Geschlechtergerechte Sprache

„Die mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien steht für Gleichbehandlung, Fairness und Respekt gegenüber allen Universitätsangehörigen. Daher sollte gendergerechtes Formulieren an der mdw Standard sein.“ (Rektorin Ulrike Sych)​​​​​​​

Die mdw ist ein Ort, der allen Angehörigen (Studierenden, Lehrenden, Verwaltung) die bestmöglichen Rahmenbedingungen für das Lernen, Lehren und Forschen bieten möchte. Deshalb ist es wichtig, dass ein respektvoller Umgang miteinander gepflegt wird. Dieser zeigt sich auch in der Sprache. 

Geschlechterinklusive Sprache kann dabei durch unterschiedliche Herangehensweisen realisiert werden. 
Um Unterstützung beim gendergerechten Formulieren anzubieten und eine faire und inklusive Kommunikation zu fördern, wurde 2016 der Leitfaden Fair in Wort und Bild“ (PDF) von der mdw herausgegeben. Er wurde unter Mitwirkung von Rektorin Ulrike Sych, Vizerektorin Gerda Müller, AKG und GGD veröffentlicht und ist die Grundlage für die Verwendung geschlechtergerechter Sprache an der mdw. 

 

Kommunikation an der mdw

Für den Schriftverkehr der mdw empfiehlt das Rektorat in der Kurzfassung des Leitfadens neben der Verwendung der vollständigen Paarform sowie geschlechtsneutraler Formulierungen den Gender-Gap (Unterstrich „_“) oder das Binnen-I als Form der gendergerechten Schreibweise zu benützen.

Der Gender Gap ist die derzeit an der mdw gebräuchliche Schreibweise für offizielle Dokumente (mdw-Mitteilungen, Entwicklungsplan, etc.), mdw-eigene Veröffentlichungen (mdw-Magazin, Stellenausschreibungen) sowie die externe Kommunikation (Website, Aussendungen, Vorträge, etc.). Wissenschaftliche Arbeiten sind in geschlechtergerechter Sprache zu verfassen, wobei den Autor_innen – in Absprache mit ihren Betreuer_innen – offen steht, welche Form der sprachlichen Gleichstellung sie verwenden.

Für die persönliche Kommunikation (E-Mails, etc.) können neben dem Gender-Gap auch der Stern („*“, bspw. Künstler*innen) oder die Tilde (“~“, bspw. Wissenschafter~innen) verwendet werden.

Die gedruckte Version des Leitfadens ist über die Stabstelle für Gleichstellung, Gender Studies und Diversität zu beziehen.

Leitfaden Fair in Wort und Bild: Mit besonderem Dank an die Wirtschaftsuniversität Wien – Stabstelle für Gender & Diversity Policy, Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG) der WU und Christoph Hofbauer – sowie an die Akademie der bildenden Künste Wien für die freundliche Genehmigung der Adaptierung ihrer Broschüre bzw. ihres Leitfadens für gendergerechte Sprache.

 

Gesellschaftliche Entwicklungen

„Die Grenzen deiner Sprache sind die Grenzen deiner Welt – frei nach Ludwig Wittgenstein können wir festhalten, dass die sprachliche Benennungspraxis, d.h. die Sprache, die wir sprechen, die Namen, die Worte, die wir wählen, viel über unser Denken aussagen.
Haben Sie Interesse an einem Experiment?
Sprache konstruiert Wirklichkeit und ist etwas dynamisches, gleichzeitig wird sie auch durch gesellschaftliche Entwicklungen verändert.

Geschlechtergerechte Sprache verstehen wir als ein Werkzeug/Mittel

  • für eine erfolgreiche und wertschätzende Kommunikation
  • für eine geschlechterpolitisch genaue Registrierung davon, welche Person was wann warum wie weshalb macht
  • dafür, dass durch die Nennung aller Geschlechter – wie z.B. im Wort Student_innen – die Sichtbarmachung der Diversität der Geschlechteridentitäten gesteigert wird.

Das seit den 1980er Jahren genützte Binnen-I („I“, bspw. TechnikerInnen) ist durch die Kritik an der dominanten Binarität von Geschlechtervorstellungen in den Hintergrund getreten. Der Gender-Gap (bspw. Künstler_innen) drückt die geschlechtliche Vielfalt von Menschen in der Sprache aus und geht über die binären Kategorien weiblich/männlich hinaus. Dies ist insbesondere nach der Erkenntnis des österreichischen Verfassungsgerichtshofes (VfGH) im Juni 2018 relevant, nach der aufgrund von Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention das Recht auf individuelle Geschlechtsidentität geschützt ist. Das bedeutet konkret, dass in Österreich derzeit (2021) Interpersonen und nur diese aus sechs Geschlechtseinträgen wählen können: neben „männlich“ und „weiblich“ sind im Personenstandsregister "divers", "inter", "offen" oder auch die Löschung des Geschlechtseintrags möglich. Menschenrechtsgruppen kritisieren, dass diese Optionenvielfalt nicht-binären Personen nicht zugestanden wird. Der Gender Gap ermöglicht den notwendigen sprachlichen (Frei-)Raum und die Darstellungsform für alle Geschlechter.

 

weitere Leitfäden

- Geschlechterinklusiver Sprachgebrauch in der Administration der Universitaet Wien
Universität Wien, Wien 2019

- Geschlechtergerechte Sprache im Wirkungsbereich des BMBWF
Abteilung Gleichstellung und Diversitätsmanagement (Präs/1) mit inhaltlicher Unterstützung der Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen an Universitäten, hg. v. Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Wien 2018

- Fair und inklusiv in Sprache und Bild. Ein Leitfaden für die WU

Sonja Lydtin, Stabstelle für Gender & Diversity Policy der Wirtschaftsuniversität (WU), in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (AKG) der WU und Christoph Hofbauer, Wien 2015

- Geschlechtergerechtes Formulieren
hg. v. Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bmukk), 3. aktualisierte Auflage Wien 2012

- Leitfaden geschlechtergerechtes Formulieren
erstellt in der AG Antidiskriminierung vom Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen (Alexander Fleischmann) mit Unterstützung durch den Verein Diskursiv (Vlatka Fretić und Persson Perry Baumgartinger) in Erweiterung des Leitfadens des BMBWK, veröffentlicht im Mitteilungsblatt Nr. 4 der Akademie der bildenden Künste Wien, Studienjahr  2010/11, ausgegeben am 20.10.2010

- Geschlechtergerecht in Sprache und Bild

hg. v. Stabsabteilung für Gleichstellungspolitik, Universität Linz, Linz 2009