Geschichte

Das Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien wurde 1965 als zweites derartiges Institut an einer österreichischen Musikuniversität (damals „Musikakademie”) als Institut für Volksmusikforschung gegründet; Institutsgründer Hochschulprofessor Walter Deutsch war bis 1991 Institutsleiter und Ordinarius für Geschichte und Theorie der Volksmusik.
Die Arbeit am Institut stand in der Tradition der „Wiener Schule der Volksmusikforschung“. Inhalte von Forschung und Lehre konzentrierten sich auf vokale und instrumentale österreichische Volkmusik. Von den 1980er Jahren an etablierte Rudolf Pietsch Forschung zu instrumentalen Volksmusikstilen und praktische Ansätze, die seitdem kontinuierlich weiter wirken.
1994 übernahm Gerlinde Haid nach ihrer Berufung auch die Institutsleitung. In einer Kontinuität zur bisherigen Arbeit wurden durch eine kritische Orientierung an kulturellen Entwicklungen in der Gesellschaft, die Forschungsfelder und das Methodenspektrum sukzessive erweitert.
Ein wichtiges Themengebiet wurde die Musik von Minderheiten. Internationale Kooperationen wurden intensiviert, das PhD Studium wurde etabliert. 2001 habilitierte Ursula Hemetek im Fach Ethnomusikologie. Diese Entwicklungen haben mit dem Universitätsgesetz 2002 ihren Niederschlag im Zusatz „Ethnomusikologie“ im Institutsnamen gefunden. 2003 wurde am Institut das Forschungszentrum für Europäische Mehrstimmigkeit etabliert. Unter der Leitung von Gerlinde Haid, entwickelte sich das Institut zu einer auch international anerkannten Forschungsinstitution, 2007 fand die ICTM Weltkonferenz unter federführender Beteiligung des Instituts statt.
Am 1. Jänner 2011 übergab Gerlinde Haid die Institutsleitung an Ursula Hemetek, die ein wohlbestelltes Feld übernehmen durfte.
Seit 2012 bekleidet Ulrich Morgenstern das Ordinariat für Geschichte und Theorie der Volksmusik.
► Schautafeln zu 50 Jahre Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie.
Inhalt: Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie,
Grafische Gestaltung: Toledo i Dertschei.