{"id":11977,"date":"2025-04-28T09:33:31","date_gmt":"2025-04-28T07:33:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=11977"},"modified":"2025-04-28T09:33:31","modified_gmt":"2025-04-28T07:33:31","slug":"alumna-im-fokus-verena-giesinger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/04\/28\/alumna-im-fokus-verena-giesinger\/","title":{"rendered":"Alumna im Fokus\ufeff: Verena Giesinger"},"content":{"rendered":"<h5>2014 \u00fcbernimmt die ausgebildete Musiktherapeutin die musikalische Leitung des von ihr gegr\u00fcndeten Wiener Schmusechors und entscheidet sich damit f\u00fcr einen neuen Karriereweg abseits ihrer eigentlichen Ausbildung. Heute hat die mdw-Absolventin ihre Erf\u00fcllung im Dirigieren gefunden und setzt mit ihrem Ausnahme-Chor ein Zeichen f\u00fcr mehr Diversit\u00e4t in der Musikszene.<\/h5>\n<figure id=\"attachment_11983\" aria-describedby=\"caption-attachment-11983\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11983 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-rkh-413-hannafasching.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11983\" class=\"wp-caption-text\">Verena Giesinger leitet seit 2014 den von ihr gegr\u00fcndeten Wiener Schmusechor und ist seit 2019 Dirigentin und k\u00fcnstlerische Leiterin des femchors. Als S\u00e4ngerin und Performerin steht sie zudem selbst in verschiedenen Ensembles und Formationen auf der B\u00fchne. \u00a9 Hanna Fasching<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eIch bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen, Musik hat in meinem Leben also schon immer eine gro\u00dfe Rolle gespielt.\u201c Mit sechs Jahren lernt Verena Giesinger Geige, vier Jahre sp\u00e4ter Klavier. Sie besucht die Musikhauptschule in G\u00f6tzis und sp\u00e4ter das Bundesoberstufenrealgymnasium mit musikalischem Schwerpunkt. \u201eIch habe in Orchestern gespielt, in Trios und Quartetten. Musik war f\u00fcr mich immer wichtig und ich wollte daf\u00fcr viel Zeit investieren\u201c, erinnert sich die geb\u00fcrtige Vorarlbergerin. Die Tatsache, dass das musikalische Ausbildungsangebot zum damaligen Zeitpunkt in ihrer Heimat ausschlie\u00dflich klassische Musik umfasste, machte ihr schwer zu schaffen. \u201eWir haben in der Schule nur Mozart und Haydn analysiert, das war mir zu wenig. Mich hat Musik immer mehr angesprochen, die ich auch emotional nachvollziehen kann, wie es bei Pop der Fall ist. Diese Musik hat mich im Alltag begleitet, anders als Musik, die vor 200 Jahren ausschlie\u00dflich von M\u00e4nnern komponiert wurde.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe meine berufliche Erf\u00fcllung im Dirigieren gefunden und entdeckt, wer ich auf der B\u00fchne sein will.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Drang sich mit etwas auseinanderzusetzen, mit dem sie sich auch pers\u00f6nlich identifizieren kann, f\u00fchrt die junge Musikerin zur Musiktherapie. \u201eDas Studium war f\u00fcr mich ein wundersch\u00f6ner Weg, einen anderen Zugang zum Musizieren zu finden. Au\u00dferdem habe ich zu der Zeit geglaubt, dass ein sozialer Beruf die richtige Wahl f\u00fcr mich ist \u2013 wobei ich heute sagen kann, dass das vermutlich eher genderstereotype Hintergr\u00fcnde hatte.\u201c W\u00e4hrend des Studiums kommt die angehende Musiktherapeutin mit Studienkolleg_innen und Lehrenden in Kontakt \u2013 diese Begegnungen beeinflussen sie bis heute. Ihre Einzeltherapeutin Kristine Dudzus etwa beschreibt sie als Role Model f\u00fcr den Berufsstand der Musiktherapeut_innen sowie als starke, selbstbewusste Frauenfigur. \u201eSie hat mich dabei unterst\u00fctzt, meine Berufswahl kritisch zu hinterfragen und aufgezeigt, was es bedeutet Frau zu sein. Ich denke heute noch oft an Aussagen, die sie mir w\u00e4hrend des Studiums mit auf den Weg gegeben hat.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe nach Musiktherapie noch Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule f\u00fcr Musik und Theater Hamburg studiert \u2013 beides sind Puzzlesteine, die zu meinem jetzigen Beruf gef\u00fchrt haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach Abschluss ihres Studiums tritt Verena Giesinger eine Stelle als Musiktherapeutin in der Erwachsenen-Psychiatrie des Donauspitals an. Bald merkt sie jedoch, dass sie Musik nicht nur als therapeutisches Instrument einsetzen m\u00f6chte. \u201eIch habe wieder Lust bekommen, nicht nur f\u00fcr andere zu musizieren, sondern auch f\u00fcr mich selbst. Darum habe ich parallel zu meiner therapeutischen T\u00e4tigkeit einen eigenen Chor gegr\u00fcndet.\u201c Durch ihre klassische Instrumentalausbildung und den damit verbundenem Wettbewerbsgedanken, f\u00fchlt sich die junge Musikerin in ihrer Jugend oft einem hohen Druck ausgesetzt. Das mehrstimmige Singen im Chor erm\u00f6glicht ihr fortan ein freieres Musizieren, ohne einer steten Erwartungshaltung an sich selbst. Was als Hobby in den eigenen vier W\u00e4nden beginnt, entwickelt sich rasch zu einem professionellen Chor, der nach einem Dirigat verlangt. 2014 \u00fcbernimmt Verena Giesinger die musikalischen Leitung des Wiener Schmusechors und entdeckt damit ihre eigentliche Passion. \u201eIch habe das Gef\u00fchl, dass ich einen eigenen Weg gebraucht habe, um Musik neu f\u00fcr mich zu entdecken, einen, der von der klassischen Ausbildung weggeht.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_11979\" aria-describedby=\"caption-attachment-11979\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-11979\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg-768x1151.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg-1025x1536.jpg 1025w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg-1366x2048.jpg 1366w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg-850x1274.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/schmusechor-3-c-christine-pichler.jpg.jpg 1423w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11979\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Christine Pichler<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heute ist der erfolgreiche Popchor mit seinen rund f\u00fcnfzig Mitgliedern nicht mehr aus der \u00f6sterreichischen Musikszene wegzudenken. Neben seiner au\u00dfergew\u00f6hnlichen Musikauswahl, den extravaganten Kost\u00fcmen und seinen spannenden Kooperationen in den Bereichen Theater, bildende Kunst, Tanz oder Film nimmt der Schmusechor zudem eine klare Haltung gegen Sexismus und Rassismus ein. \u201eWir haben gleich zu Beginn gemeinsam beschlossen, dass wir die gro\u00dfe B\u00fchne, sofern wir die Chance bekommen, nutzen m\u00f6chten, um Menschen mit f\u00fcr uns wichtigen politischen Anliegen zu erreichen und dahinter auch eine gewisse Verantwortung sehen. Dieses Commitment hat sich bis heute gehalten.\u201c Dass die Botschaften das Publikum erreichen, zeigt sich in teils ber\u00fchrendem und Mut gebendem Feedback. \u201eWir bekommen den Input, dass sich Leute nach unseren Konzerten neue Gedanken mitgenommen oder sich verstanden gef\u00fchlt haben. Aber es gibt nat\u00fcrlich auch Kritik \u2013 Menschen, die nicht mit unserer politischen Haltung \u00fcbereinstimmen.\u201c<\/p>\n<blockquote><p>Eine Ausbildungsinstitution kann Wege aufzeigen, es bedeutet aber nicht, dass man sie auch gehen muss.<\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Schmusechor | All For Us (Labrinth, Zendaya) Live at Neujahrskonzert in WUK performing arts\" width=\"850\" height=\"478\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/FA9IeSgoxpU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Trotz ihrer beruflichen Neuorientierung ist sie froh, dass sie sich f\u00fcr das Studium der Musiktherapie entschieden hat, bedient sie sich doch nach wie vor der dort erlernten Werkzeuge. \u201eDie Ausbildung hat meinen Horizont erweitert, wie man Musik erleben und ausdr\u00fccken kann. Erst da habe ich verstanden, dass Musik machen nicht nur Noten reproduzieren hei\u00dft, sondern dass man einen viel freieren Zugang zu seiner Stimme oder seinem Instrument haben darf. Es gibt kein Richtig oder Falsch, sondern man entscheidet selbst, was die eigene Musik sein kann.\u201c Den heutigen Studierenden w\u00fcnscht sie, dass es m\u00f6glich ist, mehr miteinander und weniger gegeneinander zu arbeiten. Das Konkurrenz-Thema in der Musik hat die engagierte K\u00fcnstlerin stets als kontraproduktiv oder sogar be\u00e4ngstigend empfunden. \u201eIch glaube, dass wir mehr voneinander lernen k\u00f6nnen, wenn wir versuchen, das Konkurrenzdenken anzusprechen und uns in einem weiteren Schritt davon zu l\u00f6sen.\u201c","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2014 \u00fcbernimmt die ausgebildete Musiktherapeutin die musikalische Leitung des von ihr gegr\u00fcndeten Wiener Schmusechors und entscheidet sich damit f\u00fcr einen neuen Karriereweg abseits ihrer eigentlichen Ausbildung. 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