der Fondation Hasdrubal im Jahr 2023 konnte hier ein starkes Zeichen gesetzt werden, diese Beziehungen erneut zu st\u00e4rken und diesen wichtigen (inter)kulturellen Dialog weiterzuf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"author":275,"featured_media":12310,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[1590,1159,1604,854],"class_list":["post-12211","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-special","tag-2025-3","tag-cooperation","tag-tunesien","tag-special"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/275"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12211"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12408,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12211\/revisions\/12408"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12310"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}