Julia Eibl: Frauendarstellung in Hiphop-Musikvideos. Betrachtung von Musikvideoanalysen. 2010 (Magisterarbeit)
Frau Julia Eibl befasst sich in ihrer Abschlussarbeit mit dem Phänomen Frauen in Hiphop-Musikvideos auf nicht gerade konventionelle Weise. Sie analysiert nämlich nicht selbst einige Videos, stellt auch nicht den Anspruch, den allgemeinen Stand der Forschung zu dieser Thematik zu referieren, sondern sie analysiert vier vorliegende wissenschaftliche Texte (bei dreien davon handelt es sich um Aufsätze) zur gegenständlichen Thematik, wobei sie diese Texte nach bestimmten Gesichtspunkten befragt: nach den theoretischen Grundlagen, nach Auswahlkriterien für die verwendeten Videos, hinsichtlich der zentralen Fragestellungen, in Bezug auf den Analysegegenstand (Bild, Text, Musik) und schließlich bezüglich der Ergebnisse der jeweiligen Analyse.
Diese „textkritische“ Vorgangsweise erfordert naturgemäß eine gewisse Souveränität im Umgang mit wissenschaftlichen Texten, die die Autorin durchaus aufzubringen imstande ist. Sie kommt zu Ergebnissen, die die behandelten Aufsätze als z.T. wissenschaftlich zweifelhaft erkennen lassen. Das beginnt bei dem teilweise sehr unscharfen Umgang mit den Begriffen Hiphop und Rap, oder trifft dann zu, wenn ganz offensichtlich jene Videos bzw. Aspekte der Videos behandelt werden, die eine gewisse Grundhaltung der jeweiligen Autorin (alle vier Texte stammen von Frauen) zu bestätigen imstande sind, wohingegen auf Videos bzw. Sequenzen oder Aspekte von Videos, die dieser Grundhaltung widersprechen könnten, nicht eingegangen wird. Weiters stellt Eibl fest, dass die Analyse der Videos z.T. methodisch sehr willkürlich erfolge, gelegentlich würde ohne Begründung auf die Texte oder die Musik überhaupt nicht eingegangen. Nur eine Autorin stellt ihre Analyse in den Zusammenhang einer Rezeptionsanalyse, ein Aspekt von dem Eibl meint, dass er unumgänglich sei, will man zu wissenschaftlich brauchbaren Ergebnissen kommen.
Die Arbeit ist klar strukturiert, pro Kapitel wird ein Text nach den oben angeführten Fragenschema analysiert und kommentiert, die Autorin kann sich klar und nachvollziehbar ausdrücken, sie trennt immer deutlich zwischen Referiertem und Kommentar, auch beherrscht sie die wissenschaftliche Arbeitstechnik in überzeugender Weise. Vorm Hintergrund dieser Kompetenzen der Autorin hätte ein etwas umfangreicher geratener allgemeiner theoretischer Teil zu Hiphop oder zur Gender-Thematik oder eine etwas ausführlichere Synthese eine schöne Abrundung ergeben.
 
 
Renata Sunalova: Iris Szeghy – Leben und Werk Versuch einer Annäherung. 2010 (Magisterarbeit)
Die Geschichte der Slowakei und überhaupt die gesamte Situation der kulturellen Entfaltung dieses Landes im 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert, in dem Iris Szeghy geboren worden ist, brachten der Autorin tieferen Blick für die Entwicklung der KomponistInnengeneration in der Slowakei.
Dank der Bereitschaft der Komponistin Iris Szeghy auf Fragen von Frau Sunalova zu antworten, bekam sie die Gelegenheit, vor allem private Informationen zu bekommen, die in dieser Diplomarbeit eingearbeitet wurden. Mit dieser Arbeit konnte die Kenntnisse über diese Komponistin, ihr Schaffen, aber auch ihr Leben weiter vertieft werden. Es ist beachtlich, wie diese Frau und Komponistin aus der Slowakei mehr Hindernisse gerade dort in den Weg gelegt wurden, wo es wenige KomponistInnenpersönlichkeiten des 20. und 21. Jahrhunderts gibt. Die Informationen über den Lebenslauf von Iris Szeghy sowie ihre einzigartige und unnachahmliche Musik, die von dieser Frau geschaffen wird, beeinflusst nicht nur die Autorin musikalisch, sondern auch ihre menschliche Bewunderung und ihr Respekt gegeben über dieser Person in höchstem Maße. Aus diesem Grund wird es nicht nur ein weiteres Ziel von Frau Sunalova sein, den persönlichen Kontakt mit dieser Komponistin aufrechtzuerhalten, sondern auch weitere neue Informationen über die gesamte kompositorische Entwicklung dieser Frau in nächster Zukunft zu erlangen und ihre Werke in Musikleben bekannt zu machen.