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Barron, Bebe (geb. Charlotte Wind)
*16/06/1927 Minneapolis/ Minnesota;† 20/04/2008 Los Angeles/ California


Biographie

Bebe Barron wuchs in North Dakota auf und kam erst in ihren späten Jugendjahren zurück in ihre Geburtsstadt Minneapolis. In den ersten Jahren ihres musikalischen Schaffens empfand sie sich in erster Linie als Klavierspielerein, nahm jedoch auch Kompositionsunterricht bei Roque Cordero, einem Komponisten aus Panama, der an der Universität von Minnesota studierte, auf der auch Bebe Barron einen Abschluss in Politikwissenschaften machte. Auf der gleichen Universität studierte auch ihr späterer Lebensgefährte Louis Barron Klavier. 1947 gingen die beiden gemeinsam nach New York, wo Bebe Barron für Time-Life Publikationen recherchierte und daneben Komposition bei Henry Cowell und Wallingford Reigger studierte. Ein Jahr nach ihrer Ankunft in New York heiratete sie Louis Barron. Als Hochzeitsgeschenk bakamen sie von einem deutschen Freund eine der ersten Bandmachinen, die in die USA importiert worden waren, zum Geschenk. Das Experimentieren mit diesem Gerät führte bald zu der Produktion von elektronischen Sounds, für die sie bekannt wurden.
Mit ihren Aufnahmegerät machten sie Aufnahmen von Freunden und Parties, bevor sie ihr eigenes Studio einrichten konnten, das unter anderm als das erste Studio zur Produktion elektronischer Musik in den USA angesehen werden muss. Die Soundarbeiten der Barrons bedienten besonders die damalige Avantgardeszene in New York. Sie nahmen mit ihrem Aufnahmegerät Literaten wie Aldous Huxely, Tennessee Williams und Herny Miller aus ihren Werken lesend, in Form von frühen Audiobooks auf. Diese Aufnahmen wurden auf rotes Vinyl gepresst und erschienen in der Serie Audio Portraits auf dem Contemporary Classics Label, das die Barrons betrieben. Ab dem Jahr 1950 begangen sie mit FilmemacherInnen wie Maya Deren oder Ian Hugo, der mit der Schriftstellerin Anais Nin verheiratet war, zusammenzuarbeiten. Die Barrons machten die Musik zu drei von Hugos Filmen, darunter Bells of Atlantic (1952), ein Experimentalfilm, in dem Anias Nin aus einem ihrer Werke liest. Für Maya Deren assistierten sie in der Audioproduktion des Soundtracks zu The Very Eye of Night (1959), der Musik von Tejo Ito enthielt.
Das meiste Equipment in dem Studio war von den Barrons selbst gebaut. Ein Teil dieser selbstgemachten Ausstattung war ein riesiger Lautsprecher, der schwere Bässe übertragen konnte. Weiters gehörten zu ihrer Ausstattung elektronische Oszillatoren, ein Filter, einen spring reverberator und einige Bandmaschinen. Durch den Mangel an Konkurrenz und zum Überraschen der Betreiber hatte das Studio ziemlichen Erfolg. Das erste rein elektronsiche Musikstück für Magnetband in den USA wurde 1950 von den Barrons komponiert und trägt den Titel Heavenly Menagerie. Die Musik der Barrons erweckte bald das Interesse der Avantgardeszene. 1952 verwendete John Cage deren Studio, um dort den Williams Mix, sein erstes Stück für Tonband aufzunehmen, für welches Cage die Barrons als Tontechniker anstellte. Die zwei kreiirten soetwas wie eine elektronische Soundbibliothek, indem sie über 600 verschiedenen Sounds aufnahmen und diese unter Cages Anweisungen arrangierten. Es brauchte ein Jahr, um die viereinhalb minütige Montage fertigzustellen. Cage arbeitete in dem Studio der Barrons auch an seinem Project on Music for Magnetic Tape zusammen mit anderen bekannten Komponisten wie Morton Feldman, Earl Brown und David Tudor.
Bekanntheit erlangten die Barrons jedoch, und das bis zum heutigen Tag, durch den Sountrack zu dem Film Forbidden Planet. Dieser Soundtrack wird als der erste vollständig elektronisch gestaltete Filmscore angesehen. Der Produzent Dan Schary beauftragte die Barrons persönlich mit dem Auftrag der Gestaltung der Filmmusik, wie auch - und das ist in jener Zeit eine Besonderheit - der Soundeffekte. Der Kontakt enstand bei der Eröffnung einer Kunstaustellung, bei der sowohl die Barrons, als auch Dan Schary anwesend waren. Die Barrons konnten Schary überreden, sich ihre Musik anzuhören. Beindruckt von diesen neuen Sounds, erhielten sie den Auftrag zur Gestaltung der Tonspur zu dem Film Forbidden Planet. Entgegen allen Hollywood-Gewohnheiten produzierten die Barrons ihre Musik in ihrem eigenen Studio in New York. Innerhalb von drei Monaten hatten die die ganze Arbeit fertiggestellt. Das Publikum reagierte auf die ungewohnten Hörerfahrungen enthusiastisch, weniger aber die American Federation of Musicians. Sie schalteten einen Anwalt ein, um zu erreichen, dass in den Kredits anstelle von "Electronic Music by Louis and Bebe Barron", "Electronic Tonalities" zu lesen ist. Da das Wort "Music" entfernt werden musste, kann man daraus die Degradierung experimenteller Kompositionen, wie die der Barrons, ablesen. Da die Barrons keiner Musikergilde angehörten, hatten sie auch keine Chance, dass ihr Soundtrack für einen Oskar nominiert wird. Obwohl die Barrons nach Forbidden Planet keinen anderen Film mehr vertonten, arbeitete Bebe Barron, trotz ihrer Scheidung im Jahre 1970, bis zu Louis Tod 1989 mit ihm zusammen. 1973 heiratete sie den Drehbuchautor Leonard Neubauer.
In den Jahren 1985 bis 1987 war Bebe Barron die Sekretärin der Society for Electroacoustic Music der USA. 1997 erhielt sie den SEAMUS Preis für das Lebenswerk der Barrons im Gebiet der elektrokaustischen Musik.
Bebe Barron komponierte lange Zeit nichts mehr, begann aber im Jahr 1999 auf eine Einladung der Universität California-Santa Barbara einen neue Komposition, bei der sie auch die neuesten technischen Mittel zur Soundproduktion anwandte. Diese Arbeit, im Jahr 2000 fertiggestellt, trägt den Titel Mixed Emotions.
Bebe Barron stirbt am 20. April 2008 im Alter von 82 Jahren in Los Angeles, Kalifornien.

 

Elektroakustische Werke:

  • Soundtrack zu Forbidden Planet

Klangprojektionen:

Klangprojektionen 3.5

Externe Links :


http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=4486840

 

 

 

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