Informationen für Berufungskommissionen

 

Der AKG hilft und berät Berufungskommissionen während des gesamten Verfahrens. Dazu haben wir Empfehlungen an die Kommissionen, damit wir gemeinsam als Team möglichst rasch und effizient zusammen arbeiten können:

 

Pflichten der Berufungskommission gegenüber dem AKG

 

  • Der AKG ist zu allen Sitzungen fristgerecht einzuladen (idealerweise gleichzeitig mit den Kommissionsmitgliedern).
  • Nach der Konstituierung ist dem AKG unverzüglich die Zusammensetzung der Kommission zur Überprüfung der Frauenquote von 50% zu melden. Die Berechnung der Quote erfolgt gem. §20a (2) UG: „Bei Kollegialorganen mit einer ungeraden Anzahl von Mitgliedern erfolgt die Berechnung, indem die Anzahl der Mitglieder rechnerisch um ein Mitglied zu reduzieren ist und der erforderliche Frauenanteil von dieser Anzahl zu bestimmen ist.“ Bei einem Kollegialorgan, das etwa aus 9 Hauptmitgliedern besteht, ist die Quote erfüllt, sofern mindestens 4 Hauptmitglieder weiblich sind. Das entsprechende Formular finden Sie am Ende dieser Seite.
  • Alle schriftlichen Unterlagen wie insbesondere Bewerbungen, Protokolle, Gutachten, etc. sind an das AKG-Büro zu übermitteln (idealweise bereits als Entwurf, damit wir ggf. reagieren können, bevor die jeweiligen Unterlagen durch die Kommission beschlossen wurden).

 

Aufgaben des AKG in Berufungskommissionen


Die Vertreter_innen des Arbeitskreises für Gleichbehandlungsfragen (AKG) sind in der Berufungskommission Mitglieder in beratender Funktion. Der AKG ist nicht in die fachliche Entscheidungen involviert, sondern hat die Aufgabe Diskriminierungen zu verhindern. Dazu gehören insbesondere:
 

  • Entgegenwirken von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts (weiblich und männlich)
  • Entgegenwirken von Diskriminierung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung
  • Entgegenwirkung von in B-GlBG 2004 Nr. 65 §5 Abs. 4 (Frauenförderungsplan der mdw §22 Abs. 4) nicht gestatteten Auswahlkriterien
  • Forderung der Anwendung der im Gesetz vorgeschriebenen gendergerechten Sprache in allen schriftlichen Unterlagen (Frauenförderungsplan § 1)

Einrede bei der Schiedskommission
Im Fall einer unrichtigen Zusammensetzung des Kollegialorgans hat der AKG binnen vier Wochen die Möglichkeit einer Einrede bei der Schiedskommission. Die Aufgaben der Schiedskommission finden sich im UG unter § 43.
Hat der AKG Grund zur Annahme, dass eine Entscheidung der Berufungskommission eine Diskriminierung darstellt, ist er berechtigt, innerhalb von drei Wochen die Schiedskommission anzurufen.
Ab Erhebung der Beschwerde an die Schiedskommission gelten bis zur endgültigen Klärung des Falls sämtliche Entscheidungen der Kommission als nicht gültig.

 

Rechtliche Grundlagen


Universitätsgesetz - UG 2002
Gleichstellung gehört nach dem Universitätsgesetz zu den leitenden Grundsätzen und Aufgaben der Universität. Das Universitätsgesetz bestimmt, dass alle Mitglieder von Kollegialorganen zur Verschwiegenheit verpflichtet sind (§ 48) und regelt die Rechte und Pflichten von Berufungskommissionen gegenüber dem AKG (§ 98).

Bundesgleichbehandlungsgesetz - B-GlBG
Das Bundesgleichbehandlungsgesetz regelt die Gleichstellung von Frauen und Männern, Frauenförderung, sowie die Gleichbehandlung ohne Unterschied der ethnischen Zugehörigkeit, der Religion oder der Weltanschauung, des Alters oder der sexuellen Orientierung (Antidiskriminierung) in Dienst- und Ausbildungsverhältnissen sowie das Diskriminierungsverbot im Zusammenhang mit einem Studium.

Frauenförderungsplan (FFP)
Das Ziel des Frauenförderungsplans ist die Beseitigung bestehender Unterrepräsentationen von Frauen in allen Organisationseinheiten, auf allen Hierarchieebenen, in allen Funktionen und Tätigkeiten und die Umsetzung von Gleichstellung und Frauenförderung in Personalpolitik, Verteilung der Ressourcen, Forschung, Erschließung der Künste und Lehre. Daneben enthält der Frauenförderplan Bestimmungen zur geschlechtergerechten Sprache, Gender Mainstreaming und dem Auf- und Ausbau von Frauenforschung und Gender Studies an der mdw. Außerdem enthält der FFP Bestimmungen bezüglich Ausschreibungen, Auswahlkriterien sowie Rechte und Pflichten von Berufungskommissionen (§ 21-23).

 

Wir freuen uns auf eine produktive und kollegiale Zusammenarbeit!