Wissenschaftliche Seminare unter der Leitung von 
Ao. Univ.-Prof. Dr. Matthias Bertsch

 

Individuell: 

  • 13.3120 Seminar Musikalische Akustik 01
  • 13.0015 Akustisches Praktikum (Empirische Forschungsmethoden) 
  • 13.0079 Forschungsseminar 01 (Klang und Körper) 
  • 13.0103 Forschungsseminar 02 (Atem, Stimme, Klang) 
  • 13.0038 Privatissimum (interdisziplinäre systematische Musikwissenschaft)

Gruppe

  • 13.0054 Diplomandenseminar (Musikphysiologie)
  • 13.0000 und 13.0027 DissertantInnenseminar (interdisziplinäre systematische Musikwissenschaft) 
  • Offenes Wissenschaftsseminar (in Kooperation mit MuWi & ÖGfMM): Das Wiener Seminar für Angewandte und interdisziplinäre Musikforschung in den Bereichen Musikphysiologie, Musikpsychologie, Musikalischer Akustik, Musikermedizin. Monatlicher Seminartermin zum Austausch über wissenschaftliche Forschungen für DiplomandInnen, DissertantInnen und fachspezifische WissenschaftlerInnen 

 

Klang und Körper
Musizieren ist ein Zusammenspiel zwischen Instrument und Musikerin bzw. Musiker. Anspannung, Stress oder Nervosität beim Spielen, welche über ein motivierendes Maß hinausgehen, wirken sich in vielerlei Hinsicht ungünstig auf den Ausführenden und den Klang aus.
Neben der Gefahr von gesundheitlichen Konsequenzen für die Musikerin bzw. den Musiker werden in starkem Umfang auch deren kreative Fähigkeiten eingeschränkt. Die bewusste Körperwahrnehmung ist daher essentiell, und die meisten Studierenden werden erst mit Gegenmaßnahmen aktiv, wenn die Einschränkungen bereits deutlich spürbar sind.
Mit Hilfe moderner, einfacher Testverfahren ist es möglich, bereits kleine muskuläre Anspanungen, den Atemverlauf oder allgemeine Stressmerkmale zu messen. Biofeedbacksysteme zeichnen Puls, Temperatur, Hautwiderstand, Atmung und muskuläre Anspannungen und den Klang auf. Durch Experimente mit anderen Studierenden oder Selbstversuchen beim eigenen Musizieren werden mittels Biofeedback körperliche Befindlichkeiten sowie das hörbare Resultat aufgezeichnet und gemeinsam ausgewertet.
Die Seminare sind Wahlfächer für alle Studienrichtungen und auf 12 Teilnehmer beschränkt.

Atem, Stimme, Klang
Die Atmung spiegelt sich beim Musizieren - insbesondere beim Gesang und beim Spiel auf Blasinstrumenten - in der erklingenden Musik deutlich wider. Phrasierungen wie auch Klangfarben werden durch die Intensität und das Muster der Atmung geprägt. Darüber hinaus stellt die Atmung generell eine wichtige psychophysiologische Steuerungsmöglichkeit dar, welche mehr oder weniger bewusst einen permanenten Einfluss auf den Körper wie auch auf die Psyche hat und sich daher auf das Musizieren auswirkt.
Das Ziel des akustisch-physiologischen Seminars besteht neben einer Einführung zum Thema Atem und Klanganalyse nicht primär in der Atemschulung, sondern in der wissenschaftlichen Analyse des eigenen Atems. Studierende (Gesang oder Blasinstrumente) sollen in Selbstversuchen mit Hilfe moderner Messverfahren ihre Atemmuster kennenlernen und die Zusammenhänge mit dem klanglichen Resultat beobachten und dokumentieren.
Ton-, Bild- und Atemverlaufsaufnahmen ermöglichen die genaue Untersuchung sowohl im zeitlichen Verlauf als auch des individuellen Musters von Brust- und Bauchatmung. Darüber hinaus wird durch  Messungen mittels EMG ein Hinweis auf die Spannungsverhältnisse im Schulter- Nackenbereich gegeben. Diese Untersuchungen führen zur Fragestellung, ob mit Hilfe des EMG bei der thorakalen Atmung zwischen der gesunden "offenen" Atmung und einem Stressatmungsmuster unterschieden werden kann.

DiplomandInnen- und DissertantInnenseminar
In diesem stellen Studierende, Gäste und auch das wissenschaftliche Personal des Instituts ihre Arbeit vor. Jede/r DiplomandIn präsentiert im Rahmen des Seminars zumindest einmal seine Arbeit. Hier gibt es neben den fachlichen Diskussionen zum jeweiligen Thema unter anderem auch die Möglichkeit methodische Fragen zu behandeln. Durch die beschriebene Vorgangsweise, dargestellte Probleme und Hinweise der Kollegen ist es möglich, die eigene Arbeit kritisch zu reflektieren.
Es ist eine begleitende Veranstaltung zur Erstellung der Diplomarbeit; das Präsentieren der eigenen Ergebnisse und die Diskussion mit Kollegen soll der Arbeit neue und zusätzliche Impulse geben, bzw. helfen Probleme zu lösen.