Neue Zeiten - neue Forschungsmethoden?

Über den #COVID19#METHODWORKSHOP der Bildungswissenschaften der Universitäten Wien und Innsbruck


Am Freitag, den 18. Dezember 2020, fand ein der aktuellen Corona-Zeit und ihrer kommunikativen Beschränkungen geschuldeter online-COVID19-Methodenworkshop mit Keynotes, problembasierten Brainstorming-Gesprächen und aktiviertem Padlet statt. Das Team mit Sabine Krause, Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Michelle Proyer, Tenure Track Professorin für Inklusive Pädagogik an der Universität Wien am Zentrum für Lehrer*innenbildung und am Institut für Bildungswissenschaft, und Katharina Resch, post doc Universitätsassistentin an der Universität Wien am Zentrum für Lehrer*innenbildung, hatten dazu online eingeladen. Das große Thema war: Wie hat COVID19 unsere Forschung verändert? Hauptreferent Prof. em. Dr. Jo Reichertz sprach über den erschwerten Feldzugang, denn die gesamte qualitative wie auch quantitative Forschung ist letztlich auf Kontakte angewiesen. Es könnten Ergebnisse leiden, weil sich die Methoden der Datenerhebung veränderten: gewisse Gruppen könnten aktuell nicht beforscht werden. Es erodiert vielerorts das Zusammengehörigkeitsgefühl in Arbeitsgruppen, deren Zukunfshorizont bröckelt. Bei Drittmittelprojekten sei man inzwischen gut beraten, kontaktarme Forschung durchzuführen, womit gewisse Fragestellungen ausgeklammert würden. Es könnte sich die Forschungslogik umwandeln: statt die Frage ins Zentrum zu rücken und die Methode danach auszurichten, würde man eine sichere Methode bevorzugen müssen und schauen, was dann machbar ist.

In Kleingruppen konnte man weiterdiskutieren: Forschen undercover? Oder soll man nur noch Sekundäranalysen betreiben, also vorhandenes Material noch mal sichten? Wie sieht es mit der politischen und gesellschaftlichen Verantwortungen der Forscher bezüglich der neuen, manche Persönlichkeitsrechte einschränkenden Maßnahmen aus? Müsste die Community mutiger auftreten? Gattungsanalytische Untersuchungen von Blogpostings stellen sich als gut machbar heraus. Am Ende wurden drei Projekte vorgestellt; darunter eines, das mit der innovativen Methode Photo voice arbeitet.

 

Beate Hennenberg