{"id":11952,"date":"2025-04-28T11:42:48","date_gmt":"2025-04-28T09:42:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=11952"},"modified":"2025-04-28T11:42:48","modified_gmt":"2025-04-28T09:42:48","slug":"trans-bodied-knowledge-goes-to-japan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/04\/28\/trans-bodied-knowledge-goes-to-japan\/","title":{"rendered":"\u2018Trans-Bodied Knowledge\u2019 Goes to Japan"},"content":{"rendered":"<h1>Mit diesem innovativen Bildungsprogramm sind die mdw und die Technische Universit\u00e4t Wien bei der Expo 2025 in Osaka im \u00d6sterreich-Pavillon vertreten.<\/h1>\n<p><a href=\"https:\/\/tbk-research.webflow.io\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eTrans-Bodied Knowledge\u201c<\/a> ist ein k\u00fcnstlerisches Forschungsprojekt\u00a0unter der Leitung von Efilena Baseta, gef\u00f6rdert vom PEEK-Programm des \u00d6sterreichischen Wissenschaftsfonds f\u00fcr kunstbasierte Forschung (F\u00f6rderungsnummer AR 802-G). Im Rahmen dieses Projekts versuchen die technisch orientierte TU Wien, und die k\u00fcnstlerisch ausgerichtete mdw durch das Verwischen der Grenzen zwischen Wissenschaft und Kunst einzigartige Erkenntnisse zu gewinnen.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr haben Lehrende beider Institutionen transdisziplin\u00e4r zusammengearbeitet, um eine einzigartige Lehrveranstaltung f\u00fcr Architekturstudent_innen unter dem Motto <i>From Space to Wearables<\/i> zu entwickeln. Architektur ist ein \u00e4u\u00dferst kreatives Studienfach, das sich in den letzten zwei Jahrzehnten durch den zunehmenden Einsatz digitaler Designsoftware radikal ver\u00e4ndert hat. Fr\u00fch im Studium erlernen die Studierenden den Umgang mit unterschiedlichster Software, um mittels eines immeratieriellen und ma\u00dfstablosen digitalen Abbilds Entw\u00fcrfe anzufertigen, w\u00e4hrend ihr Raum- und Materialempfinden zunehmend weniger geschult wird. Dadurch wird der menschliche K\u00f6rper aus dem kreativen Prozess \u201eausgeschlossen\u201c.<\/p>\n<p>Der Fokus der gemeinsamen Lehrveranstaltung lag daher auf dem Design so genannter <i>Wearables<\/i> (Objekte, die direkt am K\u00f6rper getragen werden k\u00f6nnen), da diese eine haptisch sensorische Verbindung mit unserem K\u00f6rper eingehen. Das Design solcher Objekte ist eng mit all unseren Sinnen verbunden. Der Kurs hob insbesondere die Bedeutung des H\u00f6r- sowie des Tastsinns f\u00fcr die Raumwahrnehmung und das Design hervor. Die Lehrveranstaltung war in mehrere aufeinander aufbauenden Abschnitte gegliedert, wodurch mithilfe unterschiedlicher Medien der Raum in <i>Wearables<\/i> umgewandelt wurde.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11955\" aria-describedby=\"caption-attachment-11955\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-11955\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/@sebastian-baumfried-@efilena-baseta-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/@sebastian-baumfried-@efilena-baseta-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/@sebastian-baumfried-@efilena-baseta-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/@sebastian-baumfried-@efilena-baseta-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/@sebastian-baumfried-@efilena-baseta-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/@sebastian-baumfried-@efilena-baseta-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/@sebastian-baumfried-@efilena-baseta-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11955\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Sebastian Baumfried, Efilena Baseta<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der erste Abschnitt fokussierte sich darauf, ein Bild in Klang umzusetzen. Da Architekturstudent_innen keine Partituren lesen k\u00f6nnen, aber durchaus mit Grafiken vertraut sind, wurden sie gebeten unter der Leitung von Christos Marantos (Lehrbeauftragter am Institut f\u00fcr Kompositionsstudien, Ton- und Musikproduktion der mdw) und ausgehend von grafischen Notationen von Anestis Logothetis Klavierimprovisationen mit einer L\u00e4nge von bis zu zwei Minuten zu spielen. Die Analyse dieser grafischen Partituren er\u00f6ffnete neue Perspektiven und Assoziationen, die die Kreativit\u00e4t der Studierenden befeuerte. Sie machten sich mit dem Instrument vertraut, indem sie alle Teile des Klaviers (z.\u2009B. die Saiten, die Tasten und den Korpus) nutzten. Dadurch erkundeten sie die verschiedenen Kl\u00e4nge, die durch die unterschiedlichen Materialien erzeugt werden. Anschlie\u00dfend \u00fcbersetzten sie die Elemente der grafischen Partituren in Klang. Das breite Materialspektrum im Spiel regte die haptische Wahrnehmung an und vermittelte den Studierenden das Gef\u00fchl, selbst das Instrument zu sein, anstatt nur darauf zu spielen.<\/p>\n<p>In einem zweiten Schritt f\u00fchrte Georg Misch (Professor f\u00fcr Filmton am Institut f\u00fcr Kompositionsstudien, Ton- und Musikproduktion der mdw) die Studierenden in die Worldizing-Technik ein. Die Klavierimprovisationen der Studierenden wurden zun\u00e4chst in einem Raum ohne die raumeigene Akustik aufgenommen, wodurch die Architekturstudent_innen den Ablauf einer Aufnahmesession mit ihren eigenen Improvisationen erleben konnten. Anschlie\u00dfend wurden diese Aufnahmen \u00fcber Lautsprecher in unterschiedlichen R\u00e4umen am mdw-Campus (z.\u2009B. Innenhof, Foyer des Klangtheaters) abgespielt, wobei sie neu aufgenommen und mit der physikalischen Akustik dieser R\u00e4ume angereichert wurden. Dadurch konnten die Studierenden die Bedeutung von Akustik in der architektonischen Gestaltung viel leichter nachvollziehen.<\/p>\n<p>In einem weiteren Schritt entwickelten die Studierenden basierend auf den sensorischen Inputs aus ihren mit der Raumakustik angereicherten Aufzeichnungen Designideen, die anschlie\u00dfend in Zeichnungen umgewandelt und mittels analoger und digitaler Herstellungstechniken in den R\u00e4umlichkeiten der Abteilung f\u00fcr dreidimensionales Gestalten und Modellbau der TU Wien mit Unterst\u00fctzung der dortigen Mitarbeiter_innen hergestellt wurden. Die so entstandenen Wearables sind \u201eInstrumente\u201c, die, einmal am K\u00f6rper befestigt, die Kin\u00e4sthesie und den Tastsinn ihrer Benutzer_innen und damit auch deren r\u00e4umliche Wahrnehmung ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Die Tatsache, dass diese Wearables durch die Aktivierung aller Sinne inspiriert und gestaltet wurden, zeigt sich in ihrer starken haptischen Wirkung auf ihre Nutzer_innen. Die zahlreichen Besucher_innen der Mitmachausstellung im Rahmen des <i>KlangBildKlang-Festivals<\/i> der mdw im Juni 2024 konnten sowohl die Wearables als auch die Aufnahmen der Klavierimprovisationen hautnah erleben.<\/p>\n<p>Der vielschichtige experimentelle Lernprozess, der in dieser Lehrveranstaltung entwickelt und umgesetzt wurde, wurde von der Wirtschaftskammer \u00d6sterreich als innovatives Bildungsprogramm ausgew\u00e4hlt. Als solches wird es Gegenstand eines Videos sein, das den begleitenden Lehrprozess veranschaulicht. Dieses Video wird von April bis Oktober 2025 im Innovation Lab im \u00f6sterreichischen Pavillon auf der Weltausstellung in Osaka gezeigt, wo Millionen Besucher_innen erwartet werden.<\/p>\n<p>Das Team des k\u00fcnstlerischen Forschungsprojekts <i>Trans-Bodied Knowledge<\/i> wird dank der Unterst\u00fctzung der TU Wien und des International Office der mdw selbst nach Japan reisen, um die Expo zu besuchen. Anschlie\u00dfend wird das Projekt an weiteren akademischen Einrichtungen, wie der Universit\u00e4t Tokio, dem Kyoto Institute of Tehnology und dem Hiroshima Institute of Technology, pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Der oben beschriebene Kurs wird im laufenden Studiensemester fortgesetzt, wobei eine neue Gruppe von Architekturstudierenden der TU Wien die haptischen Wearables der ersten Gruppe testen und nutzen darf und in weiterer Folge in multisensorische Performances verwandeln wird. Die Ergebnisse werden am Freitag, dem 27. Juni im Klangtheater des Future Art Lab der mdw pr\u00e4sentiert. Die genaue Uhrzeit wird noch im mdw-Veranstaltungskalender bekannt gegeben.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eTrans-Bodied Knowledge\u201c ist ein k\u00fcnstlerisches Forschungsprojekt unter der Leitung von Efilena Baseta, gef\u00f6rdert vom PEEK-Programm des \u00d6sterreichischen Wissenschaftsfonds f\u00fcr kunstbasierte Forschung. 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