Studienzweig Musiktheorie

 

Der Studienzweig Musiktheorie ist zwischen Komposition/Improvisation und Musikwissenschaft angesiedelt. Er widmet sich dem Verstehen von Musik im Dreieck von kompositorischer Praxis, ästhetischer Wirkungsgeschichte und wissenschaftlicher Reflexion. Aus diesem interdisziplinären Ansatz ergibt sich sein im Vergleich zu den verwandten Fächern Musikwissenschaft und Komposition eigenständiges Profil.

Die beruflichen Möglichkeiten sind vielfältig. Sie betreffen vor allem:
 
  • künstlerisch-wissenschaftliche Lehre und Forschung (an Universitäten, Musikhochschulen, Konservatorien, Musikschulen, Volkshochschulen, Stiftungen, Archiven etc.),
  • weiters Tätigkeiten innerhalb von Verlagswesen, Musikproduktion, Konzertwesen, Rundfunk, Musikjournalismus, Kultureinrichtungen.

Nach dem 1. Studienabschnitt, der dem Erwerb von fundierten Kenntnissen der kanonisierten Satz- und Kompositionstechniken und deren praktischer Anwendung dient, oder nach einem entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelnden anderen Studium werden im 2. Studienabschnitt die Fähigkeiten zur eigenständigen theoretischen und nachschöpferischen Befassung mit komponierter und improvisierter Musik sowie zum selbständigen Entwickeln theoretischer Konzepte gebildet. Die Anwendung, Kritik, Revision oder Erweiterung existierender Lehren wird geübt. Die Studierenden setzen sich mit historischen und aktuellen Ideen im Bereich der Hochschuldidaktik zur Musiktheorie aktiv und experimentell auseinander. Sie üben die sprachliche, insbesondere auch die schriftliche Darstellung von Befunden, die aus ihrer musiktheoretischen Forschung und Praxis hervorgehen. Methodenvielfalt und Interdisziplinarität werden angestrebt. Ein Schwerpunkt liegt im 2. Studienabschnitt auf der eigenständigen theoretischen Auseinandersetzung mit der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Das Unterrichtsangebot ermöglicht individuelle Akzentuierungen.

Ein besonderes Profil erhält der Studienzweig Musiktheorie in Wien durch
 
  • den Einbezug von Quellenstudien in die Theoriebildung (Arbeit mit Manuskripten, Entwürfen, Skizzen, verbalen Konzepten von Komponisten auch zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts) sowie die Zusammenareit mit Archiven zur Musik des 20. Jahrhunderts;
  • den Schwerpunkt auf Erforschung des Klanglichen in umfassender Perspektive (Harmonie, Dichte, Textur, Timbre...);
  • die Erprobung von historischen Methoden der Kompositionslehre;
  • den weitgehenden Einbezug von Improvisation;
  • die vielfältige Zusammenarbeit mit internationalen Parallelinstituten (zur Zeit laufen Kooperationen mit Basel, Beijing, Leipzig, Prag, Santiago de Chile).
 
Der Studienzweig Musiktheorie kann im 2. Studienabschnitt allein oder auch parallel mit den Fächern „Komposition“, „Elektroakustische Komposition“ oder „Medienkomposition und Angewandte Musik“ belegt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, ein anderes Musikstudium (Schulmusik, Instrumentalfach, Kirchenmusik, Bachelor Komposition…) mit dem Musiktheoriestudium weiterzuführen.

 

Doktoratsstudium (PhD)

Darüber hinaus ist es möglich, Musiktheorie als Doktoratsstudium zu verfolgen. Nähere Informationen:
 

http://www.mdw.ac.at/studium/158

Infoblatt zum Doktoratsstudium
 

Informationsblatt zum Studium


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Gender-Projekt
der Musiktheorieklasse

von Gesine Schröder (MDW)

in Kooperation
mit Ariane Jeßulat (UdK Berlin)

 

Trakl, Grete – Schwester: Möndin

eine kontrafaktische Kompositionsgeschichte


Weitere Informationen finden Sie hier:

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Lehrende: 

Univ.-Prof. Dr. Gesine Schröder
(schroeder[at]mdw.ac.at)