The Essence of Belcanto
Dissertant: Mag. Peter A. Leussink
Erstbetreuer: Univ.Prof.Dr. Alfred Smudits
Zweitbetreuer: Ao.Univ.Prof. Dr. Tasos Zembylas

Das Forschungsprojekt „The Song Book“ zielt auf die Konstitution der Fähigkeit ab, über individuelle Fähigkeiten hinaus zu gehen, welche die Redefinition vom ‚Wie‘ des Belcanto  bei Persönlichkeitsentwicklungsprozessen in actu beeinflusst. 
Es geht dabei letztendlich um die Implementierung eines neuen Verständnisses von Belcanto in unterschiedlichen Praktiken innerhalb und außerhalb der traditionellen musikalischen Aufführungspraktiken im einundzwanzigsten Jahrhundert.
Der Outcome dieses Forschungsprojekts wird Teil der Doktorarbeit sein.
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Die Governance des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Österreich. Eine interdisziplinäre Analyse
Dissertant: Dipl. Kulturwirt Gerhard Geiger
Erstbetreuer: Ao.Univ.Prof. Dr. Tasos Zembylas
Zweitbetreuer: Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert
 
Das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Österreich steht im Rahmen des dualen Rundfunksystems vor einem doppelten Legitimierungsdruck: In der medienpolitischen Debatte wird ihm einerseits vorgeworfen, sein subventioniertes Programm unterscheide sich nicht deutlich genug von dem der privaten Sender und verfehle damit die Erfüllung des Gesetzesauftrags. Andererseits mangle es bei der Steuerung des ORF an der nötigen Äquidistanz zu den politischen Parteien. Es stellt sich daher die Frage, wie der ORF ein unabhängiges, meinungsplurales und qualitativ hochwertiges Fernsehen mit größtmöglicher Reichweite garantieren kann.
Um diese komplexe Frage untersuchen zu können, bietet die Governance-Analyse Einblicke in die Art und Weise der gesellschaftlichen Regelung bzw. Koordinierung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Österreich. Diese qualitative Untersuchung mit interdisziplinärer Orientierung blickt mit der „Governance-Brille“ besonders auf sich wandelnde und neue Akteurskonstellationen, institutionelle Arrangements und Regelungsstrukturen (Institutioneller Wandel), sich auflösende und verwischende Grenzziehungen (z.B. öffentlich/privat) sowie auf den Wandel von Legitimationskonzepten (z.B. „Public Value“). Es sollen Regelungsproblematiken aufgedeckt werden, welche den „Public Value“ des öffentlich-rechtlichen Fernsehens mindern und dadurch die Legitimität des ORF in Frage stellen. Eine Stärkung des ORF im aktuellen, dualen Rundfunksystem ist wichtig, damit auf dem österreichischen Fernsehsektor auch in Zukunft nicht nur betriebs- und volkswirtschaftliche, sondern auch gesellschafts- und umweltpolitische Ziele erfüllt werden können.
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Das dekonstruierte Genie – Zu Veränderungen der Rolle von KünstlerInnen
Dissertantin: Mag.a Elisabeth Mayerhofer
Erstbetreuer: Ao.Univ.Prof. Dr. Tasos Zembylas
Zweitbetreuerin: Prof. Dr. Karen van den Berg
 
Kreativität ist in den letzten Jahren in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Diskursen zur Leittugend geworden – dies reicht von arbeitsmarktrelevanten Qualifikationen über Managementliteratur bis hin zu politischen Strategien auf Europäischer Ebene. Dabei beziehen sich diese Diskurse auf ein Konzept vom „Künstler“/von der „Künstlerin“, das mit der Vielfalt der existierenden Kunstpraxen vielfach nicht (mehr) übereinstimmt.
Wie zeitgenössische Kunstpraxen aussehen und welchen Einfluss wiederum der traditionelle Diskurs auf die beruflichen Identitäten hat, wird anhand von Beispielen an Schnittstellen zu nicht-künstlerischen Bereichen untersucht, wo die (Selbst- und Fremd-)Positionierungen konstitutiv für die Arbeit sind: Wie sehen Berufsidentitäten zwischen Kunst und Wissenschaft, politischem Aktivismus, Sozialarbeit, Stadtentwicklung sowie Unternehmertum aus? Welche Funktionen hat das diskursive Konzept des “Geniekünstlers“ im Rahmen des Kunstbetriebs? Warum ist die Wirkmacht dieser Bilder so groß und wie wirken sie sich wiederum auf künstlerische Identitäten aus bzw. wie gehen KünstlerInnen damit um, wenn sie sich von dieser Norm abweichend im Kunstfeld positionieren wollen? Wie gestaltet sich die Reaktion innerhalb des Kunstfeldes auf derartige Abweichungen?
Diese Fragen werden in einem explorativen Forschungsprozess mittels qualitativer sozialwissenschaftlicher Methoden untersucht. Ergänzend dazu wird die Werkebene betrachtet, auf der sich das Selbstverständnis des Künstlers/der Künstlerin aus einer anderen Perspektive nachvollziehen lässt als aus einer Interviewsituation.
Die aus diesem methodischen Zugang gewonnnen Ergebnisse sollen einen Beitrag dazu leisten, aus aktuellen Prozessen auf der Mikroebene strukturelle Veränderungen abzuleiten.
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Die Bedeutung der Kultur für die Identitäts- und Imagebildung Österreichs. Eine theoretische Betrachtung und Analyse der österreichischen Auslandskulturpolitik.
Dissertantin: Mag.a (FH) Sandra-Christina Sagmeister, MAS
Erstbetreuer: Ao.Univ.Prof. Dr. Tasos Zembylas
Zweitbetreuerin: Univ.Doz. Dr. Monika Mokre
 
Die Dissertation befasst sich mit der Konstruktion von kollektiver bzw. nationaler Identität und dem daraus resultierenden Image eines Staates. Ein chronologischer Blick auf die Geschichte und Entwicklung Österreichs, von einem Großstaat hin zu einem Kleinstaat, ergänzt die theoretischen Betrachtungen. In diesem Kontext wird systematisch mit den Begriffen Nation, Staat, Kultur und Auslandskulturpolitik gearbeitet.
Der empirische Teil der Dissertation fokussiert die österreichischen Kulturforen und ihre Kulturarbeit. Dabei wurden fünf qualitative Interviews mit den Leiterinnen und Leitern der Kulturforen in Berlin, Rom, Budapest, Bern und Teheran geführt. Dabei standen die Bildung von Identität, die Strategie und das außenkulturpolitische Leitbild im Zentrum der Fragestellungen und wie dieses sich in der Programmatik der Kulturforen niederschlägt. Auch außenkulturpolitische Begriffe wie Soft Power wurden in Reflexion zu der Arbeit der Kulturforen gesetzt. Die Auswertungen werden zeigen, welches kulturelle Image Österreich über seine Außenkulturpolitik zu erzielen versucht ist.
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Kompetenzen interdisziplinär arbeitender bildender KünstlerInnen im Spiegel der Wissensgesellschaft und flexibilisierten Arbeitswelt
Dissertantin: Dipl.-Kulturwirtin Simone Kunz
Erstbetreuer: Ao.Univ.Prof. Dr. Tasos Zembylas
 
Die beiden Kernthemen der Arbeit sind das zukünftige Berufsbild bildender KünstlerInnen und die sich rasant verändernden Arbeitsstrukturen in der hochtechnisierten Wissensgesellschaft. Die Ausrichtungen von Studiengängen für bildende Kunst sollen in diesem Kontext analysiert werden. Es wird dabei vor allem auf die Diskrepanz zwischen einer “freien“ (Aus-)Bildung von Individuen und der Verzweckung des Menschen im Post-Fordismus eingegangen.
Einerseits werden das Kreativitätspostulat und die Flexibilisierung hochgehalten, denen sich alle, nicht nur mehr KünstlerInnen verschreiben sollen, andererseits werden Ausbildungen immer reglementierter und straffer und zielen auf gesellschaftliche Arbeitsanforderungen ab. Hier sind kontrastierende Trends erkennbar, deren Spannungsverhältnis genauer untersucht werden soll. Die Dissertation will an verschiedenen Thesen zum „Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung“ (Reckwitz 2012) ansetzen, aber darüber hinaus gerade nach den Inhalten fragen, die das angepriesene role model „KünstlerIn“ tatsächlich betreffen: Wie hat sich der Kunstbetrieb in den letzten Dekaden strukturell verändert? Was heißt es heute im Feld der bildenden Kunst zu arbeiten? Welche Möglichkeiten bieten sich für KünstlerInnen, wenn sie ihre Ausbildung an einer Kunstuniversität oder Kunstakademie abgeschlossen haben? Welche Kompetenzen bringen bildende KünstlerInnen mit? Welche werden vor allem im Spiegel der Wissensgesellschaft und flexibilisierten Arbeitswelt erwartet?
 
The two main subjects of the PhD thesis are the future job descriptions of visual artists and the rapidly changing working structures in our highly technological knowledge-based society. Academic fine arts programmes will be analysed in this context, focusing primarily on the discrepancy between the free education of individuals and human instrumentalisation in the post-fordist era.
On the one hand, the postulate of creativity and flexibilism are being reasserted; on the other, curricula are becoming narrower and more regulated, designed to meet society’s employability standards. Here, conflicting trends become discernible and the field of tension that unfolds between them will be closely examined. Different theses about the “process of aesthetication of society“ (Reckwitz 2012) will also be highlighted. Furthermore, the concept of the ’role model artist’ and its meaning for artists themselves will be considered.
The main questions are: how has the art world changed structurally in the last decade? What does it mean presently to work in the field of the arts? What opportunities are there for young artists after finishing their fine art studies? What competences do they hold? Which ones are required, especially in view of the knowledge society and the flexible working world?
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Studien- und Arbeitsbedingungen von Studierenden an den Kunstakademien von Wien und Düsseldorf
Dissertantin: Dipl.Soz.päd/Soz.arb (FH) Helena Stutzinger-Hartlieb, M.A.
Erstbetreuer: Ao.Univ.Prof. Dr. Tasos Zembylas
 
Die Dissertation beschäftigt sich zum einen mit den strukturellen Rahmenbedingungen, welche speziell weibliche Studierende an der Kunstakademie Düsseldorf sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien vorfinden. Zum anderen setzt sie sich mit der Verfasstheit von Geschlechterverhältnissen als auch mit der Wirkung von Ungleichheitskategorien innerhalb der künstlerischen Ausbildung auseinander.
In den bisher vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen stellt die Institution „Kunstakademie“ eine Art „blinden Fleck“ dar. Die Doktorarbeit betrachtet die Zeit an der Akademie als einen entscheidenden Teil der „KünstlerInnenbiografie“ und stellt ihre unausgesprochenen Regeln, eigenen Dynamiken, gewachsenen Traditionen sowie herrschende Normen und Werte in den Fokus des Interesses.
Über eine Institutionsanalyse im ersten Teil der Arbeit werden die institutionelle Ebene, die politischen Bedingungen und gesetzlichen Bestimmungen, in deren Rahmen die Kunsthochschulen in beiden Ländern agieren, beleuchtet.  Auch werden das Lehrangebot, die räumlichen Gegebenheiten und Organisation des Studiums, unter Einbeziehung der Kategorie Geschlecht, an beiden Hochschulen untersucht.
Die Dissertation geht davon aus, dass der Akademie als Ausbildungsstätte, eine zentrale Stellung als Erzeuger und Vermittler von implizitem, habitualisiertem, inkorporiertem sowie explizitem und praxisorientiertem Wissen zukommt. Daher ergänzt ein zweiter Teil die vorangegangenen Analysen um ein empirisches Element. Die individuellen Möglichkeiten und Perspektiven der Studierenden stehen dabei im Mittelpunkt der Untersuchung. Durch problemzentrierte Interviews wird eine Innenperspektive erhoben.
Die Kombination beider Teile ermöglicht eine vielschichtige, mehrdimensionale Sicht auf das Thema der Dissertation.
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Cultural Governance und Zivilgesellschaft in der städtischen Kulturpolitik
Dissertantin: Anke Schad, MA
Erstbetreuer: Ao.Univ.Prof. Dr. Tasos Zembylas
 
Eine veränderte kulturelle Öffentlichkeit, das Auftreten neuer kulturpolitischer Akteure (Stiftungen, NGOs, Unternehmen) und  dynamische Entwicklungen des sozialen, ökonomischen und ökologischen Kontexts führen zur Vermutung, dass die traditionellen Instrumente einer einseitig von der öffentlichen Hand gesteuerten Kulturpolitik der gesellschaftlichen Realität nicht länger genügen bzw. an Wirkung verlieren. Unter dem Begriff der Governance (spezifischer Cultural Governance) wird daher auf normativer Ebene der Bedarf und damit auch die Herausforderung verstanden, möglichst viele mit kulturpolitischen Fragen (explizit oder implizit) Befasste (Bevölkerung, Kulturschaffende, PolitikerInnen, ExpertInnen) zu vernetzen und in die sie betreffenden Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einzubeziehen bzw. Prinzipien wie Transparenz, Partizipation und Rechenschaftspflicht in der kulturpolitische Steuerung zu verankern. Wenn Kulturpolitik oft als exklusiver (und damit marginaler) Zirkel von ExpertInnen aus Verwaltung und Kulturbetrieb kritisiert wird, bietet die Governance-Perspektive potentiell Raum für eine Öffnung und damit Verbreiterung des kulturpolitischen Handlungs- und Entscheidungszusammenhangs.
Vor diesem Hintergrund befasst sich das Dissertationsvorhaben insbesondere mit den Fragen, wie zivilgesellschaftliche Akteure in kulturpolitische Prozesse einbezogen werden (können) und welche Konsequenzen sich daraus für den Kontext von Kultur(-politik) und Demokratie (Fragen von Legitimität, Repräsentativität, Partizipation) ableiten lassen. Den theoretischen Bezugsrahmen bilden Demokratie- und Sozialtheorien. Auf empirischer Ebene sind Fallstudien in österreichischen Städten (Wien, Linz), potentiell im Vergleich mit deutschen Städten vorgesehen.
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Übersicht der Abschlussarbeiten von Studierenden von 1967 bis heute