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Dirty Dragging. Performative Transpositionen

Evelyn Annuß

Dirty Dragging ist dem unberechenbaren, nomadischen Mitschleppen gewidmet und reformuliert queertheoretische Fragen aus transozeanischer Perspektive. Das Buch beschäftigt sich mit der Ambivalenz ›dreckiger‹ Auftrittsformen von Drag über Karneval bis zur Propaganda in politischen Gewaltzusammenhängen: unter Apartheid, NS und Jim Crow-Segregation. Evelyn Annuß erweitert die Lektüre von Gender Bending um Perspektiven auf Blackface und ›racialized Drag‹. Entsprechend fragt Dirty Dragging sowohl nach gewaltförmigen, lokal spezifischen Mobilisierungen des Transgressiven als auch danach, wie sich queere und kreolisierte Formen performativen Widerstreits gegen identitäre Trennungen verschränken. So erinnert das Buch vor dem Hintergrund gegenwärtigen rechtsautoritären Abdriftens zugleich an das potenzielle Glück, die Verhältnisse kollektiv zum Tanzen zu bringen.

Das Buch erscheint auch auf Englisch.

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Über die Autorin

Evelyn Annuß,

Professorin für Gender Studies, leitet das International Research Center Gender and Performativity (ICGP) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Ästhetik, Performativitätstheorien und der Kritik der Politik. Als Kultur-, Theater- und Literaturwissenschaftlerin beschäftigt sie sich u. a. mit politischen Spektakeln, ihrer Historizität und Medialität, im Kontext von NS, Kolonialrassismen und (Re-)Faschisierung. Zeitgleich erscheint bei mdwPress auch der mit Raz Weiner herausgegebene Band Facing Drag. Gender Bending and Racialized Masking in­ Performing Arts and Popular Culture.

Dirty Dragging geht aus Recherchen im südlichen Afrika, den USA und den Alpen hervor und ist im Rahmen des DFG-Heisenberg-Projekts Grenzziehungen und performative Transpositionen (FU Berlin) entstanden.

 

“Evelyn Annuß has written a definitive, detailed, multi-sited, transnational his- tory of drag. This book offers a sinuous history of performance, race, collective- world-making and unmaking and it uses various national archives to resist any simple equation between drag and subversion. Spectacles of cross-dressing and black-face, she shows, intertwine across several racial regimes confounding the usual separation of these practices and demanding a careful investigation into when and how racial and gender crossing and passing are deployed within toxic nationalism and when and how they become a repudiation of purity and a queer and radical embrace of the inauthentic, the barbaric and the other. Dirty Drag- ging offers startlingly new readings of drag performance and is an instant classic!” – Jack Halberstam, Columbia University New York City Wild Things (2020), Female Masculinity (2019), und The Drag King Book (1999)

 

“Dirty Dragging ist ein Must Read: eine sehr produktive und politisch wichtige Intervention in die Queer und Gender Studies, die Kultur- und Theaterwis- senschaften und vor allem auch in die Performance Studies. Dirty Dragging hat das Potenzial, diese Disziplinen exemplarisch zu prägen, weil es nicht nur binäre, dualistische Perspektiven aufbricht. Mit dem Blick auf Kreolisierungs- prozesse können Drag, Geschlecht, Rassifizierung und Klasse in neuer Weise zusammenhängend verstanden werden.” – Isabell Lorey, KHM Köln Democracy in the Political Present: A Queer-Feminist Theory (2022), Die ­Regierung des Prekären (2020) und Immer Ärger mit dem Subjekt (2017)

 

“Evelyn Annuß thinks across history, geography, and forms of political practice to offer a capacious conception of dragging. The non-linear weft of this work complicates notions of genealogy, origins, and indigeneity.” – Zimitri Erasmus, Wits University Johannesburg Race Otherwise (2017)