Abstracts
 
Dr. med. Urs Rüegg 
Musiktherapeut SFMT, Psychiater, Psychotherapeut FMH, Ausbildung in Analytischer Psychologie nach C.G. Jung, Körper- und Trancetherapeut, Supervisor
 
Musikinduzierte veränderte Wachbewusstseinszustände
 
Musikinduzierte veränderte Wachbewusstseinszustände (Dittrich, 1988; Scharfetter, 
1995) als Spezialform der rezeptiven Musiktherapie (vgl. Strobel, 1988) sind an 
bestimmte Voraussetzungen bei Patient und Therapeut gebunden. Seitens der 
Therapeutin ist die Kenntnis von Implizitem Wissen (Stern, 2006) konzeptuell hilfreich. 
 
Musikinduzierte veränderte Wachbewusstseinszustände können in stationärer und 
ambulanter Psychiatrie und Psychotherapie Verwendung finden. 
 
Im Workshop wird eine Tranceinduktion und -durchführung mit Oceandrum, Monocord 
oder Gong angeboten. Das Erfahrene, klinische Anwendung und die erwähnten 
Voraussetzungen (Indikation und Kontraindikation) werden diskutiert. 
 
 



Prof. Dr. Tonius Timmermann
Dipl. Pädagoge, Musiktherapeut BVM, Psychotherapie HPG

Musical realisation of psychotherapeutic techniques

This workshop is dealing with a deep psychological orientated music therapy,
especially the use of wide ranging psychotherapy techniques:
Holding/Containing, Supporting, Nurturing, Mirroring, Confronting/Provoking,
Working through Resolution: verbalisation/musical representation. The music
therapeutical techniques are handled in the form of the modified use of
receptive and active strategies to fit each situation. Practical examples
and exercises may complete the theoretical explanation.


MMag. Edith Zahler
Musiktherapeutin, Psychologin, Weiterbildung Lehrmusiktherapie, Psychotherapie 1.A. unter Supervision


Musiktherapeutische Traumaarbeit nach der existentiellen Bedrohung durch eine Körperverletzung.
Psychoanalytische Reflexion über die Musiktherapie mit einem kognitiv eingeschränkten jungen Mann

Anhand einer musiktherapeutischen Fallgeschichte wird das mit einer Körperverletzung einhergehende psychische Trauma beleuchtet: Diese Art der seelischen Traumatisierung wird zum einen von dem psychischen Störungsbild der posttraumatischen Belastungsstörung abgegrenzt und zum anderen aus psychoanalytischer Sicht beschrieben, wobei die Theorie Melanie Kleins über die frühkindlichen Vernichtungsängste besondere Berücksichtigung findet.
Im Kontext des Fallbeispieles werden die unbedingt notwendigen Voraussetzungen diskutiert, damit der kognitiv eingeschränkte Klient die existenziell bedrohlichen Themen und die damit verbundenen heftigen Affekte auf der musikalischen Handlungsebene durcharbeiten kann. Besonders wichtig an dem beschriebenen musiktherapeutischen Prozess ist, dass der Klient die bedrohlichen Themen in einer seinen kognitiven Möglichkeiten adäquaten Form symbolisieren und gleichzeitig seine damit verbundenen Affekte gestalten und abführen kann. Hervorgehoben werden soll auch das positive Potenzial der Handlungsebene in der Musiktherapie: Da das Trauma des Klienten sehr stark mit dem Erleben von Kontrollverlust und Ausgeliefertsein verbunden ist, ist die Möglichkeit zur Aktivität bei der Bearbeitung der traumatischen Themen wesentlich: Sein musikalischer Gestaltungsprozess wird zu einer aktiven Form der Bewältigung. Dies ermöglicht ihm eine progressive psychische Entwicklung, die sich letztendlich darin zeigt, dass er seine Auseinandersetzung mit den bedrohlichen Themen zum Abschluss bringen und sich neuen Lebensthemen zuwenden kann.


Klaus Göhr
Beat, rhythm & groove

In this workshop we will start with some simple beats (off- and downbeats) while dancing and moving. Later on we try out some rhythms on different percussion instruments. We will mix all up, play all together a sort of „street rhythm- groove“, and work out some nice arrangements.
The last step will be an audio- recording of this percussion arrangement(s). It will be posted on our website.



o. Univ.-Prof.Dr.med.univ. Gertraud Berka-Schmid
Ärztin für Allgemeinmedizin, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, Psychotherapeutin, Ärztin für Psychotherapeutische Medizin, Lehrtherapeutin für Funktionelle Entspannung, Gesangsstudium, Ordinariat für Gesang an der MDW 

Das Instrument Körper
Stimme und Chronobiologie

Der Mensch ist Musik, hörbar und unhörbar. 
Klang, Rhythmus und Melodie mitsamt Dynamik stehen in enger Verbindung und Wechselwirkung mit unserem Vegetativum. Unsere biologischen Rhythmen unterliegen vielfältigen Einflüssen. Der stärkste innere Zeitgeber ist die Atmung.
Leben, Sprechen, Singen, Musizieren ist gestaltetes Atmen.
Unser ureigenstes Instrument ist unser Körper. Wir haben nicht nur eine Stimme, wir sind unsere Stimme.
Die Stimme ist das hörbare Ergebnis von Koordination, Synchronisation, Ergonomisierung von Haltung, Atmung, Bewegung.
Oder: Die Stimme ist das hörbare Ergebnis geistiger Intention, (wenn es nicht gerade eine reaktive Affektäußerung ist), körperlicher Befindlichkeit, seelischer Befindlichkeit, genetischer Disposition, Funktionalität und deren Wechselwirkungen.
Das Herstellen, Wiedererlangen, Stabilisieren einer vegetativen Balance ist neben der Vermittlung eines Grundverständnisses für Chronobiologie Ziel dieses Seminars.


Mag. Agnes Burghardt 
Musiktherapeutin, Psychologie-Studentin
Diagnostics in Musictherapy

In this workshop we discuss the role that music therapy can play in the field of diagnostics. What can we as music therapists contribute to understand a patient’s problematic behavior or to find out about his or her personal resources? What are the advantages and chances but also difficulties of music-therapeutical diagnostics, especially in comparison to psychological methods?
After a theoretical input about the basic principles and methods of both musictherapeutical and psychological diagnostics is given, a platform for a critical and open discussion about the topic shall be provided. This will also be encouraged by several video examples of music-therapeutical scenes.


Inge Bracke 
Dipl. Musictherapist
Just like in heaven - Musictherapy in pediatric Oncology

Since 1991 music therapy has been offered to pediatric oncology patients during their stay at the university hospital Gasthuisberg in Leuven, Belgium.
During the past 17 years, it has become clear that music therapy is an important way for many patients to express and structure their chaos of feelings and thoughts. This can have a positive impact on the patient’s ability to deal with his of her illness. Some goals for music therapy for children with cancer that are described in literature are: reducing pain, fear, loneliness, helplessness, loss of control, social problems, isolation and physical complaints. Other goals include increasing the quality of life, ego boosting and supporting the development of the child. Although the chances of survival for a child that contracts cancer have increased enormously, the child might still in a curative phase be confronted with his/her fear of death. We have seen children who were torn between their fear of death on the one hand, and their hope to get cured from cancer on the other hand. They walk on a tightrope, trying to find a balance between these emotions. Music therapy can help them to reach “the other side”, whatever the outcome may be. The symbolic representation of “new life on the other side” may help them to cope with their fear of a bad outcome.

Both the evolution during the past ten years towards a more open communication on the ward, and my personal growth as a music therapist helped the children to feel safer and freer to deal with topics such as death, heaven, hope etc. 
In a palliative phase resistance and fear to deal with and talk about these issues explicitly remain. Fortunately music goes beyond words and music therapy can create the environment to reach important psychological objectives: reduction of fear, anxiety, or grief. Music therapy offers the sick child and the parents the possibility of conscious reflection.

By means of audio and video examples music therapist Inge Bracke will describe and show how music therapy supported children with a life-threatening disease an how music therapy could help them to deal with issues of life and death. There will be room for discussion.




Mag. Martin Astenwald 
Erlebnispädagoge, Musiktherapeut, Studium der christlichen Philosophie, Musikpädagogik-Student
Der Harmoniebegriff und seine Bedeutung im Musiktherapeutischen Prozess

Ausgehend von seiner ursprünglichen Bedeutung – Vereinigung einander widerstrebender Kräfte –  versucht der Vortrag eine Auseinandersetzung mit dem Harmoniebegriff. Mythologische, etymologische, philosophische, musiktheoretische, entwicklungspsychologische und psychopathologische Aspekte sollen dem in einem musiktherapeutischen Prozess immer wieder auftauchenden Harmoniebegriff näher kommen.
 Es handelt sich bei der Harmonie um einen Zustand der Ordnung, des Gleichgewichtes und des Zusammenpassens. Dieser Zustand entsteht im dynamischen Zusammentreffen mindestens zweier  Töne, sowie im interaktiven Austausch zweier Personen….
Anhand eines Fallbeispiels wird gezeigt, wie im Laufe eines musiktherapeutischen Prozesses der Weg zur Harmonie über spannungsgeladene Momente – Dissonanzen – für einen  Patienten erlebbar und verkraftbar werden kann.


Mag. Dr. Dorothee Storz 
Musiktherapeutin (ÖBM), Psychotherapeutin (ÖBVP, EAP), Instrumentalpädagogin (Klavier)

Entwicklung und Bedeutung eines dynamischen Fokus in der Musiktherapie

Fokales Arbeiten im therapeutischen Kontext basiert auf einem tiefenpsychologischen Verständnis und bedeutet, dass das Verstehen der Zusammenhänge von biographisch entscheidenden Ereignissen, die zu einem Kernkonflikt geführt haben, aktuellen Problemen und sich wiederholenden typischen Gegenübertragungs-situationen die prägenden Faktoren zur Entwicklung eines dynamischen Fokus  im therapeutischen Prozess darstellen. Auf diese Weise wird das therapeutische Vorhaben inhaltlich eingegrenzt, die gemeinsame Arbeit verständlich und überschaubar. Auch bei einer kurzen Therapiedauer ist es damit möglich, intrapsychische und interpersonelle Dimensionen nachvollziehbar werden zu lassen und im Sinne einer Bearbeitung miteinzubeziehen.


Univ.Prof.Dr. Werner Schulze
Komponist, Wissenschafter, Universitätsprofessor
Harmonic Thinking
All that is spatial has a sound.
Tone emerges from harmony.
Harmony emerges from concord.
Harmony and concord are the roots
from which music, laid down by the ancient kings, emerged.
Spring and Autumn   by Lü Pu Wei, 3rd century B.C., vol. III/5
40 years ago a new science called Harmonic Research (Investigación Armónica, Harmonikale Forschung) was established in Vienna.  In the academic world it is represented by the INTERNATIONAL CENTER FOR HARMONICS (CENTRO PARA LA INVESTIGACIÓN ARMÓNICA, INTERNATIONALES HARMONIK-ZENTRUM) at the University of Music and Performing Arts Vienna, Austria.  Director is Univ.Prof. Dr. Werner Schulze.

Dr. Elena Fitzthum
Musiktherapeutin (ÖBM), Psychotherapeutin ( Integrative Gestalttherapie), Supervisorin, Lehrtherapeutin ( Universität Wien, bam Zürich, FMZ München, FHS Augsburg), Mitherausgeberin der Buchreihe „Wiener Beiträge zur Musiktherapie“

Die Schulung der inneren und äußeren Wahrnehmung am Beispiel des Musikalischen Dialoges


Die Wiener Schule der Wiener Musiktherapie stellt (zeitgleich mit London) die älteste Form institutionalisierter Musiktherapie in Europa dar. Diverse Forschungsarbeiten, die die politischen Umstände sowie die inhaltlichen Quellen ihres Entstehens beleuchten, können auf ein frühes interdisziplinäres Umfeld verweisen. In diesem Zusammenhang kommt der Entstehung der Wiener Schule eine exemplarische Bedeutung zu, denn ihr Curriculum der 60-er und 70-er Jahre war Vorbild weiterer internationaler Schulgründungen.
Ein Herzstück der musiktherapeutischen Arbeit war von Beginn an der Musikalische Dialog. In ihm lassen sich alle frühen Quellen nachvollziehen.
In diesem Workshop wird besonderes Augenmerk auf die frühen Einflüsse der Humanistischen Psychologie gelegt. Maxime wie Veränderbarkeit, Entscheidungsfreiheit, Körperbewußtsein  sowie die  emanzipatorische Kraft des künstlerisch-musikalischen Ausdrucks werden hier anhand vieler Übungsbeispiele erlebbar gemacht.
Der Workshop kann als praktische Ergänzung des Eröffnungsvortrages betrachtet werden.




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