Geschichte des Instituts

Das Institut für Komposition und Elektroakustik betreut Lehre, Forschung und Produktion in den Bereichen Instrumentalkomposition, Elektroakustik, audio-visuelle Medien und Tontechnik. Schwerpunkte bilden neben Akustik und Klangforschung insbesondere experimentelle und angewandte Musik, also Musik und Sounddesign für Film und Video, Radio, Theater, sowie Performance, Mutlimedia, Klanginstallationen und Computermusik. Ein weiterer Aufgabenbereich besteht in der Betreuung und Dokumentation von Produktionen unserer Universität in Form von Aufnahmen und Beschallungen.

Zu den Unterrichtsräumlichkeiten des Instituts gehören unter Anderem 12 Studios bzw. Workstations für Aufnahme, Schnitt und Post-Production, Musikproduktionen, Live-Elektronik und Video sowie Aufnahmeräume.

Bereits 1955 entwickelten der Komponist Karl SCHISKE und der Pianist und Produzent Karl WOLLEITNER Pläne, an der Wiener Musikakademie ein Studio für elektronische Musik einzurichten, welches letztlich 1958/59 realisiert wurde und möglicherweise überhaupt das erste Studio an einer Musikakademie in Europa war. Im Studienjahr 1963/64 wurde schließlich der Lehrgang für Elektroakustische Musik unter der Leitung von Friedrich CERHA gegründet.

Im selben Jahr begann Ing. Hellmut GOTTWALD ein elektronisches Instrument zu bauen, das als Vorläufer des spannungsgesteuerten Synthesizers betrachtet werden kann. Dieses Instrument, genannt AKAPHON, als Hommage an die "Musikakademie", wurde viele Jahre als Referenz für elektronische Töne verwendet und steht nun im Technischen Museum in Wien.

1970 wurde der Komponist Dieter KAUFMANN zum Leiter des Lehrgangs für elektroakustische Musik im Wiener Studio ernannt, welches im Zuge seiner Berufung in den Status eines Institutes innerhalb der Musikhochschule erhoben wurde, was einen neuen Impuls für die Erweiterung dieser neuen Musikform in Österreich gab. Eine wichtige Initiative war auch der Aufbau eines intensiven Kontakts mit ausländischen Studios in Frankreich, Zentraleuropa und Lateinamerika. Diese Ausrichtung bewirkte 1983 die Gründung der österreichischen Gesellschaft für Elektroakustische Musik (GEM) Früchte, welche eng mit dem Institut zusammenarbeitet.

Das Institut und die GEM organisierten zwischen 1985 und 1989 einmal jährlich in Wien das internationale Symposion für Elektroakustische Musik ACUSTICA; seit dieser Zeit wird auch regelmäßig das Festival "Elektronischer Frühling" zusammen mit dem Kunstverein Wien in der Alten Schmiede veranstaltet.

Die Komponisten Haubenstock-Ramati, Erich Urbanner und Francis Burt übernahmen in den 80er-Jahren aufeinanderfolgend die Leitung des Instituts, welches 1990 folgende vier Bereiche umfasste:
 

  •      Lehrgang für Elektroakustische Musik
  •      Lehrgang für Tonmeisterausbildung
  •      Kompositionsklasse Kaufmann (Elektroakustik)
  •      Kompositionsklasse Sattler (Angewandte Musik)

1997 wurden die Studienzweige Elektroakustische Komposition, Medienkomposition und angewandte Musik sowie die Studienrichtung für Tonmeister/-innen gegründet. Im Zuge der Expansion wurden in den folgenden Jahren die Nutzungsräume in der Rienößlgasse beständig vergrößert und erweitert.

Heute zählt das Institut für Komposition und Elektroakustik (Anton-von-Webernplatz 1 und Expositur Rienößlgasse 12) einen Mitarbeiterstab von mehr als 60 Personen und über 100 inskribierte Studierende.

 

 

 

 

Synthesizer

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieter Kaufmann