Livestream : Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Eugen Onegin

Mittwoch, 22. und Donnerstag, 23.März ab 19:00 Uhr

Schloßtheater Schönbrunn

Alles beginnt auf dem Land. Man ist der Natur nah, aber man weiß wenig über seine Gefühle - oder gesteht sich über sie kein Wissen ein. Man lebt in den Büchern, die - weit davon entfernt, einem zu helfen - nur für noch größere Verwirrung sorgen.
In dieser Geschichte begegnet einem alles, was das Leben so mit sich bringt: Die Sehnsucht, der Mann der Träume, das Rasen der Eifersucht, die Liebe und ihre mehrfache Zurückweisung, ein Konflikt mit tödlichem Ausgang, doch es ist alles ein bisschen wie hinter Glas oder unter Wasser, das wichtigste Tool ist das Innuendo, die Andeutung, deshalb lassen sich die Aktionen der handelnden Personen auf so vielfältige Weise interpretieren.

Die Musik macht da nicht mit! Tschaikowski verschmäht alles Ungefähre - er ist direkt, schockierend unverblümt und immer existentiell verstrickt, es ist, als erzählte er eine völlig andere Geschichte, und das ist das Reizvolle an diesem Stück: Die gegensätzlichen Perspektiven von Handlung und Musik, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Aktion und Motivation, die diametral entgegengesetzten Konzepte von Raum und Wahrnehmung des Raumes. Eine weite Landschaft, die Klaustrophobie erzeugt, ein beschaulicher und eigentlich langweiliger Tagesablauf, in dem die Emotionen Vollgas geben.

Eine Veranstaltung des Instituts Gesang und Musiktheater
Musikalische Leitung: Peter Marschik
Inszenierung: Alexander Hauer
Bühne: Daniel Sommergruber
Kostüme: Julia Klug
Webern Symphonie Orchester