{"id":1155,"date":"2017-09-29T14:11:03","date_gmt":"2017-09-29T12:11:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=1155"},"modified":"2017-09-29T14:11:03","modified_gmt":"2017-09-29T12:11:03","slug":"a-story-told-in-pictures","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2017\/09\/29\/a-story-told-in-pictures\/","title":{"rendered":"A Story Told in Pictures"},"content":{"rendered":"<strong>Kitty Kino, eine der ersten Regieabsolventinnen der Filmakademie Wien, blickt auf eine lange und vielf\u00e4ltige Karriere zur\u00fcck.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1156\" aria-describedby=\"caption-attachment-1156\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1156\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karambolage.jpg\" alt=\"Karambolage\" width=\"1000\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karambolage.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karambolage-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karambolage-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Karambolage-850x479.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1156\" class=\"wp-caption-text\">Karambolage, 1982\/83 \u00a9Neue Studio Film<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sie habe urspr\u00fcnglich Atomphysik studieren wollen, erz\u00e4hlt die in Wien geborene Filmemacherin, Fotografin und Autorin Kitty Kino. Doch nach dem Wunsch ihrer Eltern sollte sie die gro\u00dfv\u00e4terliche Fabrik \u00fcbernehmen und besuchte deshalb eine technische Schule in Wien, an der sie maturierte und danach zwei Jahre lang als Elektrotechnikerin t\u00e4tig war. \u201eDoch dann hat sich alles anders entwickelt\u201c, sagt Kitty Kino. \u201eIch habe in zwei Filmen von Rolf Thiele als Schauspielerin mitgewirkt, aber bald festgestellt, dass ich hinter die Kamera geh\u00f6re.\u201c<\/p>\n<p>An der Filmakademie Wien studierte sie Regie und Schnitt, aber auch das Kamerastudium h\u00e4tte die heute 69-j\u00e4hrige Regiepionierin interessiert. \u201eDas war damals f\u00fcr eine Frau schier unm\u00f6glich, nicht allein wegen der gro\u00dfen Kameras und Scheinwerfer, sondern weil sogar mein Wunsch als Frau Filmemacherin zu werden auf viel Unverst\u00e4ndnis stie\u00df.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_1316\" aria-describedby=\"caption-attachment-1316\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1316\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_c_Lukas_Beck.jpg\" alt=\"Kitty Kino\" width=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_c_Lukas_Beck.jpg 600w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_c_Lukas_Beck-300x223.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1316\" class=\"wp-caption-text\">Kitty Kino \u00a9Lukas Beck<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bewusstwerdung<br \/>\n<\/strong>Doch Kitty Kino schloss ihr Studium an der Filmakademie gegen alle Widerst\u00e4nde erfolgreich ab und startete ihre Filmkarriere mit ersten Arbeiten f\u00fcr\u00a0das Fernsehen, in denen schon ihre Vorliebe f\u00fcr das bildliche Gestalten der Beitr\u00e4ge zu sehen war. \u201eAls es dann die Filmf\u00f6rderung gab, schrieb ich ein Drehbuch und reichte es ein\u201c, erz\u00e4hlt die K\u00fcnstlerin. Aus dem Drehbuch wurde Kitty Kinos erster Kino-Spielfilm <em>Karambolage<\/em>. Der Film, der die Geschichte einer Billardspielerin im Wien der 1980er Jahre erz\u00e4hlt, wurde ein gro\u00dfer Erfolg. Er lief auf internationalen Festivals, unter anderem der Berlinale, und wurde 14 Wochen lang im Berliner Filmkunst 66 gezeigt. <em>Karambolage<\/em> offenbart auch schon das Merkmal, das Kitty Kino beim Filmemachen der wichtigste Zugang ist: \u201eMir geht es um Bewusstwerdungsprozesse, sie sind es, die mich am Film am meisten interessieren: Dass man selbst miterlebt, wie jemand sich ver\u00e4ndert. Im Fall von <em>Karambolage<\/em> ging es um eine emanzipatorische Bewusstwerdung.\u201c<\/p>\n<p><strong>Lara<br \/>\n<\/strong>Mit Spielfilmen wie <em>Die Nachtmeerfahrt<\/em>, in dem einem weiblichen Model ein Bart w\u00e4chst, oder <em>Das Gest\u00e4ndnis<\/em>, der davon erz\u00e4hlt, dass ein ehemaliger Euthanasie-Arzt gestehen will, setzte Kitty Kino in den n\u00e4chsten Jahrzehnten ihre Karriere als Regisseurin f\u00fcr Kino und Fernsehen fort. Nicht alle ihre Ideen wurden umgesetzt, manche scheiterten an der F\u00f6rderung, manche auch am finanziellen Aufwand der Idee. Doch die vielseitige K\u00fcnstlerin lie\u00df sich nie von ihrer kreativen Karriere abbringen. Eines ihrer Drehb\u00fccher, das wegen des computertechnischen Aufwandes damals keine Unterst\u00fctzung fand, schrieb sie zu einem wunderbaren Kinderbuch um. Auch <em>Lara und die Insider<\/em> \u2013 so der Name des Buches \u2013 f\u00fchrt LeserInnen in einen Bewusstwerdungsprozess der jungen Protagonistin Lara.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1158\" aria-describedby=\"caption-attachment-1158\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1158\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Wenn_ma_tot_san.jpg\" alt=\"Wenn ma tot san, samma tot\" width=\"1000\" height=\"756\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Wenn_ma_tot_san.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Wenn_ma_tot_san-300x227.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Wenn_ma_tot_san-768x581.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Wenn_ma_tot_san-850x643.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1158\" class=\"wp-caption-text\">Wenn ma tot san, samma tot \u00a9Kitty Kino<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bildgewalt<br \/>\n<\/strong>Dar\u00fcber hinaus inszenierte Kitty Kino einige Theaterst\u00fccke, so etwa <em>F\u00e4lle und Fallen<\/em>, eine Collage aus Texten von Daniil Charm, mit der sie auch die F\u00e4higkeit zu tiefschwarzem Humor unter Beweis stellte. Und ihre gro\u00dfe Liebe zur Bildenden Kunst, die sich sowohl im B\u00fchnenkonzept als auch in den Kost\u00fcmen widerspiegelte. Generell zeichnen sich Kitty Kinos Arbeiten durch ihre bildstarke Sprache und\u00a0ihre N\u00e4he zur Bildenden Kunst aus. Eine Eigenschaft, die in der \u00f6sterreichischen Filmlandschaft nicht immer auf gro\u00dfe Gegenliebe stie\u00df, da es oft die Ansicht gab, dass \u201edie Dialoge abgefilmt, aber teure Bildmontagen hintangestellt werden sollten\u201c. Dies l\u00e4ge zum Teil auch an den immer k\u00fcrzer werdenden Drehzeiten, erkl\u00e4rt die K\u00fcnstlerin.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1159\" aria-describedby=\"caption-attachment-1159\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1159\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Belvedere.jpg\" alt=\"Kitty Kino Vienna\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Belvedere.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Belvedere-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Belvedere-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Belvedere-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1159\" class=\"wp-caption-text\">Kitty Kino Vienna, 2014 \u00a9Kitty Kino\/Edition Lammerhuber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Kitty Kino Vienna<\/strong><br \/>\nDie bildgewaltige Sprache und die N\u00e4he zur Malerei zeigen sich auch in einem weiteren wichtigen Aspekt von Kitty Kinos k\u00fcnstlerischem Schaffen, n\u00e4mlich in ihrer Fotografie. Nach ihrer Zeit an der Filmakademie, in der sie auch die Dunkelkammerarbeit und die Fotoausarbeitung kennenlernte, legte sie ihre fotografische Arbeit ein wenig auf Eis. \u201eIch habe eine Zeit lang nur mehr einfache Urlaubsfotos gemacht\u201c, erz\u00e4hlt sie, doch eines dieser Fotos habe dem Besitzer einer Fotogalerie so gut gefallen, dass er es ihr abkaufen wollte. Mittlerweile blickt sie auf einige erfolgreiche Fotoausstellungen, so etwa <em>Kontrastumfang<\/em> oder <em>Augen.gehen.auf<\/em> zur\u00fcck. Aber auf eine Fotoarbeit ist sie ganz besonders stolz und nennt sie \u201emeine pride and joy\u201c: <em>Kitty Kino Vienna<\/em> ist ein im Jahr 2014 erschienenes Fotobuch, in dem die K\u00fcnstlerin in Farbe lichtmalerische Ansichten von Wien pr\u00e4sentiert. Auf abendlichen beziehungsweise n\u00e4chtlichen Streifz\u00fcgen durch Wien sind diese Fotos entstanden. Neben ihrer malerischen Qualit\u00e4t liegt ihre Besonderheit auch darin, dass Kitty Kino sie mit einem einfachen alten Handy \u2013 keinem Smartphone \u2013 gemacht hat. \u201e30 Fotos kann das Handy nur speichern\u201c, erz\u00e4hlt sie l\u00e4chelnd, \u201ees war also ein ganz sch\u00f6ner zeitlicher Aufwand, die Geb\u00e4ude oder Szenen in Wien zu fotografieren.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_1160\" aria-describedby=\"caption-attachment-1160\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1160\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Donaukanal.jpg\" alt=\"Kitty Kino Vienna\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Donaukanal.jpg 1000w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Donaukanal-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Donaukanal-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kitty_Kino_Donaukanal-850x638.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1160\" class=\"wp-caption-text\">Kitty Kino Vienna, 2014 \u00a9Kitty Kino\/Edition Lammerhuber<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Gro\u00dfe Filme<\/strong><br \/>\nBei so gro\u00dfer k\u00fcnstlerischer Mannigfaltigkeit stellt sich die Frage, was davon Kitty Kino am liebsten macht? \u201eIm Grunde bin ich angetreten, um gro\u00dfe Filme zu machen. \u201aA story told in pictures\u2018, das ist es, was ich am liebsten mache.\u201c Doch das sei in \u00d6sterreich nicht immer einfach, und so habe sie sich bei ihrem zuletzt verfassten Drehbuch daf\u00fcr entschieden, zuerst einmal einen Roman daraus zu machen. \u201eEs ist eine Riesenidee, die mich wieder zu meiner jugendlichen Leidenschaft, der Astrophysik, gebracht hat.\u201c Denn ein atomphysikalischer Nebensatz aus dem Werk <em>A Brief History of Time<\/em> von Stephen Hawking ist der Ausgangspunkt f\u00fcr den gro\u00dfen Roman, der gerade in Fertigstellung ist. \u201eEs ist ein Buch, das genre\u00fcbergreifend ist \u2013 wie sehr viele meiner Arbeiten. Wenn ich einen internationalen Verleger finde, wer wei\u00df, dann wird daraus vielleicht sp\u00e4ter doch noch ein gro\u00dfer Spielfilm.\u201c<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.kittykino.com\" target=\"_blank\">www.kittykino.com<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kitty Kino, eine der ersten Regieabsolventinnen der Filmakademie Wien, blickt auf eine lange und vielf\u00e4ltige Karriere zur\u00fcck. Sie habe urspr\u00fcnglich Atomphysik studieren wollen, erz\u00e4hlt die in Wien geborene Filmemacherin, Fotografin und Autorin Kitty Kino. 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