Infrastructuring Solidarity: Towards Careful Abolition – A Post-digital Media Theory of Solidarity

Dr. Maja Figge, ICGP, und Jun.-Prof. Dr. Jasmin Degeling, Bauhaus Universität Weimar

JUL 1, 2026 – DEZ 12, 2027

Dieses Projekt fragt, wie Solidarität in gegenwärtigen postdigitalen Medienkulturen infrastrukturiert werden kann, um lebbare Formen des Lebens für differentiell betroffene Menschen zu schaffen – in einer Zeit, in der das Internet nicht mehr nur Diskriminierung reproduziert, sondern Technofaschismus bereits hegemonial geworden: Soziale Medienplattformen zeitigen aufgrund ihrer ökonomischen und affektiven Strukturen, ihrer Affordanzen der Konnektivität, Aufmerksamkeit und Un/Sichtbatkeit, Synergieeffekte zwischen politischer Ökonomie, Medieninfrastruktur und Faschisierung. Sie durchdringen unseren Alltag, verändern Wahrnehmung, Subjektivierung und Begriffe. Dabei werden unsere gesellschaftlichen Relationalitäten medialisiert und entlang der Achsen von Race, Klasse, Geschlecht, Sexualität und Behinderung differentiell erfahren. Daher öffnen wir aktuelle Digitalmedien- und kritische Infrastrukturforschung durch abolitionistische und queere Perspektiven. Wir suchen nach unerwarteten Fehlern, Zufällen und Störungen in gegenwärtiger Netzkulturen, nach zeitgenössischen Praktiken der Solidarität, die reparative Prozesse der Versorgung und Rekonfiguration in Gang setzen können. So fragen wir nach der Möglichkeit sozio-medien-technischer Infrastrukturen der Solidarität in Zeiten von Postwahrheit, sozialer Segregation und ungleichen Möglichkeiten der Teilhabe und des Überlebens. Mittels dieser spekulativen Route schlagen wir ein radikaldemokratisches Projekt sorgevoller Abolition vor.

 

VolkswagenStiftung, Förderinitiative: Aufbruch – Neue Forschungsräume für die Geistes- und Kulturwissenschaften
https://projektdatenbank.volkswagenstiftung.de/projekt/0200556

Projektnummer: 0200556

Dr. Maja Figge