{"id":10368,"date":"2024-04-25T15:57:09","date_gmt":"2024-04-25T13:57:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=10368"},"modified":"2024-04-26T12:38:57","modified_gmt":"2024-04-26T10:38:57","slug":"green-filming-was-die-filmbranche-zum-klimaschutz-beitraegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/04\/25\/green-filming-was-die-filmbranche-zum-klimaschutz-beitraegt\/","title":{"rendered":"Green Filming: Was die Filmbranche zum Klimaschutz beitr\u00e4gt"},"content":{"rendered":"Ist Ihnen im Abspann eines \u00f6sterreichischen Films schon einmal das Umweltzeichen aufgefallen? Dann wurde er \u201egr\u00fcn\u201c produziert. Green Filming umfasst auf CO<sub>2<\/sub>-Reduktion und Ressourcenschonung abzielende Ma\u00dfnahmen in der Filmerstellung. Die Filmbranche hat einen gro\u00dfen \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck: Filmteams reisen an verschiedene Drehorte, Equipment muss transportiert und Szenenbild und Kost\u00fcme gefertigt werden \u2013 viel Abfall und hoher Energieverbrauch sind die Folge. In den letzten Jahren kam es allerdings zu einem Umdenken. \u201eGreen Filming ist im Kinofilm mittlerweile verpflichtend geworden. Wenn man \u00f6sterreichische Filmf\u00f6rdergelder bezieht, sind Green-Filming-Kriterien einzuhalten\u201c, sagt Lena Weiss, Produzentin und Absolventin der Filmakademie Wien. In ihrer Masterarbeit besch\u00e4ftigte sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit in der \u00f6sterreichischen Filmbranche. Seit Anfang 2023 gibt es in \u00d6sterreich ein Anreizmodell f\u00fcr Film- und Fernsehproduktionen mit f\u00fcnf Prozent zus\u00e4tzlichem Budget bei Einhaltung von Green-Filming-Ma\u00dfnahmen. Ein erster Schritt bei Green Filming ist es, Green Consultants zu engagieren, die Filmteams dar\u00fcber beraten, welche gr\u00fcnen Ma\u00dfnahmen sie f\u00fcr ihr Projekt anwenden k\u00f6nnen. Julia Zisser studiert Produktion an der Filmakademie Wien und hat k\u00fcrzlich ihre Ausbildung als Green Consultant abgeschlossen. \u201eSpeziell in der Filmindustrie kann viel CO<sub>2<\/sub> eingespart werden, teilweise mit einfachen und nicht teuren Mitteln\u201c, so Zisser.<\/p>\n<figure id=\"attachment_10370\" aria-describedby=\"caption-attachment-10370\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10370 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/lena-weiss-c-alexander-dirninger-683x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/lena-weiss-c-alexander-dirninger-683x1024.jpeg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/lena-weiss-c-alexander-dirninger-200x300.jpeg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/lena-weiss-c-alexander-dirninger-768x1152.jpeg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/lena-weiss-c-alexander-dirninger-1024x1536.jpeg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/lena-weiss-c-alexander-dirninger-850x1275.jpeg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/lena-weiss-c-alexander-dirninger.jpeg 1138w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10370\" class=\"wp-caption-text\">Lena Weiss \u00a9 Alexander Dirninger<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den Film <a href=\"https:\/\/www.glitteranddoom.at\/heimsuchung\"><i>Heimsuchung<\/i> <\/a>hat Lena Weiss mit ihrer Produktionsfirma <a href=\"https:\/\/www.glitteranddoom.at\/\">Glitter &amp; Doom<\/a> gr\u00fcn produziert, noch bevor es speziell gef\u00f6rdert wurde. Ma\u00dfnahmen waren unter anderem kein Wegwerfgeschirr beim Catering zu verwenden sowie biologisches, regionales und gro\u00dfteils vegetarisches Essen anzubieten, \u00d6ko- statt Chemietoiletten aufzustellen, Kilometergeld f\u00fcr Fahrrad- statt f\u00fcr Autofahrten zu zahlen, zum Dreh mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Flieger anzureisen und f\u00fcr den Transport E-Fahrzeuge einzusetzen. Vor allem umweltfreundlicher Transport ist eine gro\u00dfe Herausforderung beim Green Filming, wei\u00df Zisser: \u201eIn \u00d6sterreich gibt es noch zu wenig Mietangebote an E-Fahrzeugen f\u00fcr die vielen Drehs, die oft gleichzeitig stattfinden. Hier m\u00fcssten Vermieterfirmen nachr\u00fcsten, um die Nachfrage decken zu k\u00f6nnen.\u201c Herausfordernd ist auch die gr\u00fcne Energieversorgung am Set. F\u00fcr Drehs fernab von Steckdosen, etwa weil sie im freien Gel\u00e4nde stattfinden, sind Generatoren notwendig. Oft sind es Dieselgeneratoren, die \u2013 je nach Baujahr \u2013 sehr umweltsch\u00e4dlich sind. Es gibt bereits hybride oder mit \u00d6kostrom aufladbare Modelle, nur sind diese in \u00d6sterreich kaum verf\u00fcgbar. \u201eDie Produktion von <i>Heimsuchung<\/i> verbrauchte 38 Tonnen CO<sub>2<\/sub>-\u00c4quivalente<span id='easy-footnote-1-10368' class='easy-footnote-margin-adjust'><\/span><span class='easy-footnote'><a href='https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/04\/25\/green-filming-was-die-filmbranche-zum-klimaschutz-beitraegt\/#easy-footnote-bottom-1-10368' title='CO&lt;sub&gt;2&lt;\/sub&gt;-\u00c4quivalente: Ma\u00dfeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung unterschiedlicher Treibhausgase. Die Wirkung der Treibhausgase wird mit CO&lt;sub&gt;2&lt;\/sub&gt; (Kohlendioxid) verglichen.'><sup>1<\/sup><\/a><\/span>. Ein durchschnittlicher Mensch in \u00d6sterreich verbraucht pro Jahr 7,2 Tonnen CO<sub>2<\/sub>\u201c, vergleicht Weiss. Ohne Green-Filming-Ma\u00dfnahmen w\u00e4re der Verbrauch fast 50 Tonnen CO<sub>2<\/sub> gewesen. Angesichts dieser Zahlen lassen sich die Dimensionen gro\u00dfer Produktionen erahnen, aber auch das Einsparungspotenzial. Green Consultants \u00fcberlegen mit dem Filmteam, wo der Fokus der gr\u00fcnen Ma\u00dfnahmen liegen kann. \u201eSpielt die Geschichte am Gletscher, muss man das Team dorthin bringen, aber kann daf\u00fcr etwa durch nachhaltige Ma\u00dfnahmen beim Catering oder durch wiederverwendbares Material etwas kompensieren\u201c, so Weiss.<\/p>\n<p>Green Storytelling ist ein weiteres wichtiges Thema im Green Filming. Bereits im Drehbuch wird klimafreundliches Verhalten in der Story und f\u00fcr den Dreh ber\u00fccksichtigt. \u201eF\u00e4hrt der Held oder die Heldin mit dem SUV oder mit dem Fahrrad? Verwendet die Kommissarin einen wiederverwendbaren Becher oder einen aus Plastik? Es geht auch um die Vorbildwirkung\u201c, erkl\u00e4rt Weiss. \u201eOb Green Storytelling ein Eingriff in die k\u00fcnstlerische Freiheit oder besonders schlau ist, weil Filme uns beeinflussen, wird kontroversiell diskutiert\u201c, sagt die Produzentin, die \u00fcberzeugt ist, es geht beides. \u201eIch m\u00f6chte mich in meinen Projekten nicht zwischen Kunst und Klima entscheiden.\u201c Mittlerweile ist Green Filming auch eine Pflichtlehrveranstaltung in den Bachelorstudien an der Filmakademie Wien. Zisser: \u201eNicht nur angehende Produzent_innen, sondern auch Studierende der F\u00e4cher Drehbuch, Regie und Kamera m\u00fcssen in Green Filming geschult sein, um mit dem gr\u00fcnen Gedanken Projekte zu planen.\u201c \u201eWichtig ist, dass auch bei Studierenden-Kurzfilmen die n\u00f6tige Infrastruktur vorhanden ist, um gr\u00fcn produzieren zu k\u00f6nnen\u201c, meint Weiss. Der respektvolle Umgang mit Green Consultants und das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Wichtigkeit der Ressourcenschonung w\u00fcnscht sich Zisser f\u00fcr die Filmindustrie, denn: \u201eDie Filmbranche soll eine Vorbildfunktion im Klimaschutz f\u00fcr andere Branchen und private Haushalte haben.\u201c<\/p>\n<p><strong>Weitere Infos:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>zu <a href=\"https:\/\/fridaysforfuture.at\/blog\/co2-aquivalente-109035\">CO2-\u00c4quivalente<\/a><\/li>\n<\/ul>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Green Filming umfasst auf CO<sub>2<\/sub>-Reduktion und Ressourcenschonung abzielende Ma\u00dfnahmen in der Filmerstellung. 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