Die Geschichte des IKM

Momentaufnahme 2016
Die Anfänge: 1975-1984

Übergangszeit und institutionelle Verankerung: 1985-1990

Zusammenführung von Lehre & Forschung: 1991-2001

Vom Hochschul- zum Universitätsinstitut: 2002-2010

Die Ausweitung von Lehre und Forschung: 2011-heute

Fortsetzung folgt…

Momentaufnahme 2016

Das IKM  wurde 1975 auf Betreiben von Ernst Haeusserman, dem damaligen Leiter des Theaters in der Josefstadt, Direktionsmitglied der Salzburger Festspiele und Leiter der Abteilung für Film und Fernsehen der mdw als "Institut für kulturelles Management, künstlerische Betriebsführung und Öffentlichkeitsarbeit" an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien gegründet. Der Institutsbetrieb wurde in den Räumlichkeiten in der Lothringerstraße mit dem Ziel aufgenommen, eine "Ausbildung im praxisnahen Bereich des kulturellen Managements und der künstlerischen Betriebsführung" (Zitat aus der ersten Institutsordnung) anzubieten. Diese Ausbildung sollte von Anfang an mit wissenschaftlichen Forschungsaktivitäten verknüpft sein, wobei der Fokus anfänglich auf die Hauptfächer Musik, Theater und Film gelegt wurde.

Im Juni 1976 wurden die bislang gelegentlich angebotenen Lehrveranstaltungen im 4‑semestrigen "Lehrgang für künstlerisches Management" gebündelt und das Lehrveranstaltungsangebot mit dem Ziel ausgebaut, qualifiziertes Führungspersonal für die österreichische Kunst- und Kulturszene auszubilden. Ernst Haeusserman und der Chefdramaturg der Wiener Staatsoper, Marcel Prawy, übernahmen gemeinsam die Lehrgangsleitung.

1978 wurde der Lehrgang in "Lehrgang für kulturelles Management" umbenannt und die Fortführung für weitere zwei Durchgänge beschlossen. Das Angebot war jedoch so erfolgreich, dass es  - mit einigen inhaltlichen Änderungen - bis heute weitergeführt wird.

 

Übergangszeit und institutionelle Verankerung: 1985-1990

Nach dem Ableben des Institutsgründers Ernst Haeusserman wurde 1984 der Professor für Gesang Leopold Spitzer zum neuen Leiter des IKM bestellt. Ihm fiel die Aufgabe zu, das IKM auch als Einrichtung zur Erforschung des Kunst- und Kulturbetriebs zu etablieren und auszubauen. 1986 wurde mit dem Projekt "Kultur und Ökonomie" der Auftakt zu einer umfassenden und bis heute wirksamen Forschungsarbeit gesetzt. Im selben Jahr trat auch ein reformierter Lehrplan in Kraft, der federführend vom damaligen Lehrgangsleiter und Gastprofessor, dem Kulturmanager Franz Willnauer, formuliert worden war.

In dieser Übergangszeit wechselte mehrmals auch die Institutsleitung – von Leopold Spitzer zuerst an den damaligen Rektor der Hochschule, Gottfried Scholz, und dann an Gastprofessor Karl Richter. Mit dem Umzug des IKM in die neuen Räumlichkeiten am Karlsplatz 2 wurden die Voraussetzungen geschaffen, ein fixes Institutsteam für Lehre und Forschung zu installieren.

 

Zusammenführung von Lehre & Forschung: 1991-2001


1991 wurde am IKM das erste Ordinariat für Kulturbetriebslehre im deutschsprachigen Raum eingerichtet. Der Wirtschaftswissenschaftler Werner Hasitschka übernahm mit der Professur auch die Instituts-, und ein Jahr später zusätzlich die Lehrgangsleitung. Dem neuen Leiter fiel die Aufgabe der Zusammenführung aller Institutsaufgaben, insbesondere von Lehre und Forschung, zu. Zudem galt es, das wissenschaftliche Fach Kulturbetriebslehre inhaltlich auszugestalten und als Interdisziplin an der Schnittstelle der Wirtschafts-, Sozial- und Kulturwissenschaft zu positionieren.

1993 wurde sowohl das Institut als auch der Lehrgang in "Institut für Kulturmanagement" bzw. "Lehrgang für Kulturmanagement" umbenannt. Unter der Leitung der Film- und Medienwissenschaftlerin Claudia Walkensteiner-Preschl wurden die Lehrgangsinhalte an die neuen Herausforderungen der Kulturmanagementausbildung angepasst. Ab dem Studienjahr 1994/95 wurde nach erfolgreichem Abschluss der Titel "Akademisch geprüfteR KulturmanagerIn" vergeben. 1999 wurde der Lehrgang in ein postgraduales Aufbaustudium mit der akademischen Graduierung eines "Master of Advanced Studies" (MAS) umgewandelt.

1993 wurde sowohl das Institut als auch der Lehrgang in "Institut für Kulturmanagement" bzw. "Lehrgang für Kulturmanagement" umbenannt. Unter der Leitung der Film- und Medienwissenschaftlerin Claudia Walkensteiner-Preschl wurden die Lehrgangsinhalte an die neuen Herausforderungen der Kulturmanagementausbildung angepasst. Ab dem Studienjahr 1994/95 wurde nach erfolgreichem Abschluss der Titel "Akademisch geprüfteR KulturmanagerIn" vergeben. 1999 wurde der Lehrgang in ein postgraduales Aufbaustudium mit der akademischen Graduierung eines "Master of Advanced Studies" (MAS) umgewandelt.


1994 wurde das Projekt LänderInitiative KUlturStatistik (LIKUS) gestartet, das einen einheitlichen Rahmen zur Erfassung von Ausgaben der öffentlichen Hand für den Kunst- und Kulturbereich bietet und nachhaltig in der österreichischen Kulturstatistik verankert werden konnte.

Um den interdisziplinären Ansatz, der am IKM in Lehre und Forschung verfolgt wird, auch im Institutsnamen sichtbar zu machen, wurde das IKM 1999 in "Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft" umbenannt.

 

Vom Hochschul- zum Universitätsinstitut: 2002-2010

Mit der Berufung von Werner Hasitschka zum Rektor der nunmehrigen mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, übernahm der Kulturökonom Franz-Otto Hofecker 2002 die Institutsleitung. Nachdem die mdw im Zuge der Universitätsreform 2003 das Promotions- und Habilitationsrecht erhalten hatte, konnten sich erstmals wissenschaftliche Mitarbeiter*innen des Instituts im Fach Kulturbetriebslehre habilitieren und Doktoratsprojekte betreuen. Aufgrund der Vollrechtsfähigkeit der Universitäten im Jahr 2004 wurde die Lehrtätigkeit der wissenschaftlichen IKM-Mitarbeiter*innen auf den Bereich der ordentlichen Lehre stark ausgeweitet. Gleichzeitig wurde der Lehrgang für Kulturmanagement ausgelagert und auf eine neue finanzielle Basis gestellt, um den Anforderungen der Bologna-Deklaration gerecht zu werden. Diese Aufgaben fielen dem Philosophen und Kulturwissenschaftler Tasos Zembylas zu, der nach der Übernahme der wissenschaftlichen Lehrgangsleitung auch den Studienplan überarbeitete und inhaltlich neu ausrichtete. Aufgrund der massiven Zunahme der Lehrgangsagenden wurde im selben Jahr die Stelle einer operativen Lehrgangsleitung geschaffen und mit der Germanistin Claudia Dürr besetzt.

2007 übernahmen der Jurist und Kulturmanager Thomas Hansmann die wissenschaftliche und die Heilpädagogin Katharina Pfennigstorf die operative Leitung des Lehrgangs für Kulturmanagement. Nach dem Weggang von Thomas Hansmann übernahm zunächst Franz-Otto Hofecker die Lehrgangsleitung, bevor schließlich Katharina Pfennigstorf mit den Agenden der Lehrgangsleitung betraut wurde.

Die wissenschaftliche Forschung am IKM hatte sich durch die Universitätswerdung intensiviert, was sich in zahlreichen Publikationen niederschlug. Vor allem stand die nachhaltige Verankerung der Kulturbetriebslehre als wissenschaftliche Inter-Disziplin im Fokus, aber auch die Kulturpolitikevaluierung, Musikschulforschung und Erforschung der Kulturindustrien, insbesondere der Musikindustrie, wurden forciert.

Die Ausweitung von Lehre und Forschung: 2011-heute

2011 wurde am IKM die Professur für Gender Studies eingerichtet und mit der Historikerin Doris Ingrisch besetzt, wodurch der kulturwissenschaftlich orientierte 'Gender'-Schwerpunkt ausgebaut und konsolidiert werden konnte. 2014 wurde eine Universitätsassistenz-Stelle für Gender Studies geschaffen. Um in weiterer Folge die Sichtbarkeit der Gender Studies am IKM zu erhöhen, wurde der Institutsname 2016 auf "Institut für Kulturmanagement und Gender Studies" geändert. Zusätzlich wurden auch neue Universitätsassistenz-Stellen – 2012 für Kulturwissenschaft und 2016 für Kulturbetriebslehre – geschaffen und besetzt.

Mit dem Bezug der neuen Institutsräumlichkeiten im ersten Stock des Schlagwerkhauses am mdw-Campus rückte das IKM nicht nur räumlich dem Haupthaus näher, sondern konnte sich auch stärker mit anderen Instituten sowie dem Lehrbetrieb vernetzen. Ein Ergebnis davon ist der auf vier Semester angelegte Universitätslehrgang für angewandte Dramaturgie in Musik und darstellender Kunst, der von der Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin und Künstlerin Barbara Kremser mitkonzipiert und seit 2018 von ihr geleitet wird.

Mit der internationalen Konferenz "Vienna Music Business Research Days", die seit 2010 jährlich an der mdw abgehalten wird, konnte sich die von der Kulturbetriebslehre abgeleitete Musikwirtschaftsforschung international vernetzen und als neues wissenschaftliches Fach etablieren. Eine Vielzahl weiterer nationaler und internationaler Veranstaltungen zu Wissenschaft und Kunst, u.a. die 2010 und 2019 organisiertenJahrestagungen des Fachverbands Kulturmanagement und 2015 die Konferenz "to be related", haben das IKM fest im Forschungsbetrieb verankert. Darüber hinaus ist das IKM seit 2015 Sitz der International Music Business Research Association (IMBRA) und seit 2019 Geschäftsstelle für den Fachverband Kulturmanagement.

Im Oktober 2018 übernahm der Kulturbetriebs- und Musikwirtschaftsforscher Peter Tschmuck nach der Pensionierung von Franz-Otto Hofecker die Institutsleitung. Zusammen mit dem Team des IKM gilt es nun, die beiden neuen Professorinnen - Evelyn Annuß für Gender Studies und Andrea Glauser für Kulturwissenschaft - und ihre Forschungsschwerpunkte gut in das Bestehende zu integrieren und gemeinsam inter- und transdisziplinär zu arbeiten.

Fortsetzung folgt …