Musik von Minderheiten


Im Rahmen des „Minderheitenschwerpunktes” der 1990 am Institut eingerichtet wurde, werden wissenschaftliche Forschungsprojekte durchgeführt, wie z.B. „Musik der Roma in Österreich”(1990 - 1995), oder „Musik der Bosnier in Wien” (ab 1995); sowie „Einwanderer-Musikkulturen in Wien” (ab 2005). In Vorbereitung ist ein Projekt zu postmigrantischer  Musikpraxis und migrantischer Musikgeschichte in Österreich (ab 2015). Die Ergebnisse, sowohl der Forschungsprojekte als auch von Symposien, werden in zahlreichen Publikationen - sowohl Büchern als auch Tonträgern - der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der „Minderheitenschwerpunkt” fließt auch in die Lehre ein und stößt auf großes Interesse bei den Studierenden, sodass viele Diplomarbeitsthemen sowie Dissertationsthemen über verschiedene Minderheiten vergeben werden. Dabei werden oft kulturelle Communities vor Ort – migrantische Gruppen, aber auch autochthone Volksgruppen oder andere Minderheiten untersucht. Für alle Tätigkeitsbereiche des Minderheitenschwerpunktes ist die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen der jeweiligen Minderheit unabdingbar.

Die gesellschaftspolitische Dimension einer derartigen Themenstellung wird wahrgenommen. Die Arbeit fördert den Dialog unterschiedlicher Kulturen, nämlich der Mehrheits- und der Minderheitenkulturen in Österreich. Sie dient dem Abbau von Vorurteilen durch die Weitergabe von Information. Sie dient dem Kampf gegen Xenophobie, mit den zur Verfügung stehenden kulturellen Mitteln, z.B. Öffentlichkeitsarbeit, kulturelle Präsentationen.

Die internationale fachliche Vernetzung ist sehr erfolgreich und führte 1997 zur Gründung einer eigenen Studiengruppe in der Weltorganisation der Ethnomusikologie, der ICTM. Bis zur Übernahme des ICTM Generalsekretariats wurde die Studiengruppe „Music and Minorities” wurde von Ursula Hemetek geleitet, seit 2017 leitet Svanibor Pettan die Study Group, Sekretärin ist Hande Sa
ğlam. Die Study Group hat hat über 200 Mitglieder aus allen Kontinenten. Es werden im Abstand von 2 Jahren Fach-Konferenzen mit internationaler Beteiligung organisiert.

Betreut wird dieser Schwerpunkt seit 1990 durch ao. Univ. Prof. Dr.Ursula Hemetek, die ihn auch initiiert und sich 2001 zu diesem Thema im Fach Ethnomusikolgie an der Universität Wien habilitiert hat. Weiters arbeiten am Institut auch Hande Sa
ğlam, PhD und Univ.Ass. Mag. Marko Kölbl, PhD zu Musik von Minderheiten.