Gebäude

 

Salesianerinnenkloster - Rennweg


Kaiserin Wilhelmina Amalia
(1673-1742)

1717 stiftete Kaiserin Wilhelmina Amalia, die Witwe des 1711 verstorbenen Kaisers Joseph I., ein Kloster für den Ordo de Visitatione Mariae - die "Salesianerinnen". Als Ort wählte sie den Rennweg - ein Terrain außerhalb der eigentlichen Stadt, unmittelbar anschließend an das Schloß Belvedere, die Residenz Prinz Eugens von Savoyen.
Dem Kloster schloß sie einen großen Gebäudeflügel an, der ihr zur Residenz dienen sollte, die sie bereits 1719, also zwei Jahre nach der Grundsteinlegung, bezog. Kirche und Kloster wurden erst 1730 fertiggestellt.

Der Kaiserin-Witwe, die, bevor sie in die Räumlichkeiten am Rennweg übersiedelte, in der Hofburg einen eigenen Trakt ("Amalientrakt") bewohnte, stand ein eigener Hofstaat zu. So hatte die große Musikliebhaberin auch eine eigene Hofkapelle, die 31 Jahre lang, bis zu ihrem Tod, bestand.

 
 


Johann Joseph Fux
(1660-1741)

Wilhelmina Amalia konnte bedeutende Musikerpersönlichkeiten, die insbesondere auch als Musikpädagogen zukunftsweisend waren, um sich sammeln. So engagierte sie bereits 1713 Johann Joseph Fux (1660-1741) als Kapellmeister; er war damals gleichzeitig Vizekapellmeister der kaiserlichen Hofmusikkapelle Karls VI. und wurde 1715 Hofkapellmeister, leitete aber bis 1718 auch noch die Kapelle Wilhelmina Amalias.
Daneben sind vor allem zwei Persönlichkeiten hervorzuheben:
Gottlieb Muffat (1690-1770), der als Cembalist und Organist tätig war, und dessen Schüler Georg Christoph Wagenseil (1715-1777), der als Hofschüler seinen Lehrer oft vertrat.

 
 


1989 wurden jene Teile des Salesianerinnenklosters, den die Kaiserin-Witwe Wilhelmina Amalia bewohnt hatte, für die (damalige) Abteilung für Musikpädagogik der Wiener Hochschule (jetzt Universität) für Musik und darstellende Kunst adaptiert. Auch das "Institut für Musikalische Stilforschung" wurde in diesen Räumlichkeiten untergebracht. Somit finden alle Lehrveranstaltungen des Instituts an jenem historischen Ort statt, an welchem die großen Lehrerpersönlichkeiten Gottlieb Muffat und Georg Christoph Wagenseil, die die Grundlagen für die klavieristische Technik und den Kompositionsstil der Wiener Klassik legten, wirkten und an dem (zumindest anfangs) sicher auch Johann Joseph Fux noch das eine oder andere Mal anzutreffen war.

   
 
  
 


Arnold Schönberg Center -
Palais Fanto
 Bauherr: Österreichisches Branntwein-Monopol; erbaut 1917-18 von den Architekten Ernst von Gotthilf-Miskolczy und Alexander Neumann.
Benannt ist das Palais nach David Fanto. Er begann seine Karriere als Lehrling bei einem Papiergeschäft in Wien. Als erfolgreicher Geschäftsmann kaufte er später Ölfelder in Galizien, Rumänien und Polen, gründete in Pardubitz eine der ersten österreichischen Raffinierien und beteiligte sich an Ölbohrungen im Nahen Osten. Fanto erwarb im Jahre 1916 das Schloß Pottenbrunn bei St. Pölten, 1917 errichtete er am Schwarzenbergplatz 6 das nach ihm benannte Stadtpalais. Nach Kriegsende engagierte er sich in Tschechien für die Wiederherstellung der Monarchie. David Fanto starb 1922 in Wien; er hinterließ zwei Töchter und einen Sohn, Richard Fanto, die Schloß Pottenbrunn erbten.
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© Institut für Musikalische Stilforschung
der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
(Maria Helfgott)