{"id":11872,"date":"2025-04-28T15:31:56","date_gmt":"2025-04-28T13:31:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=11872"},"modified":"2025-04-28T15:32:44","modified_gmt":"2025-04-28T13:32:44","slug":"6-mauricio-kagel-kompositionswettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2025\/04\/28\/6-mauricio-kagel-kompositionswettbewerb\/","title":{"rendered":"6. Mauricio Kagel Kompositionswettbewerb"},"content":{"rendered":"Vom 4. bis 7. Februar 2025 ging im Fanny Hensel-Saal \u2013 und gleichzeitig im<a href=\"https:\/\/mdw.vhx.tv\/6th-mauricio-kagel-composition-competition\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Livestream<\/a> \u2013 der 6. Mauricio Kagel Kompositionswettbewerb \u00fcber die B\u00fchne. Die Jury, bestehend aus Annesley Black, Michael Jarrell, Isabel Mundry, Miroslav Srnka und Marco Stroppa diskutierte 14\u00a0f\u00fcr das Finale nominierte Kompositionen, die von Studierenden des Ludwig van Beethoven Instituts f\u00fcr Klavier in der Musikp\u00e4dagogik pr\u00e4sentiert wurden.<\/p>\n<p>Der erste Preis wurde Damian Scholl (Deutschland) f\u00fcr sein Werk <i>Love Songs<\/i> f\u00fcr Klavier zu acht H\u00e4nden zuerkannt. Zwei zweite Preise wurden vergeben an Jo\u00e3o Ricardo (Portugal) f\u00fcr <i>What does the wall say?<\/i> f\u00fcr Klavier zu vier H\u00e4nden sowie an Raphael Vilani (Brasilien) f\u00fcr <i>like\u2026<\/i> Den dritten Preis gewann Sean Cedric Schumann (Deutschland) mit <i>six short pieces<\/i>. Zudem die Jury eine Empfehlung f\u00fcr <i>Sechs Erinnerungen<\/i> von Sang hyun Hong (Su\u0308dkorea) aus.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11875\" aria-describedby=\"caption-attachment-11875\" style=\"width: 769px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-11875\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kagel-wettbewerb-damian-scholl-1-769x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"769\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kagel-wettbewerb-damian-scholl-1-769x1024.jpg 769w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kagel-wettbewerb-damian-scholl-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kagel-wettbewerb-damian-scholl-1-768x1023.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kagel-wettbewerb-damian-scholl-1-1153x1536.jpg 1153w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kagel-wettbewerb-damian-scholl-1-850x1132.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/kagel-wettbewerb-damian-scholl-1.jpg 1201w\" sizes=\"auto, (max-width: 769px) 100vw, 769px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-11875\" class=\"wp-caption-text\">Damian Scholl \u00a9 Damian Scholl<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Wettbewerb konnte wieder eine hohe internationale Breitenwirkung erzielen, es wurden \u00fcber 200 Kompositionen aus 55 L\u00e4ndern eingereicht. Wie die Preistr\u00e4ger \u00fcbereinstimmend hervorheben, waren die Alleinstellungsmerkmale des Mauricio Kagel Kompositionswettbewerbs auch die beiden Hauptgr\u00fcnde, die zur Teilnahme anregten:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Konzept der Anonymit\u00e4t und Transparenz: Die Namen der Komponist_innen bleiben bis zur Verk\u00fcndung der Preise ungenannt; die Beurteilungen der Kompositionen sowie der gesamte Entscheidungsfindungsprozess findet \u00f6ffentlich statt.<\/li>\n<li>Die kompositorische Aufgabenstellung: Ein Klavierwerk zu schaffen, das aufgrund der bewussten Beschr\u00e4nkung des Schwierigkeitsgrades Kindern oder Jugendlichen einen ad\u00e4quaten Einstieg in die zeitgen\u00f6ssische Musik bietet und dabei nicht nur ein auf Lerntransfer ausgerichtetes Unterrichtswerk, sondern eine Komposition mit hohem k\u00fcnstlerischen Anspruch ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um ein St\u00fcck zu schreiben, das nicht nur spielbar ist, sondern sowohl beim Einstudieren als auch bei der Auff\u00fchrung selbst Freude bereitet, war bei den Preistr\u00e4gern ein Umdenken erforderlich: Nicht nur die \u00e4sthetische Herausforderung stand im Zentrum der Aufmerksamkeit \u2013 auch die Antizipation der Perspektive von Lernenden, die ihre ersten Erfahrungen oder sogar <i>die<\/i> erste Erfahrung im Bereich der Neuen Klaviermusik machen.<\/p>\n<p>Dass Werke f\u00fcr \u201eein Klavier (solo oder f\u00fcr mehrere Spieler_innen)\u201c eingereicht werden konnten, brachte Damian Scholl auf die Idee seine <i>Love Songs<\/i> f\u00fcr vier Spieler_innen zu konzipieren. Der Komponist erkl\u00e4rt dazu: \u201eDiese Entscheidung half mir, mich auf nat\u00fcrliche Weise zu begrenzen und das allzu Vertraute des Pianistischen zu vermeiden. Stattdessen konnte ich das Klavier als Klangk\u00f6rper neu entdecken und aus den klanglichen M\u00f6glichkeiten der acht H\u00e4nde sch\u00f6pfen. Alle Musizierenden sind gleichberechtigt, niemand ,klebt am Stuhl\u2018, alle rotieren und sind vertraut mit jeder Perspektive des Klaviers.\u201c<\/p>\n<p>Jo\u00e3o Ricardo widmet sich in seinem Werk <i>What does the wall say?<\/i> dem ernsten Thema rassistisch motivierter Gewalttaten an jungen Menschen in Portugal. Dazu verarbeitete der Komponist Elemente aus thematisch nahestehenden Songs, wie <i>Alabama<\/i> von John Coltrane, <i>Strange Fruit<\/i> von Billie Holiday oder <i>Freedom<\/i> von Rage Against the Machine.<\/p>\n<p>Das ebenfalls zweitplatzierte St\u00fcck <i>like\u2026<\/i> besteht aus vier Miniaturen, in welchen unterschiedliche Gesten und Kl\u00e4nge verarbeitet werden. Den Werktitel verwendet Raphael Vilani dabei im Titel jedes Einzelst\u00fccks als Vergleichswort (wie etwa im ersten St\u00fcck \u201elike a meteor shower\u201c etc.). Er soll aber gleichzeitig auch eine Anspielung auf das h\u00e4ufig gebrauchte F\u00fcllwort \u201elike\u201c im gesprochenen Englisch (und dem ebenso h\u00e4ufig benutzten \u00c4quivalent im brasilianischen Portugiesisch) sein.<\/p>\n<p>In seinen <i>six short pieces<\/i> beleuchtet Sean Cedric Schumann diverse Aspekte und Techniken des zeitgen\u00f6ssischen Klavierspiels. Dabei spannt sich der Bogen vom ersten St\u00fcck, das inspiriert von Nr. 1 aus Sch\u00f6nbergs <i>Sechs kleine Klavierst\u00fccke<\/i> op. 19 die \u201eOuvert\u00fcre\u201c des Zyklus bildet, bis zum experimentellen Schlussst\u00fcck, in dem das Klavier als Resonanzraum abseits der Tasten erkundet wird.<\/p>\n<p>Die pr\u00e4mierten Werke werden in Kooperation mit Universal Edition als digitaler Sammelband <i>K2025<\/i> publiziert. Zudem sind Audio-Aufnahmen dieser Werke demn\u00e4chst in der <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/audiothek\/?PageId=3712\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">mdw-Audiothek<\/a> abrufbar.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom 4. bis 7. Februar 2025 ging im Fanny Hensel-Saal \u2013 und gleichzeitig im Livestream \u2013 der 6. Mauricio Kagel Kompositionswettbewerb \u00fcber die B\u00fchne. 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