{"id":12163,"date":"2025-09-25T11:33:24","date_gmt":"2025-09-25T09:33:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=12163"},"modified":"2025-09-25T11:36:35","modified_gmt":"2025-09-25T09:36:35","slug":"50-jahre-ikm-institut-fuer-kulturmanagement-und-gender-studies-und","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/09\/25\/50-jahre-ikm-institut-fuer-kulturmanagement-und-gender-studies-und\/","title":{"rendered":"50 Jahre IKM \u2013 Institut f\u00fcr Kulturmanagement und Gender Studies und \u2026"},"content":{"rendered":"<h5>Vom 16. bis 18. Oktober 2025 feiert das Institut f\u00fcr Kulturmanagement und Gender Studies (IKM) sein 50-j\u00e4hriges Bestehen. Grund genug, die Korken knallen zu lassen, \u00fcber die Anf\u00e4nge dieses Instituts zu erz\u00e4hlen, Entwicklungen zu reflektieren und Zukunftsperspektiven zu entwerfen.<\/h5>\n<h5>Wie alles begann \u2026<\/h5>\n<p>Als 1975 das IKM als \u201eInstitut f\u00fcr kulturelles Management, k\u00fcnstlerische Betriebsf\u00fchrung und \u00d6ffentlichkeitsarbeit\u201c an der damaligen Hochschule f\u00fcr Musik und darstellende Kunst Wien ins Leben gerufen wurde, war es nicht nur das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum, sondern eines der ersten akademischen Institute f\u00fcr Kulturmanagement in Europa. Die Initiative ging ma\u00dfgeblich von Ernst Haeusserman und Marcel Prawy aus, die der Ansicht waren, dass eine Ausbildung f\u00fcr \u201ekulturelles Management\u201c notwendig sei. Ernst Haeussermans Engagement beruhte auf seinem \u201eUnbehagen dar\u00fcber, dass Menschen, die an Schalthebeln k\u00fcnstlerischer Institutionen sitzen, entweder reine K\u00fcnstler sind und von den notwendigen Managereigenschaften nichts oder wenig besitzen oder reine Manager sind, auswechselbar mit Managern industriell-kommerzieller Unternehmungen\u201c, wie er es selbst treffend formulierte.<\/p>\n<h5>Gr\u00fcndungsfiguren des IKM<\/h5>\n<p>Ernst Haeusserman (1916\u20131984) war, wie man heute sagen w\u00fcrde, ein Allrounder: Er war Schauspieler, Theaterdirektor, Professor an der Filmakademie Wien, Leitungsmitglied der <i>Salzburger Festspiele<\/i> und eben ein Vordenker des Kulturmanagements. Er war der Ansicht, dass die zunehmende \u00d6konomisierung der Kunstwelt ein neues Berufsbild erforderte und umgekehrt sahen Manager_innen in der Kunstwelt ein willkommenes Bet\u00e4tigungsfeld: jenes der Kulturmanagerin bzw. des Kulturmanagers. Haeusserman hatte einen Sinn f\u00fcr diesen vermeintlichen Bedarf und wusste, kulturpolitisches Denken mit organisatorischer und betriebswirtschaftlicher Kompetenz geschickt zu verbinden. Unter seiner Leitung wurde (und wird bis heute) das Institut als ein Ort gedacht, an dem Theorie und Praxis, Management und Kunst, Reflexion und Gestaltung in Verbindung gebracht werden sollten. Zeitzeug_innen berichten, dass Haeusserman seine Kulturmanagementagenden oft in einem seiner Stammcaf\u00e9s mithilfe seines roten Telefons erledigt haben soll. Das rote Telefon kann synonym f\u00fcr seine Vorstellung von Kulturmanagement interpretiert werden und ist 2025 aktueller denn je: Um Kunst und Kultur zu vermitteln, bedarf es kritischer, kommunikativer Personen \u2013 nicht nur Manager_innen, sondern Vermittler_innen zwischen Kunst, Institution(en) und \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>Marcel Prawy (1911\u20132003), Boomern und \u00e4lteren Generationen in \u00d6sterreich als Opernexperte, Chefdramaturg der Wiener Staatsoper und Kultfigur des ORF bis heute lebendig in Erinnerung, war ein leidenschaftlicher Kulturvermittler. Mit seinem unverwechselbaren Stil, seiner Vorliebe f\u00fcr Plastiksackerl, die er f\u00fcr sein ausgekl\u00fcgeltes Noten-Ordnungssystem hamsterte, und seiner F\u00e4higkeit, komplexe musikalische Ph\u00e4nomene zu erkl\u00e4ren, erreichte er unterschiedlichste Publikumsgruppen. Als Dramaturg und als Dozent an der damals noch Hochschule f\u00fcr Musik und darstellende Kunst war er ein brillanter Erz\u00e4hler und Opernkenner, der seine Erfahrungen und sein Wissen aus der Musikwelt und den Medien in die Lehre einbrachte und mit seinem Sinn f\u00fcr Humor Generationen von Studierenden inspirierte. Prawys Pr\u00e4senz und seine Expertise machten ihn zu einer Institution der Kulturvermittlung in Wien.<\/p>\n<p>Das von Haeusserman und Prawy gegr\u00fcndete Institut war von Anfang an ein Experimentierfeld, ein Ort des kritischen Denkens, in dem viel diskutiert (und geraucht) wurde. Vor allem durch den von den beiden initiierten Lehrgang f\u00fcr Kulturmanagement (1976) erlangte das Institut europaweit an Bedeutung.<\/p>\n<h5>IKM heute<\/h5>\n<p>Das IKM, heute das Institut f\u00fcr Kulturmanagement und Gender Studies, das seit 2024 von Dagmar Abfalter, Professorin f\u00fcr Kulturmanagement, geleitet wird und aktuell weitere Professuren in Gender Studies, Kulturbetriebslehre und Kulturwissenschaft umfasst, ist zu einem transdisziplin\u00e4ren Ort gewachsen. Mit dem postgradualen Lehrgang f\u00fcr Kulturmanagement, der Etablierung der Gender Studies an der mdw, der Implementierung des International Research Center \u2013 Gender and Performativity sowie der transversalen Forschungsschwerpunkte im Bereich der Kulturwissenschaften, Cultural Institutions Studies, Kulturbetriebslehre, Kulturpolitik und dem (auslaufenden) Universit\u00e4tslehrgang f\u00fcr angewandte Dramaturgie legt das IKM seinen Fokus auf Kunst, Kultur und Forschung in gesellschaftspolitischen und praxisrelevanten Diskursen. Besonders in den letzten Jahrzehnten hat es sich als ein Institut etabliert, das die Theorie der Kulturbetriebslehre und Kulturwissenschaften sowie die gesellschaftliche Dimension von Kunst und Kultur im globalisierten Kontext erforscht und kulturpolitische Fragen zu Ungleichheiten und Machtkritik in den Blick nimmt. Auch in Zukunft wird das IKM gesellschaftskritische Perspektiven auf die Kunst- und Kulturlandschaft werfen, neue Forschungsfelder er\u00f6ffnen und innovative Lehrformate weiterentwickeln.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12370\" aria-describedby=\"caption-attachment-12370\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-12370\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/mdw-ikm-14-07-21_CM88990-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/mdw-ikm-14-07-21_CM88990-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/mdw-ikm-14-07-21_CM88990-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/mdw-ikm-14-07-21_CM88990-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/mdw-ikm-14-07-21_CM88990-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/mdw-ikm-14-07-21_CM88990-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/mdw-ikm-14-07-21_CM88990-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12370\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 C. MAVRIC<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Team des IKM ist sich bewusst, dass die kommenden Jahre gro\u00dfe Herausforderungen mit sich bringen werden, vor allem im Hinblick auf digitale Transformation, soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeiten und die Rolle der Kunst in einer globalisierten und krisengebeutelten Welt. In diesem Sinne: Stellen wir uns den Antworten, liefern wir Fragen und feiern Sie mit uns!<\/p>\n<div class=\"bdaia-separator se-shadow\" style=\"margin-top:30px !important;margin-bottom:30px !important;\"><\/div>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/connect.mdw.ac.at\/de\/page\/reconnect25\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">reConnect mdw \u2013 Alumni Festival<\/a><br \/>\n<\/strong>Sa, 11. \u2013 So, 19.\u200910.<br \/>\nWorkshops, Diskussionen, Konzerte, Backstage-F\u00fchrungen u.\u2009v.\u2009m.<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/veranstaltung\/?v=53631&amp;g=11124\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">50 Jahre IKM \u2013 ein Fest!<\/a><br \/>\n<\/strong>Im Rahmen des Alumni Festivals wird anl\u00e4sslich des 50-Jahr-Jubil\u00e4ums des Instituts f\u00fcr Kulturmanagement und 20 Jahre Gender Studies von Do, 16. bis Sa, 18.\u200910., eine facettenreiche Veranstaltungsreihe am mdw-Campus geboten: Buchpr\u00e4sentationen, Film-Screenings und Party-Programm beleuchten die Entwicklung der Fachbereiche Kulturmanagement und Gender Studies an der mdw, Wegbegleiter_innen innen werden gew\u00fcrdigt und es wird gemeinsam gefeiert.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 16. bis 18. 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