Mag. Brigitte Schmidtmayr war Vertragslehrerin an der Abteilung für Musiktherapie. Von 2004 bis 2012 war sie stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats für das wissenschaftliche und künstlerische Personal, bis zuletzt wirkte sie trotz Krankheit an der Arbeit des Betriebsrates mit. Als Personalvertreterin setzte sie sich furchtlos und leidenschaftlich für Fairness und Gerechtigkeit an unserem Haus und darüber hinaus, aber auch für respektvolle Umgangsformen im täglichen Miteinander ein. Ein besonderes Anliegen war ihr der Kampf gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung. Brigittes Wertekodex wurde unaufdringlich, fast unmerkbar, im Lauf der Zeit zum Leitfaden unserer betriebsrätlichen Tätigkeit. Sie war eine Frau, die sich nobel im Hintergrund hielt, ihre Position aber unmissverständlich artikulierte, wo es notwendig war. Ihr Stil war es, unspektakulär zu bleiben, um im entscheidenden Moment in heiklen Situationen da zu sein und professionell zu handeln. Selbst der Ausbruch ihrer Krankheit hinderte sie nicht daran, im Rahmen ihrer Möglichkeiten „dabei“ zu bleiben. Auch und gerade in dieser Situation bewies sie eindrucksvoll, dass sie die in ihrem Leben erworbenen Kompetenzen nicht nur theoretisch vertreten, sondern auf ihr eigenes Leben anwenden konnte. Brigitte hat sich in ihrem Beruf intensiv mit schwer vom Schicksal geprüften Jugendlichen beschäftigt. Sie hat sich selbst – aus unserer Sicht viel zu früh – mit dem Tod auseinandersetzen müssen, aber sie hat in dieser Auseinandersetzung und in den schwersten Phasen ihrer Krankheit in jedem einzelnen Moment ihre Würde und ihre Größe bewahrt, indem sie selbstbestimmt gedacht und gehandelt hat. Mit ihrem Leben und auch mit ihrem Sterben hat sie uns Maßstäbe und Orientierung hinterlassen, für die wir ihr zutiefst dankbar sind.