{"id":10695,"date":"2024-08-01T11:12:27","date_gmt":"2024-08-01T09:12:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=10695"},"modified":"2024-08-02T15:12:14","modified_gmt":"2024-08-02T13:12:14","slug":"klang-stadt-klang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/08\/01\/klang-stadt-klang\/","title":{"rendered":"Klang.Stadt.Klang.: Musizieren auf Wiens Stra\u00dfen"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Ein kollektiver autoethnographischer Erfahrungsbericht<\/strong><\/h1>\n<p><strong>Die mdw-Studierenden Matteo Balata, Kenaya Qui\u00f1onez, Hannah Roitinger, Judith Schusteritsch und Stefanie Wieser berichten im Folgenden \u00fcber Erfahrungen im Rahmen des Seminarprojekts <em>Klang.Stadt.Klang. Stra\u00dfenmusik autoethnographisch erforschen.<\/em> Die Wir-Erz\u00e4hlform wurde bewusst gew\u00e4hlt, um die subjektive und doppelte Involvierung der Teilnehmer_innen in den Feldforschungsprozess \u2013 als Musiker_innen und Wissenschafter_innen \u2013 transparent zu machen. Das Seminarkonzept sowie die Projektleitung oblag Sarah Chaker vom Institut f\u00fcr Musiksoziologie.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_10699\" aria-describedby=\"caption-attachment-10699\" style=\"width: 942px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10699 size-full\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb1_mdwStudierende_Donaukanal_c_SarahChaker.jpg\" alt=\"\" width=\"942\" height=\"706\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb1_mdwStudierende_Donaukanal_c_SarahChaker.jpg 942w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb1_mdwStudierende_Donaukanal_c_SarahChaker-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb1_mdwStudierende_Donaukanal_c_SarahChaker-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb1_mdwStudierende_Donaukanal_c_SarahChaker-850x637.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 942px) 100vw, 942px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10699\" class=\"wp-caption-text\">mdw-Studierende machten Stra\u00dfenmusik am Donaukanal. \u00a9 Sarah Chaker<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir als Musiker_innen den allt\u00e4glichen Stadtraum mitgestalten? Wie beeinflussen Gegebenheiten wie der gew\u00e4hlte Platz und das Wetter sowie ein mobiles und direkt interagierendes Publikum die musikalische Performance? Wie funktioniert das Musizieren auf der Stra\u00dfe im Vergleich zu einem traditionellen B\u00fchnen-Setting? Dies sind nur einige ausgew\u00e4hlte Fragen, die wir mdw-Studierende uns gestellt haben, bevor wir uns im April 2024 am Wiener Donaukanal erstmals als Stra\u00dfenmusiker_innen versucht haben.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Semesters hatten wir uns in der wissenschaftlichen Lehrveranstaltung <em>Klang.Stadt.Klang. Stra\u00dfenmusik autoethnographisch erforschen<\/em> von Sarah Chaker kennengelernt. Das Seminar war Teil des mdw-Gro\u00dfprojekts <a href=\"https:\/\/klangbildklang.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">KlangBildKlang<\/a>, welches im Verlauf des Sommersemesters 2024 in unterschiedlichen Veranstaltungsformaten den <a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/index.php\/2024\/04\/27\/special-klangbildklang\/\">Verkn\u00fcpfungen von Klang und Bild transdisziplin\u00e4r<\/a> nachsp\u00fcrte.<\/p>\n<p>Im Seminar setzten wir uns zun\u00e4chst mit dem Begriff der Geschichte sowie der Praxis der Stra\u00dfenmusik auseinander. Wir erhielten Einblick in die soziologische Stadtforschung und besch\u00e4ftigten uns im theoretischem Rekurs auf die Soziologin Martina L\u00f6w <span id='easy-footnote-1-10695' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/08\/01\/klang-stadt-klang\/#easy-footnote-bottom-1-10695' title='L\u00f6w, Martina (2010). Stadt- und Raumsoziologie. In: Kneer, Georg \/ Schroer, Markus (Hrsg.), &lt;em&gt;Handbuch Spezielle Soziologien &lt;\/em&gt;(S. 605\u2013622). Wiesbaden: VS Verlag.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span> mit dem engen Raumbezug dieser Musizierpraxis.<\/p>\n<p>In der Vorbereitung f\u00fcr unseren Auftritt auf der Stra\u00dfe befassten wir uns au\u00dferdem mit den rechtlichen Grundlagen und Vorgaben f\u00fcr Stra\u00dfenmusik in \u00d6sterreich, insbesondere in Wien. Auf Basis der g\u00fcltigen Wiener Stra\u00dfenkunstverordnung aus dem Jahr 2012 identifizierten wir schlie\u00dflich einen geeigneten Standort f\u00fcr unser Experiment, was nicht einfach war \u2013 viele f\u00fcr Stra\u00dfenmusiker_innen attraktive Pl\u00e4tze in Wien sind n\u00e4mlich nur mit einer kostenpflichtigen, lange im Voraus zu beantragenden Platzkarte zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Halbwegs attraktiv, da zentral, erschien uns schlie\u00dflich ein Platz an der Gisela-Werbezirk-Promenade am Wiener Donaukanal, der ab mittags ohne Platzkarte f\u00fcr Stra\u00dfenmusik genutzt werden darf. Dankbar waren wir f\u00fcr Hinweise, Erfahrungsberichte und Tipps vom bereits stra\u00dfenmusikerfahrenen Studienkollegen Sebastian Engler, der uns sp\u00e4ter dankenswerterweise auch beim Stra\u00dfenmusizieren unterst\u00fctzt hat.<\/p>\n<p>Bei der Musikinstrumentenauswahl einigten wir uns auf leicht zu transportierende Instrumente (Cello, Gitarre, Querfl\u00f6te, Klarinette und ein Cajon), die nach den Vorgaben der Wiener Stra\u00dfenkunstverordnung nach nicht elektronisch verst\u00e4rkt gespielt werden d\u00fcrfen. In der Repertoireauswahl waren wir stilistisch vielf\u00e4ltig, um die Wirkung von unterschiedlichen Genres auf Raum und Publikum zu beobachten. Bei einem gemeinsamen Probennachmittag stellten wir ein Programm zusammen, das sich von Pop und Jazz \u00fcber Film- und Volksmusik bis hin zu klassischer Musik erstreckte. Die gew\u00e4hlten St\u00fccke spielten wir au\u00dferdem in unterschiedlichen Formationen \u2013 mal waren alle Instrumente beteiligt, mal musizierten wir in kleineren Ensembles.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10700\" aria-describedby=\"caption-attachment-10700\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10700 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb2_Erspielen-statt-Bespielen_c_-Sarah-Chaker-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb2_Erspielen-statt-Bespielen_c_-Sarah-Chaker-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb2_Erspielen-statt-Bespielen_c_-Sarah-Chaker-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb2_Erspielen-statt-Bespielen_c_-Sarah-Chaker-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb2_Erspielen-statt-Bespielen_c_-Sarah-Chaker-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb2_Erspielen-statt-Bespielen_c_-Sarah-Chaker-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb2_Erspielen-statt-Bespielen_c_-Sarah-Chaker-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10700\" class=\"wp-caption-text\">Erspielen statt Bespielen: Wie funktioniert das Musizieren vor und mit einem mobilen Publikum? \u00a9 Sarah Chaker<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zentrales Datenerhebungstool f\u00fcr unsere autoethnographische Forschung war ein Forschungstagebuch, das uns im Seminar von Anfang an begleitete und in welchem wir unsere \u00dcberlegungen zum Thema, subjektive Gedanken, Erkenntnisse und Beobachtungen festhielten. Die autoethnographische Forschungsmethode ist nach Tony E. Adams und Kolleg_innen (2018) <span id='easy-footnote-2-10695' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/08\/01\/klang-stadt-klang\/#easy-footnote-bottom-2-10695' title='Adams, Tony E. \/ Ellis, Carolyn \/ Bochner, Arthur P. \/ Ploder, Andrea \/ Stadlbauer, Johanna (2018). \u201eAutoethnografie in der Psychologie\u201c. In: Mey, G\u00fcnter \/ Mruck, Katja (Hrsg.), &lt;em&gt;Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie&lt;\/em&gt; (S. 471\u2013491). Wiesbaden: Springer. DOI: &lt;a href=&quot;http:\/\/dx.doi.org\/10.1007\/978-3-658-18387-5_43-1&quot;&gt;10.1007\/978-3-658-18387-5_43-1&lt;\/a&gt;'><sup>2<\/sup><\/a><\/span> zwischen der Ethnographie und der Autobiographie anzusiedeln und betrachtet subjektive Erfahrungen im Feld als produktiv, sofern sie reflektiert und systematisch ausgewertet werden.<\/p>\n<p>Wir waren also zugleich als Musiker_innen und als Forschende im Feld unterwegs und konnten unsere k\u00fcnstlerischen Erfahrungen f\u00fcr den Forschungsprozess fruchtbar machen, indem wir unsere Feldnotizen sp\u00e4ter transkribiert, anhand eines Kategorienleitfadens systematisch ausgewertet und gemeinsam reflektiert haben. Im Folgenden berichten wir einige ausgew\u00e4hlte Ergebnisse unserer Stra\u00dfenmusiziererfahrungen, die auf unseren Forschungstagebuchaufzeichnungen beruhen:<\/p>\n<p><strong>Musikinstrumente als visuell-\u00e4sthetischer Beitrag zum Stadtraum<br \/>\n<\/strong>Eine Sichtbarkeit von Kl\u00e4ngen, oder von m\u00f6glichen Kl\u00e4ngen, im Raum zeigte sich schon, bevor wir zu spielen begonnen hatten. Noch bevor ein Ton erklungen war, verlangsamten Passant_innen ihre Schritte oder hielten an, um uns beim Aufbau der Instrumente zu beobachten. Einige Menschen stellten neugierige Fragen, andere Vorbeigehende nahmen sich vor, zur\u00fcckzukommen, sobald wir zu spielen begonnen h\u00e4tten. Offenbar weckten unsere Aktivit\u00e4ten Interesse und Vorfreude auf das, was noch kommen w\u00fcrde, d.h. wir erregten schon rein visuell \u00fcber unsere Musikinstrumente Aufmerksamkeit. Somit erweiterten wir visuell-\u00e4sthetisch das Bild der Uferpromenade, die durch Graffiti\/Street Art und Kunstwerke selbst k\u00fcnstlerisch-bunt gestaltet ist.<\/p>\n<p><strong>Transformation des Stadtraums durch Musik<br \/>\n<\/strong>W\u00e4hrend des Spielens nahmen wir den Raum um uns intensiv wahr. Wir bemerkten bald, dass der Ort zwar in Bezug auf das k\u00fcnstlerische Ambiente gut gew\u00e4hlt war, er durch seine L\u00e4ngsstreckung aber nicht per se zum Verweilen einlud, sondern eher den Charakter einer \u201eDurchzugsstrecke\u201c einnahm. Mit unserer Musik gelang es uns immer wieder, diese Funktion aufzubrechen und den Durchgangsverkehr zu stoppen. Fu\u00dfg\u00e4nger_innen blieben stehen, setzten sich, applaudierten oder warfen einen kleinen Geldbetrag in den aufgestellten Fl\u00f6tenkoffer.<\/p>\n<p>Durch unsere Musik-Aktivit\u00e4ten bekam der Raum sozusagen kurzfristig ein Zentrum und ver\u00e4nderte seine Funktion. Allerdings: Durch die l\u00e4ngeren Umbaupausen, die sich zwischen den einzelnen St\u00fccken ergaben, verlor sich dieser Effekt relativ schnell wieder. Mit wachsender Stra\u00dfenmusik-Routine aber lie\u00dfe sich der Funktionswandel mit Sicherheit \u00fcber l\u00e4ngere Zeit aufrechterhalten.<\/p>\n<p>Unser Auftritt ver\u00e4nderte den Raum auch in dem Sinne, dass sich \u00fcber die Musik eine fr\u00f6hliche, gelassen-entspannte Atmosph\u00e4re verbreitete. Eine Kollegin schilderte im Forschungstagebuch den Eindruck, dass unser Musizieren auch die Hintergrundmusik f\u00fcr eine Ausstellung im Freien h\u00e4tte sein k\u00f6nnte. Festhalten l\u00e4sst sich au\u00dferdem, dass wir bei vielen Menschen, die den Raum zun\u00e4chst als reinen Verkehrsweg betraten und nutzten, durch unsere musikalischen Beitr\u00e4ge etwas Positives bewirken konnten. Auch wenn l\u00e4ngst nicht alle Personen stehenblieben, so konnten wir doch beobachten, dass wir mit unserer Musik vielen Vor\u00fcbergehenden ein L\u00e4cheln ins Gesicht zaubern konnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10701\" aria-describedby=\"caption-attachment-10701\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10701 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb3_Stra\u00dfe-als-Buehne_c_Sarah-Chaker-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb3_Stra\u00dfe-als-Buehne_c_Sarah-Chaker-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb3_Stra\u00dfe-als-Buehne_c_Sarah-Chaker-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb3_Stra\u00dfe-als-Buehne_c_Sarah-Chaker-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb3_Stra\u00dfe-als-Buehne_c_Sarah-Chaker-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb3_Stra\u00dfe-als-Buehne_c_Sarah-Chaker-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Abb3_Stra\u00dfe-als-Buehne_c_Sarah-Chaker-850x478.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10701\" class=\"wp-caption-text\">Die Stra\u00dfe als B\u00fchne: Raum- und Funktionswandel \u00fcber Musik. \u00a9 Sarah Chaker<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Praktische Erfahrungswerte<br \/>\n<\/strong>Obwohl die \u00c4sthetik des Wiener Donaukanals insgesamt gut mit unserem Auftritt harmonierte, ist f\u00fcr das Aus\u00fcben von Stra\u00dfenmusik ein kompakterer Platz, der von vornherein \u2013 etwa durch vorhandene Sitzgelegenheiten \u2013 zum Verweilen einl\u00e4dt, sicherlich von Vorteil. Bez\u00fcglich des Repertoires l\u00e4sst sich festhalten, dass nicht nur Popsongs, sondern insbesondere auch die klassischen St\u00fccke beim Publikum Anklang fanden. Auch das Wetter spielt bei Stra\u00dfenmusik eine ma\u00dfgebliche Rolle \u2013 uns machte vor allem der Wind zu schaffen, der unsere Notenbl\u00e4tter verwehte. Auswendig spielen zu k\u00f6nnen ist Stra\u00dfenmusiker_innen definitiv anzuraten.<\/p>\n<p>Neben diesen praktischen \u00dcberlegungen unterscheidet sich das Spielen auf der Stra\u00dfe von einem B\u00fchnensetting dadurch, dass es weniger planbar ist und wesentlich mehr Raum f\u00fcr Spontaneit\u00e4t bietet. Dies f\u00fchrte in unserer Gruppe zu einer selbstkritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Perfektionismus bzw. lie\u00df uns unsere Anspr\u00fcche an den eigenen musikalischen Auftritt und den traditionellen Blick auf das \u201ePublikum\u201c \u00fcberdenken. Das innere Gef\u00fchl w\u00e4hrend des Spielens auf der Stra\u00dfe beschrieb eine Kollegin so: \u201eMan spielt quasi in die Welt hinaus.\u201c<\/p>\n<p>Alles in allem hielt die Erfahrung des Stra\u00dfenmusizierens bereichernde Momente f\u00fcr uns bereit, die uns sowohl pers\u00f6nlich als auch professionell in unserem weiteren Leben als Musiker_innen beeinflussen. Die Eindr\u00fccke am Donaukanal gestalteten sich f\u00fcr uns, die bis dato noch keine Erfahrungen mit Stra\u00dfenmusik hatten, insgesamt sehr vielf\u00e4ltig und \u00fcberwiegend positiv. Besonders gefallen hat uns, das Publikum direkt an der eigenen Freude und Liebe zum Musizieren teilhaben lassen zu k\u00f6nnen und von den Menschen direktes Feedback zu erhalten, sei es durch Stehenbleiben oder Weitergehen, eine kleine Spende, oder auch die Aufnahme eines Gespr\u00e4chs. Die Erfahrung bereitete uns Lust auf mehr und wir k\u00f6nnen uns vorstellen, den \u00f6ffentlichen Stadtraum als Musiker_innen auch weiterhin f\u00fcr Stra\u00dfenmusikprojekte zu nutzen.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kollektiver autoethnographischer Erfahrungsbericht Die mdw-Studierenden Matteo Balata, Kenaya Qui\u00f1onez, Hannah Roitinger, Judith Schusteritsch und Stefanie Wieser berichten im Folgenden \u00fcber Erfahrungen im Rahmen des Seminarprojekts Klang.Stadt.Klang. Stra\u00dfenmusik autoethnographisch erforschen. 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