{"id":11896,"date":"2025-04-28T16:29:17","date_gmt":"2025-04-28T14:29:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=11896"},"modified":"2025-04-28T16:31:01","modified_gmt":"2025-04-28T14:31:01","slug":"wissenschaft-geht-in-die-schule","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/04\/28\/wissenschaft-geht-in-die-schule\/","title":{"rendered":"Wissenschaft geht in die Schule"},"content":{"rendered":"<h1>Forschende der mdw als Wissenschaftsbotschafter_innen<\/h1>\n<p>Wie erfahren Kinder und Jugendliche, was an Universit\u00e4ten erforscht wird? Wo zeigen sich die Erkenntnisse von Wissenschaftler_innen und Forschenden unmittelbar in unserem Alltag? Die Formate der Wissenschaftskommunikation richten sich an Menschen au\u00dferhalb der akademischen Fachbereiche, um sie auf m\u00f6glichst zug\u00e4ngliche Weise mit Themen aus Wissenschaft und Forschung in Kontakt zu bringen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11899\" aria-describedby=\"caption-attachment-11899\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-11899\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hlw-pkfd-3-copyright-privat-rgb-1-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hlw-pkfd-3-copyright-privat-rgb-1-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hlw-pkfd-3-copyright-privat-rgb-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hlw-pkfd-3-copyright-privat-rgb-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hlw-pkfd-3-copyright-privat-rgb-1-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hlw-pkfd-3-copyright-privat-rgb-1-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/hlw-pkfd-3-copyright-privat-rgb-1-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11899\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 privat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hannah Riedl, Musiktherapeutin, Senior Scientist und Lehrende am Institut f\u00fcr Musiktherapie, Malte Kob, Professor f\u00fcr Stimmforschung am Antonio Salieri Institut f\u00fcr Gesang und Stimmforschung in der Musikp\u00e4dagogik und Anna Wukovits-Zethner, zust\u00e4ndig f\u00fcr Wissenschaftskommunikation in der Forschungsf\u00f6rderung der mdw, sprechen \u00fcber Chancen und Herausforderungen in der Wissenschaftskommunikation.<\/p>\n<p>Frau Riedl und Herr Kob, Sie engagieren sich als Wissenschaftsbotschafter_innen. Im Rahmen des Programms des OeAD stellen Sie in Schulworkshops ihre Forschungsfelder und Berufe vor. Wie gehen Sie vor und was erleben Sie dabei?<\/p>\n<p><b>Hannah Riedl (HR):<\/b> Ich frage die Sch\u00fcler_innen meist am Anfang, was ihnen zu Musiktherapie einf\u00e4llt. Einmal fragte ein Sch\u00fcler, ob Musiktherapie f\u00fcr blinde Menschen sei. Von den Antworten ausgehend erschlie\u00dfe ich mit den Sch\u00fcler_innen, in welchen Feldern Musiktherapie angewandt wird und wie das abl\u00e4uft. \u00c4ltere Sch\u00fcler_innen k\u00f6nnen oft leichter durch eigene Erfahrungen oder die ihres Umfelds zu Therapieformen etwas assoziieren und beitragen. Auch Fragen zum Beruf Musiktherapeut_in, wie Stellen und Gehalt, werden in h\u00f6heren Schulstufen thematisiert.<\/p>\n<p><b>Malte Kob (MK): <\/b>Ich biete einen Workshop zur Raumakustik und einen zur Physik der Singstimme an. Beim Thema Raumakustik frage ich zuerst: \u201eWas f\u00e4llt euch an diesem Klassenraum auf, wenn ihr klatscht und ruft, und wie ist es im Vergleich dazu in einem hallenden Raum, z.\u2009B. einem Flur?\u201c So erfahren die Sch\u00fcler_innen, welche R\u00fcckwirkung verschiedene R\u00e4ume geben. An ihren Eindr\u00fccken ankn\u00fcpfend er\u00f6rtern wir im Dialog Grundlagen der Raumakustik. Beim Workshop zur Singstimme demonstriere ich Beispiele anhand meiner eigenen Singstimme. Dadurch wirke ich als Wissenschaftler nahbar.<\/p>\n<p>Warum ist ein Programm wie die Wissenschaftsbotschafter_innen wichtig und was k\u00f6nnen die Forschenden dabei lernen?<\/p>\n<p><b>Anna Wukovits-Zethner (AWZ):<\/b> Durch die an die Altersstufen angepassten Workshops werden auch Kinder und Jugendliche erreicht, die nicht aus wissenschaftsinteressierten Familien stammen. Interesse und Bewusstsein f\u00fcr Wissenschaft und Forschung werden geweckt, indem z.\u2009B. vermittelt wird, wo ein Forschungsfeld im Leben der Sch\u00fcler_innen pr\u00e4sent ist. F\u00fcr sie wirkt es ermutigend, wenn ihnen zugetraut wird, sich mit Themen zu befassen, die an Universit\u00e4ten erforscht werden. Zudem k\u00f6nnen sich Forschende als Menschen mit St\u00e4rken und Schw\u00e4chen pr\u00e4sentieren und ein realistischeres Bild von Forschung bieten. Zentrale Ans\u00e4tze in der Wissenschaftskommunikation sind das Kommunizieren auf Augenh\u00f6he und die Anerkennung von unterschiedlichen Wissensformen.<\/p>\n<p><b>HR:<\/b> Ist man in einem wissenschaftlichen Feld t\u00e4tig, lernt man vor allem, sich in der Fachsprache mit den Kolleg_innen der wissenschaftlichen Community auszutauschen. Durch Formate der Wissenschaftskommunikation haben Forschende ein geniales Lern- und \u00dcbungsfeld, wie sie ihre Arbeit in einfacher Sprache und in Bezug auf die jeweiligen Lebensrealit\u00e4ten erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Ich halte das f\u00fcr essenziell, auch hinsichtlich der eigenen Lehrt\u00e4tigkeit an der Universit\u00e4t.<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Von Kindern und Jugendlichen bekomme ich unmittelbare Reaktionen auf Fragen. Die Sch\u00fcler_innen mit sehr unterschiedlichen Hintergr\u00fcnden bringen alle m\u00f6glichen Ideen und wiederum Fragen in den Dialog ein, auf die ich als Forschender reagieren muss. Das ist ein unglaublich gutes Training, weil es Improvisation erfordert und so anders ist als der Ablauf einer Lehreinheit an der Universit\u00e4t. F\u00fcr die Kinder kann dieser Diskurs das Interesse an sp\u00e4terer wissenschaftlicher Arbeit wecken.<\/p>\n<p>Wie sieht es mit der an Erwachsene gerichtete Wissenschaftskommunikation aus und wie beurteilen Sie die oft thematisierte Wissenschaftsskepsis?<\/p>\n<p><b>AWZ:<\/b> Wenn jemand nicht anerkennt, dass Forschende Wissen schaffen und dass es fundierte Methoden gibt, die dazu f\u00fchren, wird man diese Person kaum umstimmen k\u00f6nnen. Daher ist es wichtig, m\u00f6glichst fr\u00fch in der Schule anzusetzen. Kinder und Jugendliche sind potenzielle Multiplikator_innen und k\u00f6nnen m\u00f6glicherweise in ihren Familien etwas bewirken. Die Lange Nacht der Forschung<span id='easy-footnote-1-11896' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/04\/28\/wissenschaft-geht-in-die-schule\/#easy-footnote-bottom-1-11896' title='Findet alle zwei Jahre statt, n\u00e4chstes Mal am 24. April 2026.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span> oder das Wiener Forschungsfest, bei dem 2025 erstmals die Musiktherapie vertreten war, richten sich an Menschen jeden Alters und die mdw hat den Vorteil auch k\u00fcnstlerische Beitr\u00e4ge pr\u00e4sentieren zu k\u00f6nnen. Das hat gro\u00dfes Potenzial, ein breites Publikum auf emotionaler Ebene anzusprechen, und es entspricht der Zielsetzung als Universit\u00e4t im Rahmen ihrer \u201eThird Mission\u201c, Zielgruppen au\u00dferhalb der eigenen Communitys einzubeziehen und den Zugang zu Kunst, Kultur und Wissenschaft zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><b>MK:<\/b> Die Lange Nacht der Forschung ist eine tolle M\u00f6glichkeit neue Methoden vorzustellen und zu zeigen, wie diese f\u00fcr heutige Fragestellungen anwendbar sind. Um diesen Outreach zu verst\u00e4rken, kann ich mir eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den k\u00fcnstlerischen und p\u00e4dagogischen Bereichen der mdw vorstellen. Die reine Forschung zu vermitteln, ist nicht einfach, aber in Anwendung bei k\u00fcnstlerisch-p\u00e4dagogischen Fragestellungen gut m\u00f6glich.<\/p>\n<p><b>HR:<\/b> Wissenschaftsskepsis habe ich bei Kindern und Jugendlichen bisher nicht erlebt. Ich denke, jeder Mensch will lernen und interessiert sich f\u00fcr etwas. Ich werfe meinem jungen Publikum keine Skepsis vor und gehe von ihrer Neugierde aus bzw. versuche diese zu wecken.<\/p>\n<p>Welche Entwicklungen gibt es in der Wissenschaftskommunikation an der mdw und welche sind w\u00fcnschenswert?<\/p>\n<p><b>AWZ:<\/b> Die Forschungsf\u00f6rderung setzt seit einigen Jahren Ma\u00dfnahmen in der Wissenschaftskommunikation. Wir merken eine erh\u00f6hte Offenheit und Motivation der Forschenden, sich aktiv zu beteiligen und neue Kompetenzen zu entwickeln. Da es an der mdw viele verschiedene Disziplinen gibt, ist es unser Ziel, m\u00f6glichst individuelle Angebote zu schaffen, etwa in Form von Weiterbildungen, wie Workshops zur Erstellung von Podcasts und Videos als M\u00f6glichkeiten einer Up-to-date-Kommunikation oder der Organisation von Art-Science-Hubs. Eine verst\u00e4rkte Einbeziehung von Studierenden w\u00e4re ein weiterer spannender Ansatz.<\/p>\n<p><b>HR:<\/b> Sich in der Methodik der Wissenschaftskommunikation fortzubilden ist, finde ich, eine methodische Vertiefung wie bei einem Forschungsprojekt. Wichtig ist, dass sich Forschende \u00fcber Wissenschaftskommunikation austauschen, als Forschungs-Community Wissen dazu erarbeiten und untereinander wertsch\u00e4tzen, was die Kolleg_innen machen. Diese Art von T\u00e4tigkeit sollte von der eigenen Universit\u00e4t klar gewollt werden, es muss im Portfolio z\u00e4hlen, dass Forschende Wissenschaftskommunikation als Teil der Forschungst\u00e4tigkeit betreiben.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/mdw.ac.at\/forschungsfoerderung\/wissenschaftskommunikation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mdw.ac.at\/forschungsfoerderung\/wissenschaftskommunikation<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/youngscience.oead.at\/de\/wissenschaftsvermittlung\/wissenschaftsbotschafter-innen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">youngscience.oead.at\/de\/wissenschaftsvermittlung\/wissenschaftsbotschafter-innen<\/a>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie erfahren Kinder und Jugendliche, was an Universit\u00e4ten erforscht wird? Wo zeigen sich die Erkenntnisse von Wissenschaftler_innen und Forschenden unmittelbar in unserem Alltag? 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