Carole Dawn Reinhart: Blechbläserinnen. Geschichtliche Dokumentation und der Einfluss der International Women’s Brass Conference auf deren Berufsbild. 2009 (Dissertation)
Die Dissertation gliedert sich in drei große Abschnitte: nach einem historischen Überblick zum Berufsbild von Blechbläserinnen, (in dem auch über ihren Zugang zum Instrument und ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit berichtet wird), folgt das im Zentrum der Dissertation stehende Kapitel, eine Bestandsaufnahme der International Women’s  Brass Conference, (gewissermaßen eine Interessensvertretung  und ein Forum für Blechbläserinnen), die seit 1993 bereits fünf Mal stattgefunden hat.
Im dritten Abschnitt präsentiert Reinhart die Ergebnisse einer Umfrage, die anlässlich der Konferenz im Jahre 2006 mittels eines vor Ort verteilten Fragebogens (mit einem Rücklauf von 11%) durchgeführt wurde.  Die Autorin wendet sich an die Teilnehmerinnen der Veranstaltung, um u.a. Details über den musikalischen Werdegang, die berufliche Entwicklung als auch die Berufszufriedenheit in Erfahrung zu bringen. Aufschlussreich sind Auszüge aus Briefen der Teilnehmerinnen, in denen wiederholt auf die Bedeutung und Wichtigkeit der Organisation IWBC  für das berufliche Selbstverständnis der Musikerinnen hingewiesen wird.
Besonders verdienstvoll  ist die im Anhang befindliche chronologische Liste von insgesamt 182 überwiegend aus den USA stammenden Damen-Orchestern  bzw. Ladies-Bands, die mit wunderbarem Bildmaterial ergänzt (82 Abbildungen!), einen sehr eindrucksvollen Beleg für die ungeahnte Vielzahl und das Engagement der in diesen Berufsfeldern tätigen Frauen liefern.
Wenn gleich auch im historischen Überblick kaum Primärquellen herangezogen wurden, sondern überwiegend aus amerikanischen einschlägigen Publikationen zitiert wurde, überzeugt die formal  präzis und  engagiert  verfasste Arbeit der international renommierten Musikerin und Pädagogin durch die Zusammenstellung umfangreichen Materials und  zahlreicher, für die Genderforschung bedeutsamer  Detailinformationen.
 
Hiroko Huemer: „Fußballer sind auch Künstler“ Ein Vergleich der Berufswelten prominenter Musik und Fußballer. 2009 (Magisterarbeit)
Frau Huemer befasst sich in ihrer Diplomarbeit mit einem bislang nicht eingehender behandelten Thema, nämlich der Beziehung zwischen Fußball und Musik. Motiviert wurde sie dazu durch die Tatsache, dass einige prominente Fußballer eine besondere Neigung zur Musik öffentlich artikulieren, ebenso wie einige prominente Musiker ihre Leidenschaft für Fußball nicht verheimlichen.
Um die Unterschiede und Analogien der Berufswelten ‚Fußball‘ und ‚Musik‘ herausarbeiten zu können, führte Frau Huemer Tiefeninterviews mit fünf fußballbegeisterten Musikern (vier aus dem ‚E‘-Bereich, einer aus dem Pop-Genre), sowie mit vier prominenten Fußballern, die auch für ihre Musikleidenschaft bekannt sind, durch.
Dabei wurde der jeweilige Einstieg in das entsprechende Berufsfeld, Fragen des Erfolgsdrucks und des Images, die Bedeutung des Umgangs mit den Medien einerseits und mit dem Publikum andererseits und schließlich auch  die Bedeutung des jeweils anderen Metiers behandelt.
 
Hans Peter Hochhold: „Von Klassikfans, Hardrockern, Allesfressern und Konzertmuffeln“ Juveniles Konzertbesuchsverhalten in Oberösterreich unter besonderer Berücksichtigung ausgewählter Schultypen. 2009 (Dissertation)
Herrn Hochhold beschäftigt in seiner Dissertation die Frage, welche gesellschaftlichen Faktoren – von der sozialen Herkunft über die schulische Bildung bis hin zur jeweiligen Wohngegend – die musikalische Selbsttätigkeit, die Musikpräferenzen, den Musikkonsum der Schülerinnen und Schüler in Oberösterreich beeinflussen. In diesem Zusammenhang werden auch alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigt. Um zu entsprechenden Antworten zu gelangen, führte er eine umfangreiche empirische Erhebung an oberösterreichischen Jugendlichen durch, insgesamt wurden 774 Schülerinnen und Schüler befragt.
 
Christine Ferstler: Musikerinnen im Exil am Beispiel Lili Kraus. 2009 (Diplomarbeit)
Christine Ferstler hat sich in ihrer Diplomarbeit mit dem  sehr bewegenden Leben der  Pianistin Lili Kraus befasst. Der sehr ausführlichen Darstellung dieses Einzelschicksals vorangestellt ist ein  allgemeiner Abschnitt zur Exilforschung, in dem auch auf die nicht immer leicht zu bewältigenden Alltagsprobleme und genderspezifischen Aspekte im Exil  eingegangen wird. Hervorzuheben ist hier die Einarbeitung aktueller  Forschungsergebnisse der Exilforschung.
Die Diplomarbeit ist zwar in einem flüssigen, gut lesbaren Stil geschrieben, die Darstellung des Lebens der insbesondere als Mozart-Interpretin berühmt gewordenen Musikerin basiert jedoch im Wesentlichen ausschließlich auf der englischen Biografie von Steve Roberson, einem Schüler der Pianistin, die sich allerdings als höchst ungenaue Quelle erweist.
 
Ugo Fernando Varela López: Manuel M. Ponce – Leben und Werk. 2009 (Diplomarbeit)
Der Autor – selber gebürtiger Mexikaner – zeichnet ein umfassendes Bild  des Komponisten Ponce, wobei ihm der Haupterbe und Schüler Ponces, Carlos Vásquez, ein Freund der Familie Varela, Zugang zu in privatem Besitz befindlichen Archivmaterialien ermöglichte, die vermutlich sonst nicht hätten erschlossen werden können.
Die Beilage einer eigens für die Diplomarbeit zusammengestellten CD mit einigen repräsentativen Musikbeispielen aus Ponces hierzulande nicht allzu bekanntem Oeuvre  ergänzt sinnvoll Kapitel 4 (Musikalisches Schaffen) und ist daher eigens zu erwähnen.