Hommage an Eric Zeisl

 

 

… weiß ich, was Sehnsucht ist …

Hommage an Eric Zeisl

 

30. November 2011

18:30 Uhr

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Rennweg 8

Alter Konzertsaal

 

Das Matrikelbuch der damaligen Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien verzeichnet für das Studienjahr 1920/21 den Namen „Erich Zeisl“: Als Jugendlicher trat der 1905 in der Wiener Leopoldstadt Geborene das Kompositions-Studium bei Richard Stöhr (1874-1967) an – vor ihm tat sich die viel versprechende Positionierung im Wiener Kulturleben im Kontext Moderater Moderne auf. Das Jahr 1938 erzwang den Bruch: Nach den Ausschreitungen des Novemberpogroms rettete der Jude Erich Zeisl sich samt Familie in einer Odyssee über Paris und New York nach Los Angeles, wo er – entgegen seiner im deutschen Kunstlied und in Wiener Musiktradition verankerten Tonsprache der Wiener Zeit – sich dem Hollywood „movie-business“ zu unterwerfen hatte, um im Exil die Grundlagen einer Überlebens-Strategie auf- und die neue Identität als „Eric“ Zeisl auszubauen, in der er letztlich als wichtiger Repräsentant der „Jewish Music Scene“ das Kulturgefüge der Westcoast mitformte. 1959 in Los Angeles verstorben, schrieb der „Urwiener“ Zeisl – wie die Literatin Hilde Spiel (1911-1990) ihn gerne nannte – gleich vielen NS-Vertriebenen österreichisch-jüdische und amerikanisch-jüdische Musikgeschichte.

 

Als Mittlerin zwischen diesen beiden Kultur-Sphären setzt sich die 1940 in New York geborene, nun in Los Angeles mit Arnold Schönbergs Sohn Ronald verheiratete Tochter Barbara Zeisl-Schoenberg für das Werk ihres Vaters ein. Sie ist am 30. November 2011 im Rahmen dieses Zeisl-Portrait-Konzerts an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zu Gast.

 

Unter Zusammenarbeit mehrerer Institute wird ein vom Kunstlied über Klaviermusik, Streicher- und Bläserkammermusik reichendes Spektrum die Musik jenes Komponisten würdigen, dessen durch den Nationalsozialismus brutal zerschlagener Weg als Wiener Künstler auch mit unserer Universität verbunden ist.  (Karin Wagner, Institut Ludwig van Beethoven)

 

Folgende Institute sind an dem Projekt beteiligt:

 

Antonio Salieri (Gesang in der Musikpädagogik)

Institut Ludwig van Beethoven (Tasteninstrumente in der Musikpädagogik)

Institut Franz Schubert (Blas- und Schlaginstrumente in der Musikpädagogik)

Hellmesberger - Institut (Streich- u. andere Saiteninstrumente in der Musikpädagogik)