Statistik

 

Der Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen erstellt jährlich einen statistischen Bericht zur Geschlechterverteilung bzw. Frauenquoten an der mdw.

Wichtig ist, zu beachten, dass ein hoher Gesamtfrauenanteil etwa in der Übersicht aller Verwendungsgruppen einzelner Institute nicht immer positiv zu bewerten ist. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich oft, dass die Frauenanteile besonders in den niedrigen Verwendungsgruppen hoch sind. Eine solche Verteilung kann auf eine horizontale Segregation des Arbeitsmarktes bzw. die sogenannte „gläserne Decke“ und auf eine geschlechtliche Stereotypisierung spezifischer Personal-, Berufs- sowie Studierendengruppen hinweisen.

Generell ist die Verwendung von „Geschlecht“ in Statistiken ein zwiespältiges Unterfangen. Während geschlechtssegregierte Statistiken es einerseits ermöglichen, vergeschlechtlichte Ungleichheiten sichtbar zu machen und somit als Handlungsanweisung für Gleichstellungspolitiken herangezogen werden können, sind sie zumindest auch aus zwei Gründen zu problematisieren: Erstens, bergen geschlechtsspezifische Statistiken die Gefahr, Geschlecht als Kategorie - entgegen der Bestrebungen der Gender Studies - zu verfestigen. Zweitens, wird durch die Studienevidenzverordnung sowie das österreichische Personenstandsgesetz Geschlecht derzeit als dichotome Variable erhoben, also als ausschließlich „weiblich“ oder „männlich“. Dies suggeriert einerseits, dass es sich hierbei um homogene Gruppen handelt und schreibt andererseits ein dichotomes Verständnis von Geschlecht fort, durch das insbesondere Trans*-, Inter*- und nicht-binäre Personen unsichtbar gemacht und statistisch nicht oder falsch erfasst werden.

 

 

 

2016-10-04-14-52-34-977-garde-page-001.jpg Titelblatt der Frauenquoten 2015: Pinke und blaue Farbflecken verschimmen auf weißem Hintergrund. Im Vordergrund ist in weißer Schrift 2015 Frauenquoten geschrieben. Am rechten oberen Bildrand ist ein pinkes Logo. Am linken unteren Bildrand ist in schwarzer Schrift die Adresse des Arbeitskreises geschrieben.