{"id":10690,"date":"2024-09-27T08:30:07","date_gmt":"2024-09-27T06:30:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=10690"},"modified":"2024-11-27T10:36:55","modified_gmt":"2024-11-27T09:36:55","slug":"ute-lemper-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/09\/27\/ute-lemper-interview\/","title":{"rendered":"Ute Lemper im Interview: \u201eWo auch immer du landest, suche weiter\u201c"},"content":{"rendered":"Weltstar Ute Lemper beschreibt in ihrem k\u00fcrzlich erschienenen Buch <i>Die Zeitreisende<\/i> ihren ungew\u00f6hnlichen Weg als K\u00fcnstler_in und darin auch ihre Zeit am Max Reinhardt Seminar. Im Rahmen ihrer Lesereise machte die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, S\u00e4ngerin, T\u00e4nzerin und Autorin Halt in Wien und besuchte auch das Max Reinhardt Seminar zu einem Interview.<\/p>\n<h5><strong>Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Studienzeit am Max Reinhardt Seminar?<\/strong><\/h5>\n<p><b>Ute Lemper (UL): <\/b>Es war ein ganz wichtiges Kapitel in meinem Leben. Ein Gew\u00f6lbe der Selbstfindung. Wir hatten wunderbare Lehrer_innen damals, wahre Wegweiser, wie mein Hauptlehrer_innen Karlheinz Hackl, Ernie Mangold und nat\u00fcrlich Samy Molcho. Es war eine intensive Zeit in Wien, lange Abende im Akademietheater und Auftritte von Gertraud Jesserer und Erika Pluhar. Eine gro\u00dfe Inspiration war f\u00fcr mich damals Maria Bill als Edith Piaf, das war kein Spiel \u2013 es war eine Wahrheit. Das werde ich nie vergessen. Alle Theaterabende bereiteten uns auf die Realit\u00e4t vor, die unsere Zukunft werden sollte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10850\" aria-describedby=\"caption-attachment-10850\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10850 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20190301-pd16504.hr_-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20190301-pd16504.hr_-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20190301-pd16504.hr_-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20190301-pd16504.hr_-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20190301-pd16504.hr_-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20190301-pd16504.hr_-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/20190301-pd16504.hr_-850x567.jpg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10850\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Kirsten Nijhof\/dpa \/ picturedesk.com<\/figcaption><\/figure>\n<h5><strong>Sie haben sehr erfolgreich in Gro\u00dfproduktionen wie der Wiener Urauff\u00fchrung von <i>Cats, Cabaret<\/i> in Paris, <i>Der Blaue Engel<\/i> in Berlin und als Velma Kelly in <i>Chicago<\/i> im Londoner Westend und sp\u00e4ter am Broadway gespielt. Wie haben Sie es geschafft, in diesen Shows trotz des choreografischen Korsetts ihre k\u00fcnstlerische Freiheit zu finden?<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL: <\/b>Bei <i>Cats<\/i> ging es f\u00fcr mich nur darum, dass ich in jeder Geste, in jeder Bewegung den Sinn gesucht und gefunden habe. Die emotionale Intention in der Geste zu realisieren. Ich war ungl\u00fccklich, eine Katze zu sein, denn ich wollte interpretieren, wie wir es am Seminar gelernt hatten. Trotzdem war in diesem Katzending diese Wildheit, die Dunkelheit und diese Sehnsucht nach Licht. Man hatte im Tanz etwas Theatralisches darzustellen. Irgendwann habe ich gesehen, dass viele um mich herum einfach nur die Choreografie tanzten. Sie tanzten technisch sehr gut, viel besser als ich, aber sie haben sich emotional \u00fcberhaupt nicht beteiligt, waren immer auf Sparflamme. Man gibt 75 Prozent, um der Choreografie gerecht zu werden, aber diese 25 Prozent am absoluten Geben und emotionaler Investition fehlten vielen. Bei mir waren es vielleicht 50 Prozent Technik und 50 Prozent Interpretation. Aber das hatte nat\u00fcrlich auch zur Konsequenz, dass ich so viel m\u00fcder war als die anderen. Ich habe immer alles gegeben, als ob es kein Morgen g\u00e4be. Das war f\u00fcr mich der Sinn des Spiels. Dass du da irgendwas heruml\u00fcgst, dir eine Maske aufsetzt und dir etwas vorspielst. Fake? Das ging nicht. Das Spiel hatte einen Anspruch an eine universelle Existenz. Das war fast spirituell.<\/p>\n<p>Und dann ist da eben diese feine Linie: Ist der\/die Schauspieler_in Selbstdarsteller_in im exhibitionistischen Sinne oder nur Medium f\u00fcr dieses St\u00fcck, diese Rolle, diesen K\u00f6rper, dieses Wort, wenn der\/die Schauspieler_in merkt, dass er\/sie das Sprachrohr f\u00fcr etwas Gr\u00f6\u00dferes ist. Es ist also seine\/ihre Stimme, sein\/ihr Leben, seine\/ihre Erfahrungen, seine\/ihre Emotion, aber da ist noch etwas dahinter, was gr\u00f6\u00dfer ist. Und das ist die Geschichte, die von dem\/der Schauspieler_in erz\u00e4hlt wird. Wenn diese Demut da ist, dass man eigentlich Instrument f\u00fcr etwas Gr\u00f6\u00dferes ist, das finde ich eine sehr wichtige Geschichte. In <em>Chicago<\/em> war mir die Rolle der Velma zu eindimensional. Und ich dachte: What am I doing here? Es ist alles Slapstick. Ich darf nie die T\u00fcr zu meinem Herz \u00f6ffnen. Ich wollte aussteigen. Und dann hat mir mein Mann gesagt: \u201eYou have to do it. It is an incredible role. Du bist so super in deinem Tanz, in deinem Tanzstil, das ist dir wie auf den Leib geschrieben. Such in dieser Rolle auch diese Zweifel und Verzweiflung, die du jetzt sp\u00fcrst. Und diese Resignation \u2013 such sie in der Rolle, das macht dich umso st\u00e4rker.\u201c Ich ging zur\u00fcck und sagte mir, dass die Zweifel jetzt keinen Sinn mehr haben \u2013 jetzt gehe ich voll rein und spiele.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Ute Lemper - Moritat von Mecky Messer Medley (Live 2014)\" width=\"850\" height=\"478\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/moJ34b87KSA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h5><strong>F\u00fcr Ihre Interpretationen von Bertholt Brecht und Kurt Weill werden sie weltweit gefeiert. Sie waren fr\u00fch in Amerika \u201eCrossover Artist of the Year\u201c. Wann entdeckten Sie das Werk von Brecht und Weill?<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL: <\/b>Das erste Seminar zu Brecht und Weill, das Helmut Baumann in Salzburg gegeben hat, als ich selbst noch Sch\u00fclerin war, war eine Entdeckung f\u00fcr mich. Es gab damals in den 1980er-Jahren nichts auf Deutsch, was man singen wollte. Es gab Schlager, Peter Maffay hatte seine Rockgeschichte, und ansonsten nichts. Marius M\u00fcller-Westernhagen, Udo Lindenberg und Nina Hagen kamen etwas sp\u00e4ter. Da war ein Vakuum. Und dann habe ich diese Lieder geh\u00f6rt aus der <i>Dreigroschenoper<\/i>, den <i>Matrosen-Tango<\/i>, <i>Happy End<\/i>, <i>Das Lied vom Branntweinh\u00e4ndler <\/i>und <i>Der Song von Mandalay<\/i>. Und da steckte diese kleine Aggression drin, die ich als junger Mensch so gesp\u00fcrt habe. Dieses kleine St\u00fcck Punk, wie wir es damals genannt haben. Ich suchte Ausdruck in einer Musik, die auch Klasse hat. Und das waren Brechts Worte, Weills Musik. Das war f\u00fcr mich ein Sprachrohr meiner Generation. So habe ich es zumindest empfunden, obwohl es f\u00fcr die anderen meiner Generation v\u00f6llig uninteressant schien und altmodisch war. Ich konnte mich damit richtig gut identifizieren und meine junge, rebellische Natur in diesen Liedern wiederfinden.<\/p>\n<h5><strong>Was ist Ihnen in Ihren Musikinterpretationen wichtig?<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL:<\/b> Je \u00e4lter ich werde, desto mehr finde ich die Momente der Stille viel st\u00e4rker als die Momente, die gef\u00fcllt sind mit Worten oder Musik. Auch die Stille in der Musik. Ich sage immer zu meinem Pianisten: \u201eWarte doch mal, f\u00fcll nicht gleich aus. Lass den Akkord einfach stehen. Du brauchst nicht herumimprovisieren. Setz dich auf die rechte Hand und mach gar nichts. Lass nur den Klang, den Akkord, die Harmonie im Raum stehen. Und dann kann sich das Wort hineinfallen lassen und f\u00fcgen.\u201c Gerade auf der B\u00fchne sollte nicht die Musik der Antreiber sein, sondern der Untertext. Ich sage meinem Pianisten oft, wenn ich in der Szene drin bin, dass er einfach nur einzelne T\u00f6ne wie Filmmusik spielen soll. Der einzelne Ton bedeutet so viel. Man muss keine Kadenz und keinen Song spielen. Nur ein Ton ist schon so viel, bedeutet so viel.<\/p>\n<h5><strong>Gibt es nach all den Erfolgen und Preisen noch Momente des Zweifels?<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL: <\/b>Ich habe solche gro\u00dfen Selbstzweifel. Oft denke ich bis zum Soundcheck oder bis zur Probe: \u201eIch bin eine absolute Null, ich kann gar nichts.\u201c Und dann pl\u00f6tzlich geht es in eine andere Dimension von Existenz \u2013 dort angekommen f\u00fchle ich wieder alles. In den Fingerspitzen, in der Stimme, in der Sprache, vor allen Dingen auch in der Atmosph\u00e4re, die dann so knistert. Und dann sp\u00fcre ich diese andere Ebene von Menschsein, die ich brauche, um auf der B\u00fchne zu stehen. Ich m\u00f6chte es gar nicht interpretieren oder analysieren. Man kann es gar nicht. Man kann es nur empfinden. Der Zweifel darf eine_n auf keinen Fall depressiv machen oder niedermachen. Im Gegenteil. Zweifel ist, glaube ich, eine gesunde Demut.<\/p>\n<h5><strong>Sie haben in Robert Altmanns Film <i>Pr\u00eat-\u00e0-Porter<\/i>, in Peter Greenaways Verfilmung vom <i>Sturm <\/i>(<i>Prosperos B\u00fccher<\/i> Anm. d. Red.) nach William Shakespeare u.\u2009v.\u2009a. Filmen gespielt. Wie sehen Sie Ihre Arbeit mit dem Medium Film?<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL: <\/b>Wird hier Film unterrichtet? Es ist ja eine v\u00f6llig andere Methode.<\/p>\n<h5><strong>Wir haben ab dem zweiten Studienjahr eine aufbauende Filmausbildung mit Film\u00fcbungen, Castingtraining, Showreel-Dreh und Filmarbeit in englischer Sprache. Wie in der Schauspiel- und Regieausbildung unterrichten auch in der Filmausbildung viele herausragende Pers\u00f6nlichkeiten aus der Praxis am Seminar.<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL<\/b>: Das finde ich sehr wichtig. Es \u00fcberrascht mich selbst immer, wenn ich Filme mache, dass man alles zur\u00fcckdrehen muss. Nur \u201eInternalizing\u201c, nur nach innen, die Sprache darf nicht mehr gestellt oder zelebriert sein, man soll einfach nur echt sein. Ich habe zuletzt <i>Die Zweiflers<\/i>, eine deutsche Serie, gedreht, in der die Geschichte einer j\u00fcdischen Familie erz\u00e4hlt wird und die direkt nach dem zweiten Weltkrieg in Frankfurt spielt. Und habe die Rolle einer Weimarer Kabaretts\u00e4ngerin in einem italienischen Film von Michele Placido \u00fcbernommen. Film ist eine andere Disziplin und sollte auch am Seminar gelehrt werden.<\/p>\n<h5><strong>Sie haben viele eigene Abende kreiert und gespielt. Wie arbeiten Sie bei der Entwicklung eines Theaterabends und in der Eigenregie, wie zum Beispiel bei Ihrem Dokumentartheaterst\u00fcck <i>Rendezvous mit Marlene<\/i>?<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL<\/b>: Mein Marlene-Dietrich-Abend beruht auf einem Telefonat, das ich in den 1980er-Jahren mit ihr in Paris gef\u00fchrt habe. W\u00e4hrend ich schreibe, lebe ich es ja schon. Das hei\u00dft, ich mache fast die Regie, w\u00e4hrend ich schreibe. Ich krieche in sie rein, es ist alles die Figur Marlene Dietrich, wie sie als 87-J\u00e4hrige war. Nur in den Musiknummern werde ich dann Ute. Ansonsten bin ich sie und erz\u00e4hle die Geschichte. Es ist ihre Geschichte aus der Perspektive als 87-J\u00e4hrige.<\/p>\n<h5><strong>Was ist aus Ihrer Sicht f\u00fcr junge Schauspieler_innen und Regisseur_innen wichtig?<\/strong><\/h5>\n<p><b>UL: <\/b>Das Leben w\u00e4chst in Proportion zu deinem Mut. Ich war immer sehr mutig. Nur so kann man herausfinden, wie weit man gehen kann. Je mehr man seine Batterie anzapft, desto st\u00e4rker wird sie. Das ist anstrengend. Je mehr du diese Kraft schulst, desto gr\u00f6\u00dfer wird sie. Sei rebellisch. Es ist gut, wenn man nicht angepasst, sondern ein Paradiesvogel ist. Also je gr\u00f6\u00dfer und eigenartiger die Pers\u00f6nlichkeit ist, desto besser. Wie sagte Max Reinhardt: \u201eNicht Verstellung ist die Aufgabe des Schauspielers, sondern Enth\u00fcllung.\u201c Es ist wichtig, sich als Mensch zu definieren. Das hei\u00dft also, sich zu bilden, eine Meinung zu haben \u00fcber die Gesellschaft, in der wir leben, und die Politik, die wir leben. Die Ungerechtigkeit, die schlaflosen N\u00e4chte, die Frage \u201ewo geh\u00f6re ich hin?\u201c. Ich habe meine Wiener Jahre als freien Fall gelebt. In diesem musst du deine neue Identit\u00e4t als Mensch, als K\u00fcnstler_in und als Schauspieler_in in dieser Welt finden. Wo auch immer du landest, suche weiter. Es hat sich eine v\u00f6llig andere Dimension in mir ge\u00f6ffnet. Nur diese Kraft an Menschlichkeit in dir, wird dir auch die T\u00fcr zur Schauspielerei er\u00f6ffnen.<\/p>\n<div class=\"bdaia-separator se-shadow\" style=\"margin-top:30px !important;margin-bottom:30px !important;\"><\/div>\n<p>Ute Lemper hielt am 19. M\u00e4rz 2024 eine Meisterklasse mit Studierenden des Max Reinhardt Seminars. Die Spannung ist sp\u00fcrbar, als Ute Lemper den vollen Raum betritt. Zugewandt und frei spricht sie zu den Studierenden. Sie erz\u00e4hlt von der Wichtigkeit der Erfahrungen, die sie am Seminar gemacht hat, von ihrer Leidenschaft, als K\u00fcnstlerin alles zu geben. Von ihrem Mut, immer weiterzugehen und Situationen Schritt f\u00fcr Schritt zu bew\u00e4ltigen. Im anschlie\u00dfenden Meisterkurs zeigt sie, dass sie auch eine begnadete P\u00e4dagogin ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10852\" aria-describedby=\"caption-attachment-10852\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-10852\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/masterclass1-paul-mueller-1024x683.jpeg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"567\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/masterclass1-paul-mueller-1024x683.jpeg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/masterclass1-paul-mueller-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/masterclass1-paul-mueller-768x512.jpeg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/masterclass1-paul-mueller-1536x1025.jpeg 1536w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/masterclass1-paul-mueller-2048x1366.jpeg 2048w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/masterclass1-paul-mueller-850x567.jpeg 850w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10852\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Paul M\u00fcller<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Studierenden performten u.\u2009a. <i>Der Abschiedsbrief <\/i>von Erich K\u00e4stner, <i>Erinnerung an die Marie A.<\/i> von Bertolt Brecht, <i>Chesterfield-Girl<\/i> von Gerhard Bronner, <i>L\u2019Accord\u00e9oniste<\/i> (Text und Musik von Michel Emer und im Original gesungen von \u00c9dith Piaf) sowie <i>Nur nicht aus Liebe weinen<\/i> von Hans Fritz Beckmann (Text) und Theo Mackeben (Musik), im Original gesungen von Zarah Leander. Lemper sp\u00fcrt nach, h\u00f6rt genau hin. Sie stellt die Aussagen der Texte und Lieder in den Mittelpunkt, die Emotion, kl\u00e4rt sorgf\u00e4ltig den situativ-szenischen Kontext. Jede Pers\u00f6nlichkeit, die etwas vortr\u00e4gt, erfasst Lemper scheinbar als Ganzes. \u00c4u\u00dferliche Gesten, welche den wahren Ausdruck verstellen, werden behutsam reduziert. Im Nachgespr\u00e4ch betont sie: \u201eDas Gef\u00fchl auf der B\u00fchne soll m\u00f6glichst ,echt\u2019 sein.\u201c Es geht um Offenheit, Verletzlichkeit. Dies entspricht dem Motto Max Reinhardts: \u201eNicht Verstellung ist die Aufgabe des Schauspielers, sondern Enth\u00fcllung.\u201c Die Musik hatte bei Max Reinhardt einen ausnehmend hohen Stellenwert. Der Gesang sollte in Synergie mit den F\u00e4chern Schauspiel, Sprachgestaltung und Bewegung entwickelt werden. Ute Lemper hat einen guten Eindruck davon gegeben, wie dieser Auftrag umgesetzt werden kann. Eine Meisterklasse, die allen Studierenden eine Inspiration war.<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber Ute Lemper und ihren spannenden K\u00fcnstlerinnenweg ist in ihrer Autobiografie nachzulesen: <i>Ute Lemper: Die Zeitreisende. Zwischen Gestern und Morgen.<\/i> M\u00fcnchen: Gr\u00e4fe und Unzer Edition 2023.","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltstar Ute Lemper beschreibt in ihrem k\u00fcrzlich erschienenen Buch Die Zeitreisende ihren ungew\u00f6hnlichen Weg als K\u00fcnstler_in und darin auch ihre Zeit am Max Reinhardt Seminar. 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