{"id":10362,"date":"2024-04-25T16:00:58","date_gmt":"2024-04-25T14:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/?p=10362"},"modified":"2024-04-26T16:22:52","modified_gmt":"2024-04-26T14:22:52","slug":"christina_tscharyiski","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/2024\/04\/25\/christina_tscharyiski\/","title":{"rendered":"\u201eGemeinsam kann man mehr bewegen\ufeff.\u201c"},"content":{"rendered":"<h1>Regisseurin Christina Tscharyiski im Austausch mit dem Schauspielnachwuchs<\/h1>\n<p>\u201eWenn ich mit Anfang-Zwanzigj\u00e4hrigen spreche, merke ich, es ist eine Generation mit anderen Forderungen an das Theater und die Theaterberufe. Es ist toll, mit der jungen Generation in Diskussion zu treten und ihnen aus meiner Praxis etwas mitzugeben.\u201c Regisseurin Christina Tscharyiski, 1988 in Wien geboren, freute sich besonders auf ihre Gastregie am Max Reinhardt Seminar im Sommersemester. Mit den Schauspielstudierenden des dritten Jahrgangs erarbeitete sie den Text <i>Sonne, los jetzt!<\/i> von Elfriede Jelinek. Premiere ist am 23. Mai im Schlosstheater Sch\u00f6nbrunn. Mit dieser Produktion werden sich die Studierenden anschlie\u00dfend auch beim Schauspielschultreffen im Juli in Frankfurt pr\u00e4sentieren.<i><\/i><\/p>\n<figure id=\"attachment_10366\" aria-describedby=\"caption-attachment-10366\" style=\"width: 683px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10366 size-large\" src=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/christinatscharyiski-credit-hilde-van-mas-1-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/christinatscharyiski-credit-hilde-van-mas-1-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/christinatscharyiski-credit-hilde-van-mas-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/christinatscharyiski-credit-hilde-van-mas-1-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/christinatscharyiski-credit-hilde-van-mas-1-1024x1536.jpg 1024w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/christinatscharyiski-credit-hilde-van-mas-1-850x1275.jpg 850w, https:\/\/www.mdw.ac.at\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/christinatscharyiski-credit-hilde-van-mas-1.jpg 1138w\" sizes=\"auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10366\" class=\"wp-caption-text\">Christina Tscharyiski \u00a9 Hilde van Mas<\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit zehn Jahren f\u00fchrt Christina Tscharyiski an namhaften Theatern Regie. Am Schauspiel Frankfurt brachte sie zuletzt <i>Der Raub der Sabinerinnen<\/i> auf die B\u00fchne. Mehrmals inszenierte sie am Berliner Ensemble, beispielsweise Jelineks <i>Schwarzwasser<\/i>. Weitere Stationen waren u.\u2009a. das Burgtheater, das Volkstheater M\u00fcnchen oder das D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus. Ausgangspunkt ihrer Karriere war das Rabenhof Theater in Wien. Neben ihren Studien an der Universit\u00e4t Wien (Theater-, Film- und Medienwissenschaften sowie Soziologie) begann sie am Rabenhof Theater eine Hospitanz, darauf folgte eine Regieassistenz sowie weitere am Theater in der Josefstadt, bei den <i>Salzburger Festspielen<\/i> und am Burgtheater. \u201eParallel zur Regieassistenz machte ich bereits meine eigenen Inszenierungen an den jeweiligen Theatern. Es war kein unsteiniger Weg\u201c, so Tscharyiski. Nach der Assistenzt\u00e4tigkeit kehrte sie dem Theaterbetrieb kurzzeitig den R\u00fccken und ging auf Weltreise. \u201eIch war davor gef\u00fchlt Tag und Nacht in den Gem\u00e4uern des Theaters und brauchte Abstand\u201c, erz\u00e4hlt sie. Nach ihrer Auszeit inszenierte sie 2017 am Rabenhof Theater <i>Ja, eh! Beisl, Bier und Bachmannpreis<\/i>, einen Text von Stefanie Sargnagel: \u201eZu dieser Zeit bekam Sargnagel viel mediale Aufmerksamkeit aus Deutschland. Es war einer dieser Momente, wo man zum richtigen Zeitpunkt das Richtige machte. Ab dann bekam ich viele Regieanfragen.\u201c Die Produktion war sehr erfolgreich, wurde zu Festivals eingeladen und gewann den Publikumspreis beim <i>Radikal-jung-Festival<\/i> 2018 in M\u00fcnchen. Zu ihren favorisierten St\u00fccken sagt sie: \u201eIn den letzten Jahren habe ich viel zu feministischen Themen gearbeitet und ich liebe es mit zeitgen\u00f6ssischen Autor_innen in Austausch zu treten.\u201c Dazu geh\u00f6ren etwa Gerhild Steinbuch, Ferdinand Schmalz und eben Stefanie Sargnagel, mit der bereits eine weitere Zusammenarbeit geplant ist.<\/p>\n<p>Die Faszination f\u00fcr das Theater begann f\u00fcr Tscharyiski mit 11 Jahren, als sie bei einer Inszenierung des bulgarischen Regisseurs Dimiter Gotscheff am Akademietheater mitspielte: \u201eDa bin ich das erste Mal mit dem Theater in Ber\u00fchrung gekommen. Ich wusste, das zieht mich an, da will ich hin.\u201c Obwohl sie aus einem kunstaffinen Elternhaus stammt und ihr Vater teilweise als Theaterfotograf t\u00e4tig war, wurde ihr vom K\u00fcnstler_innendasein eher abgeraten. \u201eEs kann einen aber auch antreiben, gegen die elterliche Haltung anzugehen\u201c, meint die Regisseurin. Die Arbeit mit dem Schauspielnachwuchs bringt ihr selbst neue Impulse f\u00fcr die Reflexion \u00fcber die Theaterbranche, die sich in den letzten Jahren gewandelt hat: \u201eAls ich angefangen habe Theater zu machen, war berufliche Selbstausbeutung noch st\u00e4rker und starre, hierarchische Strukturen in haupts\u00e4chlich von M\u00e4nnern geleiteten Theatern noch \u00fcblicher. Ich merke, die j\u00fcngere Generation hat eine ges\u00fcndere Einstellung zu sich selbst und zum Beruf. Hinterfragt wird, wie viel Selbstaufgabe die Kunst erfordert.\u201c Mittlerweile habe sich an den Theatern durch mehr Frauen in leitenden Positionen, Aufbrechen von Hierarchien und St\u00e4rkung des Teamgedanken vieles zum Positiven ver\u00e4ndert. Mit den Studierenden thematisiert die Theatermacherin die Kraft des Kollektivs: \u201eIch habe den Eindruck, Theaterberufe sind nicht mehr so einzelk\u00e4mpferisch, sondern dass es den Wunsch nach Zusammenschl\u00fcssen gibt. Gemeinsam kann man mehr bewegen.\u201c Aus ihren geistes- und sozialwissenschaftlichen Studien sch\u00f6pft sie f\u00fcr ihre Arbeit mit den Studierenden: \u201eDiskursives Denken habe ich an der Universit\u00e4t gelernt. \u2013 Offenbleiben, sich selbst hinterfragen und in der Gruppe diskutieren. Nicht auf einer Meinung oder Haltung zu beharren, ist wertvoll f\u00fcr die Theaterarbeit. Ich versuche den Studierenden Offenheit und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unterschiedliche Perspektiven mitzugeben.\u201c Auf die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit darf sich das Publikum im Schlosstheater Sch\u00f6nbrunn freuen.<\/p>\n<p><strong>Veranstaltungstipp:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.mdw.ac.at\/6\/?f=ver&amp;searchVer=sonne%2C+los+jetzt\">Sonne, los jetzt!<\/a> von Elfriede Jelinek<br \/>\nPremiere: 23. Mai 2024<br \/>\n24. &amp; 25. Mai, 27. &amp; 28. Juni 2024<br \/>\njeweils 19 Uhr<br \/>\nSchlosstheater Sch\u00f6nbrunn, Sch\u00f6nbrunner Schlossstra\u00dfe 47, 1130 Wien<\/p>\n<div id=\"gtx-trans\">\n<div class=\"gtx-trans-icon\"><\/div>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regisseurin Christina Tscharyiski, 1988 in Wien geboren, freute sich besonders auf ihre Gastregie am Max Reinhardt Seminar im Sommersemester. 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