Das Concert for Refugees „We are music“ an der mdw hat das Zielpublikum erreicht und war in seiner Vielfalt und Atmosphäre einzigartig

Wann hat man schon Gelegenheit, etwa Renaissance-Musik, Donizetti, Jazz und Traditionelles vom Balkan  an einem Abend zu hören? Die Universität für Musik und darstellende Kunst hat sich am 27.10. 2015 in großer musikalischer Vielfalt durch ihre Studierenden präsentiert. Diese Bündelung von Kräften war möglich, weil es um eine Initiative für Flüchtlinge ging. Das Concert für Refugees wollte ein gesellschaftspolitisches Zeichen setzen und vor allem die Türen für Flüchtlinge öffnen, was auch eine Öffnung der elitär besetzten Räume Universität und Konzertsaal bedeutete. Es richtete sich vor allem an Flüchtlinge, denen in ihrer prekären Lebenssituation eine Möglichkeit zur Abwechslung geboten werden sollte.

Dazu waren vielfältige Kontakte mit Flüchtlingseinrichtungen notwendig. Als besonders kooperativ erwiesen sich das Karwan Haus der Carits, Das Haus Baumgarten, die ORS Service Asylbetreuungsstelle Mitte und das Rote Kreuz.

Es entwickelte sich im Vorfeld der Veranstaltung eine eigene Dynamik, die viele Angehörige des Hauses motivierte, sich einzubringen und auch private Kontakte zu nützen, um Flüchtlinge einzuladen. Private FlüchtlingsbeteruerInnen nützten ebenfalls die Gelegenheit, um mit den ihnen Anvertrauten einen anregenden Abend zu erleben.

Letztendlich waren etwa 250 Personen anwesend, was beinahe die Kapazitäten des Haydn-Saales sprengte. Atmosphärisch waren sowohl Konzentration als auch Freude und Ungezwungenheit zu spüren. Flüchtlinge und  Studierende und Lehrende der Universität begegneten einander auf einer persönlichen Ebene und teilten die musikalischen Erfahrungen.

Rektorin Ulrike Sych betonte die offene Haltung der Universität gegenüber Flüchtlingen und vor allem die Möglichkeiten der Friedensarbeit, die in der Musik liegen. Sie würdigte insbesondere die “Initiatorin von Musik und Flüchtlinge- mdw“, Klara Harrer-Baranyi, die bereits lange vor der Flüchtlingsdebatte, nämlich Anfang 2014, die Idee hatte, das Potential der mdw für die Integration von Flüchtlingen zu nützen.

 „We are Music“ war Teil dieses Gesamt-Projekts, das mit inklusiven aktivistischen Ansätzen das große Potential der mdw nützen will, um Personen mit Flucht- und Migrationserfahrungen zu unterstützen. Das Medium dieser Unterstützung ist Musik, Musikunterricht, Musiktherapie, etc. Damit soll auch eine Öffnung universitärer Strukturen für marginalisierte Gruppen erreicht werden. Das Organisationsteam bildeten Klara Harrer-Baranyi, Ursula Hemetek, Marko Kölbl, und Thomas Stegemann.

Fotos siehe www.mdw.ac.at/600


Ursula Hemetek

 

Konzert für Flüchtlinge, 22. Jänner 2015

Projektleitung: Klara Harrer-Baranyi
Studierende unterschiedlicher Studienrichtungen der mdw präsentierten ein sehr vielseitiges musikalisches Programm für syrische Flüchtlinge aus dem Aufnahmezentrum "Alte WU"

 
           

Winterfest im Integrationshaus, 10. Dezember 2014

Projektleitung: Klara Harrer-Baranyi
Studierende der Lehrveranstaltung "Ensemble Volksmusik"  bei Prof. Rudolf Pietsch vom Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie spielten beim Winterfest des Integrationshauses.