Erfolge unserer Studierenden / Lehrenden

1. Dezember 2017

«Bilder im Kopf»: Die Gewinner des mdw-Kompositionswettbewerbs für Wien Modern

 

Zum doppelten Jubiläum starteten die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (200 Jahre) und Wien Modern (30. Festivalausgabe) einen gemeinsamen Kompositionswettbewerb unter dem Festivalmotto «Bilder im Kopf». Die Gewinnerstücke werden beim Abschlusskonzert von Wien Modern am 1. Dezember 2017 uraufgeführt.

Gesucht wurde «Musik, die Bilder evoziert. Ohne Filme, Videos oder Projektionen – nur mit den Mitteln des Orchesters. Musik, die Assoziationen im Kopf der Zuhörenden in Gang setzt, die visuelle Vorstellungskraft befeuert, imaginierte bildliche oder filmische Inhalte inspiriert und dem Publikum über die Ohren etwas vor Augen führt.» Teilnahmeberechtigt waren Studierende des Instituts für Komposition und Elektroakustik sowie Alumni längstens drei Jahre nach Studienabschluss. Die siebenköpfige Jury, bestehend aus Karlheinz Essl, Barbara Gisler-Haase, Reinhard Karger, Johannes Kretz, Jean-Bernard Matter und Simeon Pironkoff (mdw) sowie Bernhard Günther (Wien Modern) hat folgende Werke ausgewählt:

Víctor Báez (MEX): An Orchestra Piece for 43 Missing Students
Constant Goddard (LUX, DEU, GBR): The Idealist, the Jester and the Troll für großes Orchester
Shin Kim (KOR): Landschaftsmalerei 1 für großes Orchester
Marko Markuš (CRO): Nebula für großes Orchester
Mathias Johannes Schmidhammer (ITA): Silver Linings für Violoncello und Orchester
Elias Spricht (Razumeiko Illia) (UKR): Sonnenfinsternis für Klavier und Orchester

«Die sechs Orchesterstücke sind sehr unterschiedlich und zeigen auf vielfältige Weise, wie Musik auf die Fantasie wirken kann – von quasi narrativer Programmmusik über die Erzeugung starker, fast filmischer Atmosphären bis hin zu starken politischen Bildern», fasst Festivalleiter Bernhard Günther die getroffene Auswahl zusammen. «Das international zusammengesetzte Ergebnis zeigt auch die Vielfalt der Studierenden an der mdw und das hohe Niveau der jungen Generation», so Institutsleiter Johannes Kretz. Die Gewinnerstücke wurden am 1. Dezember beim Abschlusskonzert von Wien Modern im ORF RadioKulturhaus uraufgeführt. Es spielt das mdw Orchester Wien Modern unter der Leitung von Jean-Bernard Matter.

Biografien

Víctor Báez wurde in Mexico City geboren. Erste musikalische Erziehung in Mexiko. Bachelor- und Masterstudium in Komposition an der Konservatorium Wien Privatuniversität, seit 2009 weiteres Studium an der mdw bei Detlev Müller-Siemens. Workshops und Meisterkurse bei Klaus Lang, Brian Ferneyhough, Marco Stroppa, Misato Mochizuki u.a. Aufführungen in Mexiko und Europa, u. a. Klangspuren Schwaz und Internationales Forum für neue Musik in Mexico City. Regelmäßige Ausstrahlungen im mexikanischen und österreichischen Rundfunk (Ö1, Radio Orange). Zusammenarbeit mit Musikern und Ensembles wie Robert Gillinger, Ensemble LUX, Ensemble Platypus, Ensamble 3 (Mexiko), Ensamble Onix (Mexiko) u.a. Diverse Preise und Auszeichnungen, darunter 7 konsekutive Förderungspreise des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK, 2010–2016) und das Fulbright Stipendium.

Constant Goddard wurde in Luxemburg geboren und studiert Medienkomposition an der mdw Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Iris ter Schiphorst. Er hatte Gesangsunterricht bei Jörg Schneider und ist derzeit Mitglied des Wiener Kammerchores. Sein erstes Streichquartett wurde vom Danel Quartett 2012 während des Vaganza Festivals in Manchester uraufgeführt. Das dritte Streichquartett gewann 2015 den Kompositionswettbewerb der Alban Berg Stiftung, wurde in Wien vom Hugo Wolf Quartett uraufgeführt und tourte anschließend durch Österreich. Er erhielt Aufträge vom norwegischen Ensemble asamisimasa und vom Austrian Jazz Orchestra. 2017 komponierte er u. a. für Zone expérimentale Basel.

Marko Markuš wurde 1990 in Karlovac, Kroatien geboren. Er studierte an der mdw Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Komposition bei Axel Seidelmann, Michael Obst und Michael Jarrell und ab 2012 zusätzlich Medienkomposition und angewandte Musik bei Reinhard Karger. 2015 bzw. 2016 schloss er beide Studien mit Auszeichnung ab. Markuš erhielt bislang verschiedene Stipendien und Förderungen und nahm an bedeutenden internationalen Programmen teil. Daneben ist er als Lehrer für Tonsatz und Gehörbildung tätig. Er lebt seit 2008 in Wien.

Elias Spricht (Illia Razumeiko) wurde in 1989 in Saporischja (Ukraine) geboren. Er studierte am dortigen Musikcollege klassische Gitarre und Musiktheorie sowie Komposition an der National Tchaikovsky Musik Academy in Kyiv. In Wien studierte er Komposition bei Martin Lichtfuss und seit 2015 bis heute elektroakustische Komposition bei Karlheinz Essl. Mit Roman Grygoriv hat er die Festspiele PORTO FRANKO sowie mit Grygoriv und Vlad Troitskyi die Künstlergruppe NOVA OPERA gegründet, wo Illia Razumeiko bis heute als Komponist, Pianist und Performer aktiv tätig ist. Die dort entstandenen Werke wurden in der Ukraine, Mazedonien, Polen, Dänemark und Österreich aufgeführt.

Mathias Johannes Schmidhammer, 1991 in Meran geboren, studierte 2011–2017 Komposition an der mdw Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien bei Michael Jarrell, Johannes Maria Staud, Periklis Liakakis und Axel Seidelmann. Zusätzlich studiert er dort Klavierpädagogik bei Harald Ossberger. Seine Drei Stücke für Klaviertrio wurden als Pflichtstücke für den 6. Internationalen Joseph Haydn Kammermusikwettbewerb 2015 in Wien ausgewählt und im Doblinger-Verlag verlegt. Im Sommer 2016 gewann er mit seinem Ensemblewerk SISU beim Kompositionswettbewerb 70 Jahre Südtiroler Künstlerbund sowohl den 1. Preis der Jury als auch den Publikumspreis. Er erhielt unter anderem Kompositionsaufträge vom Klavierduo Ossberger Marantos, von Alejandro Biancotti (Solocellist des Haydn Orchester Bozen Trient), vom Ensemble airborne extended, vom Ensemble Winkraft Tirol, sowie vom Platypus Ensemble.

Shin Kim wurde 1994 in Seoul, Südkorea geboren. Er begann sein Kompositionsstudium bei Sungki Kim an der Korea National University of Arts und studiert nun im Rahmen des Erasmus-Programms bei Karlheinz Essl an der mdw Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er komponiert vielfältig, u.a. Konzert-, Tanz- und Bühnenmusik, und arbeitet eng mit Ensembles wie Sonor XXl, Nahree, Kyul u.a. zusammen, teilweise als Ensembleleiter. Seine Werke wurden bei Konzerten im Rahmen von KNUA Organ Series (2014–2017), ISCM Pan Music Festival (2015), KNUA Dance Platform Festival (2016) u. a. aufgeführt.

 


 

17.-19. November 2017

Daniel Serrano (Studierender, Komposition bei Prof. Jarrell, Musiktheorie bei Prof. Schröder) hat beim 17. Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie, welche dieses Jahr in Kooperation mit der Gesellschaft für Popularmusikforschung GfPM in Graz stattfand, einen ersten Preis im künstlerischen Wettbewerb erhalten, für das Stück "La Muse Danse. Praetorius-Bearbeitungen für Blockflötenconsort" für 2 Altblockflöten, Tenorblockflöte, Bassblockflöte und Großbassblockflöte. Die Vorlage der Bearbeitungen sind vier Tänze aus Michael Praetorius Tanzsammlung Terpsichore (1612).

 


 

12. September 2017

Studierende im Studienzweig Musiktheorie (Diplom und Doktorat) wurden für Vorträge zu folgenden Konferenzen eingeladen:

 

Konferenz Modus – Modi – Modalität, European University Cyprus, Department of Arts. 6.–10. September 2017, Website: www.modality2017conference.com

 

  • Nikola Komatović, „Escalator to Parnassus“

 

 

Dritter Kongress der Russischen Gesellschaft für Musiktheorie „Revolutions in the History of the Music Culture. Dedicated to the Centennial of the Russian Revolution of 1917“. Tschaikowski-Konservatorium Moskau 25.–29. September 2017, Website: eng.otmroo.ru/node/10

 

  • Hristina Šušak, „Shostakovich’s orchestration. His symphonies as a mirror of a cataclysmic land”

 

 

Zur 12th Biennial International Conference on Music Theory and Analysis

Belgrade Musica movet: affectus, ludus, corpus, 13.–15. Oktober 2017, Website: otmroo.ru/node/134 und www.fmu.bg.ac.rs/katedra_za_muzicku_teoriju.php 

wurden folgende Studierende zu Vorträgen eingeladen:

 

  • Olja Janjuš, „Sacramental confession of all musical ‚sinns’ - reflections on a postludium for orchestra by Marko Nikodijević”

 

  • Sonja Koković, „Mozart through the eyes of Poulenc. An experimental study on ergopropic effects of their piano concertos“

 

  • Nikola Komatović, „Catel's compromise: you have won your right to be deceived”

 

  • Hristina Šušak, „The power of instrumental corpora. Reflections on occasion of Edgar Varèse’s Ionisation

 

 

Zum Jahreskongress der Gesellschaft für Musiktheorie gmth in Kooperation mit der Gesellschaft für Popularmusikforschung „Populäre Musik und ihre Theorien. Begegnungen – Perspektivwechsel – Transfers“ an der Kunstuniversität Graz, 17.–19. November 2017, Webite: gmth.blob.core.windows.net/site/GMTH-GfPM_Kongress_2017_Programm_24-07-2017.pdf

wurden folgende Studierende zu Vorträgen eingeladen:

 

  • Olja Janjuš, „’Was will er auf dieser klassischen Bühne?’ Bernhard Ganders Inszenierung von Black- und Death-Metal“

 

  • Sonja Koković, „Musikalisches Fest – Musik zum Singen, Spielen und Tanzen. Typen der Melodiebildung in den Tanzsammlungen von Michael Praetorius und Johann Hermann Schein“

 

  • Daniel Serrano, „Tritt oder Passus – rhythmisch-metrische Modelle in Tänzen aus Michael Praetoriusʼ Terpsichore und Johann Hermann Scheins Banchetto musicale

 

  • Hristina Šušak, „Komplexes aus Einfachem: Justin Biebers Love Yourself aus dem Blickwinkel einer Spektralanalyse und von LARA“

 

 

Zu der Internationalen Konferenz für PhD-Studierende „Musicology (in)action:

Past musics, present practices, future prospects“ an der Aristoteles-Universität Thessaloniki in Kooperation mit der Universität Mazedonien, 9.–11. Februar 2018,

wurden folgende Studierende eingeladen:

 

  • Sonja Koković, „A Case of Adaptation: Mozart’s music through the eyes of Poulenc”

 

  • Hristina Šušak, „Bewildering Suggestions: Multiple Ways to analyse Edgar Varèse’s Ionisation