{"id":1201,"date":"2017-09-29T14:09:11","date_gmt":"2017-09-29T12:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1201"},"modified":"2017-09-29T14:09:11","modified_gmt":"2017-09-29T12:09:11","slug":"musikpsychologie-und-physiologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/09\/29\/musikpsychologie-und-physiologie\/","title":{"rendered":"Musikpsychologie und -physiologie"},"content":{"rendered":"<strong>Die Wirkung von Musik auf K\u00f6rper und Emotionen<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1202\" aria-describedby=\"caption-attachment-1202\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1202\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Musikphysiologie_Gruppe.jpg\" alt=\"Musikphysiologie\" width=\"1000\" height=\"722\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Musikphysiologie_Gruppe.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Musikphysiologie_Gruppe-300x217.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Musikphysiologie_Gruppe-768x554.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Musikphysiologie_Gruppe-104x74.jpg 104w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Musikphysiologie_Gruppe-850x614.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1202\" class=\"wp-caption-text\">Musikphysiologie \u00a9Heidi Milek \/ Rita Kautschitz<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was l\u00f6st es in uns aus, wenn wir B\u00e4sse h\u00f6ren oder genauer gesagt wenn wir sie sp\u00fcren? Die Wirkung von Macht, St\u00e4rke, Ehrfurcht, aber auch Sicherheit und Vertrauen \u2013 all das kann durch B\u00e4sse und tiefe T\u00f6ne vermittelt werden. Beim Spielen des Instruments nimmt jeder Musiker und jede Musikerin tiefe T\u00f6ne nicht nur \u00fcber das Geh\u00f6r, sondern auch \u00fcber taktile Reize, also \u00fcber den Tastsinn wahr, da unser K\u00f6rper mit Sinneszellen ausgestattet ist, mit denen wir tiefe Sequenzen durch die erzeugten Schwingungen besonders gut wahrnehmen k\u00f6nnen. Lippen, Fingerkuppen, H\u00e4nde und Fu\u00dfsohlen sind mit Sensoren versehen, daher sp\u00fcren wir an diesen K\u00f6rperpartien tiefe Sequenzen am besten. Gerne spielen manche MusikerInnen mit H\u00f6rminderung aus diesem Grund barfu\u00df.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1203\" aria-describedby=\"caption-attachment-1203\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1203\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Riebl-Musiker-Sprechstunde.jpg\" alt=\"Musiker Sprechstunde\" width=\"1000\" height=\"701\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Riebl-Musiker-Sprechstunde.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Riebl-Musiker-Sprechstunde-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Riebl-Musiker-Sprechstunde-768x538.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Riebl-Musiker-Sprechstunde-104x74.jpg 104w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Riebl-Musiker-Sprechstunde-850x596.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1203\" class=\"wp-caption-text\">MusikerInnen-Sprechstunde \u00a9Stanjawski<\/figcaption><\/figure>\n<p>Physikalisch betrachtet werden tiefe Frequenzen, d. h. lange Schallwellen, durch lange, dickere Saiten oder lange R\u00f6hren erzeugt, wodurch sich die Schallwellen am weitesten ausbreiten k\u00f6nnen. Kontrabass, Orgelpfeifen oder gro\u00dfe Lautsprecher nehmen wir daher schon von weiter Entfernung sehr gut wahr. Je tiefer das Instrument klingt, desto gr\u00f6\u00dfer ist es auch.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1204\" aria-describedby=\"caption-attachment-1204\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1204\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MEL_research_violin_Schmid.jpg\" alt=\"Research Violin\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MEL_research_violin_Schmid.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MEL_research_violin_Schmid-225x300.jpg 225w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1204\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Matthias Bertsch<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aus Sicht der Musikpsychologie erzeugen tiefe T\u00f6ne und Stimmen ein Gef\u00fchl von Sicherheit und St\u00e4rke,\u00a0sofern sie im ruhigen Rhythmus vorgetragen werden. Lautst\u00e4rke und Rhythmus k\u00f6nnen dar\u00fcber entscheiden, ob tiefe T\u00f6ne als bedrohend und furchteinfl\u00f6\u00dfend oder beruhigend empfunden werden. Vor allem die Filmmusik bedient sich dieser M\u00f6glichkeiten, um ein Spektrum an Emotionen \u2013 von Harmonie bis Angst \u2013 darzustellen. In der Oper wirkt die Macht des Herrschers oder der Herrscherin am besten durch tiefe T\u00f6ne und Stimmen auf die ZuseherInnen. Auch im nicht-musikalischen Bereich entfalten tiefe T\u00f6ne ihre Wirkung: Eine Rede eines Politikers oder einer Politikerin, die mit langsamer, tiefer Stimme vorgetragen wird, wird wohl eher das Gef\u00fchl von Vertrauen hervorrufen, als wenn sie mit hoher Stimme und im schnellen Sprechtempo gehalten wird. Auch Ungeborene im Mutterleib h\u00f6ren tiefe Sequenzen gut, wohingegen h\u00f6here nicht durchdringen. Mit dem Dr\u00f6hnen von B\u00e4ssen und mit den damit verbundenen Vibrationen ist auch ein intensiveres k\u00f6rperliches Erlebnis verbunden, wie der Besuch eines Musikfestivals oder eines Klubs beweist. Selbst geh\u00f6rlose Menschen k\u00f6nnen \u00fcber Schwingungen und Vibrationen tiefe T\u00f6ne genauso gut wahrnehmen wie h\u00f6rende Menschen.<\/p>\n<p>Mit der Wahrnehmung des eigenen K\u00f6rpers beim Spielen des Instruments besch\u00e4ftigt sich auch Matthias Bertsch von der Abteilung f\u00fcr Musikphysiologie am Institut f\u00fcr Musik- und Bewegungsp\u00e4dagogik\/Rhythmik sowie Musikphysiologie der mdw. Die MusikerInnengesundheit steht im Zentrum der T\u00e4tigkeit der Abteilung, vor dem Hintergrund, dass viele Musikstudierende und BerufsmusikerInnen im Laufe ihrer Karriere mit ernsten gesundheitlichen Problemen aufgrund des t\u00e4glichen Spielens k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Verspannungen von besonders geforderten Muskelpartien im Hals-, Nacken- und Schulterbereich oder bei einigen Instrumenten in den Armen sowie Beeintr\u00e4chtigung der Lippen geh\u00f6ren f\u00fcr viele MusikerInnen zum Alltag. \u00d6ffentlich gesprochen wird dar\u00fcber jedoch selten, vor allem wenn es neben k\u00f6rperlichen auch um psychische Belastungen und Auftritts\u00e4ngste geht. Um Beschwerden und Belastungen aber vorzubeugen, werden in der Abteilung f\u00fcr Musikphysiologie Lehrveranstaltungen angeboten, um angehende BerufsmusikerInnen in ihrer K\u00f6rperwahrnehmung zu schulen. Dabei wird der Musikstudierende w\u00e4hrend des Spielens am Instrument betrachtet, um m\u00f6gliche belastende Sitzstellungen und Haltungen zu korrigieren. \u201eWichtig ist, die Selbstwahrnehmung zu trainieren und zu erkennen, dass man den eigenen K\u00f6rper beeinflussen kann\u201c, sagt Matthias Bertsch, der sich in seiner wissenschaftlichen T\u00e4tigkeit an der mdw und als Pr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Musik und Medizin intensiv mit der MusikerInnengesundheit auseinandersetzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1205\" aria-describedby=\"caption-attachment-1205\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1205\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MEL_research_trumpet_Paolo_Mora.jpg\" alt=\"Research Trumpet\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MEL_research_trumpet_Paolo_Mora.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MEL_research_trumpet_Paolo_Mora-218x300.jpg 218w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1205\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9Matthias Bertsch<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mithilfe von Messger\u00e4ten, die beispielsweise Puls, Atemmuster oder Muskelanspannung messen, wird dem Musiker oder\u00a0der Musikerin vor Augen gef\u00fchrt, was im K\u00f6rper w\u00e4hrend des Spielens passiert. Dadurch wird verdeutlicht, dass etwa durch eine andere Haltung weniger Anspannung n\u00f6tig ist. Vor allem Anf\u00e4ngerInnen spannen Muskeln an, die f\u00fcr das Spielen nicht unbedingt n\u00f6tig sind, aber dadurch \u00fcberm\u00e4\u00dfig beansprucht werden. Dies ist etwa durch W\u00e4rmebildkameras feststellbar. Ein neues Messger\u00e4t, das Matthias Bertsch derzeit zusammen mit der ETH Z\u00fcrich entwickelt, misst den Anpressdruck beim Spielen der Trompete. Wird das Mundst\u00fcck zu fest auf die Lippen gedr\u00fcckt, wozu besonders Anf\u00e4ngerInnen oder auch Blechbl\u00e4serInnen mit Muskelerm\u00fcdungen neigen, wird die Blutzufuhr zu den Lippen erschwert. Das Messger\u00e4t soll Aufschluss \u00fcber den n\u00f6tigen Anpressdruck liefern, ohne die Lippen zu stark zu belasten.<\/p>\n<p>Das \u201erichtige\u201c Spielen von Instrumenten im Sinne des Erhalts der MusikerInnengesundheit muss laut Matthias Bertsch bereits an den Musikschulen zum Thema gemacht werden. Aus diesem Grund wurde auch der Lehrgang f\u00fcr Musikphysiologie an der mdw ins Leben gerufen, der sich unter anderem an Lehrende musikalischer Ausbildungsst\u00e4tten richtet, um so das Bewusstsein f\u00fcr die MusikerInnengesundheit bereits bei jungen MusikerInnen zu st\u00e4rken. \u201eIn der Musikphysiologie wird vieles mit der Sportmedizin verglichen. Auch von MusikerInnen werden Spitzenleistungen erwartet \u2013 und das jeden Abend\u201c, weist Matthias Bertsch auf die Wichtigkeit der Musikpyhsiologie und Musikmedizin hin.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wirkung von Musik auf K\u00f6rper und Emotionen Was l\u00f6st es in uns aus, wenn wir B\u00e4sse h\u00f6ren oder genauer gesagt wenn wir sie sp\u00fcren? Die Wirkung von Macht, St\u00e4rke, Ehrfurcht, aber auch Sicherheit und Vertrauen \u2013 all das kann durch B\u00e4sse und tiefe T\u00f6ne vermittelt werden. 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