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RHYTHMIK

Rhythmik

Als ein integrativer Fachbereich hat Rhythmik sowohl musikpädagogische, bewegungspädagogische, sozialpädagogische, allgemeinpädagogische als auch sonder-pädagogische Inhalte und Ziele.
Durch Rhythmik werden Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Bereichen Wahrnehmung (1), Körpererfahrung/Körperbewusstsein (2), Improvisation und Gestaltung in Musik und Bewegung (3) sowie kommunikative und soziale Kompetenzen (4) entwickelt.
Dies geschieht in einem kurz-und langfristig in sich zusammenhängenden Unterrichtsprozess, in dem alle vorgenannten Bereiche ineinandergreifend aktualisiert werden können, weil Inhalte und Methoden des Faches Rhythmik dies anlegen.
Im Rahmen der Ausbildung wird Basiswissen und -können jedoch auch innerhalb der einzelnen Teilbereiche vermittelt (s.u.), um dann als RhythmiklehrerIn flexibel und fachgerecht die initiierten bereichsübergreifenden Situationen anleiten zu können.

Zur Geschichte

Die Anfänge der Rhythmik gehen auf den Einfluss kultureller und sozialer Erneuerungsbewegungen um die Jahrhundertwende zurück. Die seelen- und leibfeindlichen Tendenzen der jungen Industriegesellschaft ließen eine stark auflebende Körperkultur entstehen, die den Menschen als Einheit von Körper-Seele-Geist ansprach.

Von einem ganzheitlichen Menschenbild ausgehend, entwickelte der Genfer Musikpädagoge Emile Jaques-Dalcroze eine Lehrweise, die den musikalischen Rhythmus über die körperliche Bewegung erfahrbar machen sollte.

Die ursprüngliche Methode der Musikerziehung wurde von Schülerinnen Dalcrozes wie Elfriede Feudel und Maria Scheiblauer in Richtung Persönlichkeitsentwicklung erweitert und wird heute in den unterschiedlichsten Bereichen wie der Vorschulerziehung, der Musikpädagogik, in Tanzausbildungen, in der Erwachsenenbildung bis hin zur Sonderpädagogik angewandt.

1959 eröffnete Brigitte Müller eine Ausbildung für Rhythmiklehrer/innen an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien , die sie bis 1971 leitete.
Ihre Nachfolgerin wurde Ingrid Giel (1971-1982). Einhergehend mit der Ausweitung der Arbeitsfelder und sich neu öffnenden Berufschancen der AbsolventInnen wurde in dieser Zeit das Studienangebot erweitert. Mit der Umwandlung der Ausbildung zur Studienrichtung Musik- und Bewegungserziehung erhielt die theoretische Absicherung des Fachbereichs Rhythmik verstärkte Bedeutung.

Von 1992 bis März 2002 leitete o.Univ.Prof. Ralph Illini die Rhythmikausbildung innerhalb der Abteilung für Musikpädagogik.

Nach der Umbenennung der Kunsthochschulen in Universitäten und nach der Implementierung trat das neue Universitätsgesetz 2002 in Kraft.
An der Universität für Musik und darstellende Kunst entstanden 24 Institute.
Das Institut 13 oder Institut MBM (Institut für Musik- und Bewegungserziehung sowie Musiktherapie) gliedert sich in drei Abteilungen: Musik-und Bewegungspädagogik, Musiktherapie und Integrative Atem-, Stimm- und Bewegungsschulung.

Leiterin des Institutes ist Frau a.o.Univ.Prof. Angelika Hauser. Zum Abteilungsleiter der STR Rhythmik ist Herr o.Univ. Prof. Ralph Illini bestellt.